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„Sicherheitsrisiko Melanbogenbrücke entschärfen!“

16.04.18
Kategorie: Aktionen

Radfahrende auf der Melanbogenbrücke – Warnwesten weisen auf den Überholabstand von 1,5 m hin @ P. Lorscheid


ADFC fordert Maßnahmen zum Schutz der Radler auf der Fahrbahn

Die Fahrradsaison hat begonnen –und in Bezug auf das Radelnvon Troisdorf nach Sankt Augustin über die Melanbogenbrücke geht die Geduld des ADFC zu Ende. Am 13.4. hat der Radler-Club daher eine Fotoaktion veranstaltet, um die Probleme des Radver-kehrs auf der Brücke im dichten Verkehr zu demonstrieren. Etwa zehn Radlerinnen und Radlerbefuhren den Bereich rund um die Brücke. Dabeitrugen sie gelbe Warnwesten, deren Rückenaufdruck die Autofahrerauf den erforderlichen Seitenabstand von1,5 m beim Überholen eines Fahrrades hinweist.

Die Melanbogenbrücke stellt bis auf Weiteres die einzige für den Radverkehr nutzbare Verbindung zwischen den Städten Troisdorf und Sankt Augustin dar. Der Radverkehr ist dort derzeit nur auf der Fahrbahn gestattet, da die Fußwege auf der Brückeeine Nutzung durch Fahrradfahrende wegen ihrer geringen Breite nicht zulassen. Viele Fahrradfahrende empfinden die Nutzung der Fahrbahn angesichts des recht dichten Autoverkehrs und der geringen Fahrbahnbreite auf der Brücke als sehr gefährlich. Es kommt immer wieder zu Überholvorgängen, bei denen Radler mit äußerst geringem Abstand überholt bzw. bedrängt werden. Dies geschieht auch deswegen, weil Kfz-Fahrer irrtümlich der Meinung sind, Radler gehörten hier nicht auf die Fahrbahn –dieser Irrtum wird dadurch begünstigt, dass sich vor und hinter der Brücke jeweils benutzungspflichtige Radwege befinden.

Um diesen durch Überholvorgänge ausgelösten Gefährdungssituationen aus dem Weg zu gehen, nutzen daher viele Radler –verbotswidrig, aber mangels einer geeigneten Alternative –die Fußwege. Peter Lorscheid; verkehrspolitischer Sprecher des ADFC für das rechtsrheinische Kreisgebiet, kritisiert: „Die Polizei verteilt hierfür von Zeit zu Zeit ‚Knöllchen‘, das ist absolut unangemessen, solange das Sicherheitsrisiko Melanbogenbrücke nicht entschärft ist!“

Bereits Anfang Dezember 2017 hatte sich der ADFC mit der dringenden Bitte an die zuständigen Verwaltungen gewendet, im Bereich der Melanbogenbrücke für mehr Sicherheit beim Radverkehr zu sorgen. Die Stadt Troisdorf gab daraufhin die Auskunft, dass das Problem bekannt sei und man befinde sich mit einem Vorschlag dazu in Abstimmung mit der Kreisverwaltung. In Bezug auf vom ADFC vorge-schlagene Maßnahmen hieß es: „Die Überleitung der Radfahrer auf die Fahrbahn inkl. Absenkung des Bordes, Anbringen von Warnschildern, die Ausweisung des Gehweges und das Aufbringen von Piktogrammen sind bereits Bestandteile dieses Vorschlags.“

Seitdem ist allerdings nichts weiter passiert. Insbesondere gibt es auf der Brücke nach wie vor keine Fahrrad-Piktogramme auf der Fahrbahn, die den Autofahrern verdeutlichen, dass Radler hier zu Recht unterwegs sind. Peter Lorscheid hat sich daher nochmals an die Verwaltungen gewendet: „Die Umsetzung von Maßnahmen ist nun dringend geboten –wir fordern Sie daher nochmals mit Nachdruck zum Handeln auf!“

Um die Situation auf der Brücke zu entschärfen, schlägt der ADFC unter anderem folgende Maßnahmen vor:

  • Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit im Bereich der Brücke auf 30 km/h
  • Anbringen von Warnschildern vor dem Radverkehr
  • Aufbringen von Fahrrad-Piktogrammen auf der Fahrbahn, die den Kfz-Fahrern anzeigen, dass hier Fahrräder zu Recht unterwegs sind
  • Einrichtung eines Überholverbotes im Bereich der Brücke durch eine durchgezogene Mittellinie und ein Überholverbotsschild mit Zusatz „Radfahrendenicht überholen“.
  • Klarstellung für Radfahrende, dass sie auf der Brücke die Fahrbahn nutzen müssen, durch ein Fußwegschild auf Troisdorfer Seite und entsprechende Linienmarkierungen - so wie es auf Sankt Augustiner Seite derzeit schon der Fall ist
  • Niveauangleichung zwischen Fahrbahn und Radwegen an den Wechselstellen; hier gibt es derzeit zum Teil erhebliche Bordsteinkanten mit Sturzgefahr

Der ADFC hofft, dass diese Maßnahmen nun bald umgesetzt werden können. Danach sei die Polizei sei allerdings auch gefordert, deren Einhaltung durch Kontrollen vor Ort sicherzustellen, betont Peter Lorscheid.


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