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Verkehrsunfallstatistik 2017: Keine Entwarnung

03.03.18
Kategorie: Aktuelles

Geisterrad © Otfried Klein


Unfallzahlen rückläufig, aber immer noch zu hoch

Die positive Nachricht zuerst: Die Zahl der verunglückten Radfahrer ist 2017 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Bonn (Stadt Bonn, linksrheinisches Kreisgebiet, Bad Honnef und Königswinter)von 746 auf 699 zurückgegangen. Nun aber das Wasser im Wein: Gemessen am Bevölkerungsanteil liegt diese Zahl allerdings unverändert deutlich über dem NRW-Schnitt. Außerdem war 2016 ein sehr starker Anstieg zu verzeichnen, der 2015er Wert von 689 Unfällen mit Radfahrerbeteiligung wird also erneut überschritten.

"Nur" zwei Radfahrunfälle mit Todesfolge waren diesmal zu beklagen, im Vorjahr hatten sich sogar 5 Unfälle mit tödlichem Ausgang ereignet. Die Zahl der Schwerverletzten Radfahrer ist 2017 erneut gestiegen, wobei die Abgrenzung zwischen Schwer- und Leichtverletzten nur eingeschränkt aussagekräftig ist. Hier finden Sie die Details aus der Unfallstatistik der Bonner Polizeibehörde.
Im Zuständigkeitsbereich der Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg (Siegburg, Hennef, Eitorf, Troisdorf, St. Augustin) ist die Zahl der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung 2017 praktisch unverändert geblieben, nachdem es auch hier im Vorjahr einen deutlichen Anstieg gegeben hatte. Ein Todesfall ist zu beklagen (Vj. 4) und wie in Bonn hat die Zahl der Schwerverletzten zugenommen. Details aus der Unfallstatistik der Kreispolizeibehörde finden Sie hier.  

Ein Satz aus der Pressemappe der Bonner Polizeibehörde ist dem Verfasser dieser Zeilen sogleich ins Auge gesprungen: " Während die Bonner Bevölkerung im Zeitraum 2008 bis 2015 um lediglich 0,27 % gewachsen ist, stiegen die Kfz-Zulassungen um 36,25 %." Das schon im Vorjahr gezogene Fazit kann daher unverändert wiederholt werden. Bonn hat einfach zu viel Kfz-Verkehr. Die begrüßenswerten Bemühungen der Bevölkerung zur Verkehrsentlastung durch stärkere Nutzung von ÖPNV und Umstieg aufs Fahrrad stoßen an ihre Grenzen. In beiden Fällen ist die Infrastruktur nicht ausreichend und wird zu schleppend ausgebaut. Unsere damalige Forderung ist somit aktueller denn je. Wir fordern bei Politik und Verwaltung endlich Mut zur Verkehrswende. Wir fordern weniger Investitionen, damit Autos anders als bisher fahren, sondern Investitionen, damit Einwohner und Pendler weniger häufig das Kfz benutzen müssen. Wir fordern Investitionen in attraktiven und leistungsfähigen ÖPNV, Investitionen in mehr und sichere Radverkehrsanlagen. Wir fordern Mut zu großen Lösungen und dass ÖPNV und Radverkehr endlich oberste Priorität eingeräumt wird.


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