NEWS

Planung der Brücke für Radfahrende/zu Fuß gehende zwischen Menden und Troisdorf nicht optimal

23.06.20
Kategorie: Verkehrspolitik

Kartengrundlage: OSM Freizeitkarte Deutschland, © OpenStreetMap und Mitwirkende. Creative Commons 2.0, BY SA


Radbrücke Troisdorf-Menden westlich der Bahn sinnvoller - als Notlösung Trasse entlang alter Müllumladestation prüfen

Die Planung der Brücke für Radfahrer und Fußgänger zwischen Menden und Troisdorf ist „leider gar nicht optimal“, bedauert Peter Lorscheid, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC für den Rhein-Sieg-Kreis. „Der größte Nutzen für Radfahrende würde entstehen, wenn die Brücke nicht östlich der Bahnstrecke gebaut würde, sondern auf der westlichen Seite“, betont Lorscheid. So wäre die Brücke eine ideale Fortsetzung des hier endenden Radschnellwegs Rhein-Sieg in Richtung Troisdorf-Mitte, so wie es die 2019 von der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis vorgelegte Machbarkeitsstudie zu dem Radschnellweg vorsieht. Diese Machbarkeitsstudie war damals auch mit den betroffenen Städten Sankt Augustin und Troisdorf abgestimmt worden.

Demgegenüber stellt sich nach der von der Stadt Sankt Augustin federführend erstellten Planung die Weiterfahrt in Richtung Troisdorf ziemlich umständlich dar, vor allem am Troisdorfer Ufer. Nach derzeitigem Planungsstand muss der Radverkehr erst unter der Mendener Straße hindurch fahren, dann über eine Rampe zur Mendener Straße hinauf, um dann auf dieser die Bahn zu überqueren und dann weiter Richtung Bahnhof zu führen. „Diese Streckenführung ist schmal, steil und unübersichtlich und damit als Fortsetzung eines Radschnellwegs, den hoffentlich einst zahlreiche Radler benutzen werden, nicht geeignet“, sagt Lorscheid.Der von CDU und Grünen zusätzlich beantragte Bau einer Rampe herunter zum Siegradweg stelle zwar die bisher fehlende Barrierefreiheit her, eine attraktive Radverkehrsführung werde so aber auch nicht erreicht, kritisiert Lorscheid. Zwei 180-Grad-Spitzkehren sind hier erforderlich, um den Radverkehr auf engstem Raum herunter zur Sieg und jenseits der Bahn wieder herauf auf das Bahnniveau zu bringen.„Ich habe nicht den Eindruck, dass die Führung auf der anderen, westlichen Seite überhaupt ernsthaft geprüft worden ist“, bemängelt Lorscheid. Dort werde wegen des zusätzlichen Gleises, das die Deutsche Bahn hier für die S13 baut, ohnehin gerade alles umgebaut. Unmittelbar daneben hätte man die Radbrücke vorsehen können, sodass kein weiterer Eingriff in die Natur erforderlich gewesen wäre. Die Fortsetzung der Fahrt auf dem Radschnellweg könnte dann nahezu geradlinig erfolgen, ohne enge Kurven, ohne Beeinträchtigung durch Hochwasser und ohne Höhenunterschie-de. Genau wie die Bahn würde der Radverkehr über die Siegaue hinweggeführt. Stattdessen sollen die Radler nun auf beiden Seiten der Sieg unter Bahn hindurch auf Flussniveau durch das empfindliche FFH-Gebiet der Siegaue geführt werden.

Der ADFC-Sprecher bittet daher die Fraktionen im Troisdorfer Umwelt- und Verkehrsausschuss zu prüfen, wie eine Umplanung der Brücke auf die westliche Seite Bahn noch ermöglicht werden kann. „Zeitdruck wegen des bevorstehenden Wegfalls der Melanbogenbrücke darf dabei kein Argument sein, denn durch diese Entscheidung wird die Radinfrastruktur für die nächsten Jahrzehnte buchstäblich zementiert!“, betont Lorscheid.

Sollte sich die Troisdorfer Politik hierzu nicht durchringen können, gibt es aus Sicht des ADFC-Sprechers möglicherweise noch eine zweitbeste Lösung: „Vielleicht ist es möglich, die östlich der Bahn unter der Mendener Straße hindurchführende Trasse nach Norden in Richtung Josef-Kitz-Straße bzw. In der Gronau zu verlängern – zwischen der alten Müllumladestation und dem Bahngelände. Auf diese Weise entstünde eine recht geradlinige und attraktive Führung des Radverkehrs durch Troisdorf-West in Richtung Innenstadt.“ Hierzu müsste, so Lorscheid, die Stadtverwaltung Gespräche mit der RSAG und ggf. auch der Deutschen Bahn führen, um zu klären, ob und wie sich eine derartige Streckenführung realisieren lässt. Einen entsprechenden Prüfauftrag für die Verwaltung sollte der Ausschuss daher unbedingt auf den Weg bringen, fordert Lorscheid.

Legende zur Skizze (oben rechts auf dieser Seite) zum Verlauf der Radverkehrsführung im Bereich der Radbrücke Menden-FWH.Blau: von Bonn (unten) kommender möglicher Radschnellweg und die derzeit vorgesehene Weiterführung des Radverkehrs in Richtung Troisdorf-Mitte. Grün: Alternative Verkehrsführung unter Nutzung der von CDU und Grünen beantragten zusätzlichen Rampe zur Sieg.
Rot: Optimale Verkehrsführung über eine Brücke westlich der Bahn (wie in der Machbarkeitsstudie des Radschellwegs vorgesehen).
Pink: Alternative Verkehrsführung über Josef-Kitz-Straße und Troisdorf-West Richtung Troisdorf-Mitte.

Kartengrundlage: OSM Freizeitkarte Deutschland, © OpenStreetMap und Mitwirkende. Creative Commons 2.0, BY SA.


Nach oben

© 2020 ADFC KV Bonn/Rhein-Sieg