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Fahrradklimatest in Sankt Augustin mit rückläufigen Bewertungen

25.06.17
Kategorie: Aktuelles

V.l.n.r: Manfred Monreal (ADFC), Rainer Gleß, Matthias Henning, Simone Hövel (alle Stadtverwaltung Sankt Augustin), Peter Lorscheid (ADFC). (Foto: Pressestelle Stadtverwaltung Sankt Augustin)


ADFC und Verwaltung sind sich einig, dass Fahrradfahrer gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sein müssen

Sankt Augustin liegt bei den Ergebnissen des Fahrradklimatests 2016 mit einer Gesamtnote von 4,11 deutlich hinter den Nachbarstädten Troisdorf und Lohmar zurück. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Verwaltung der Stadt Sankt Augustin hat der ADFC Bonn/Rhein-Sieg am 19. Juni die Ergebnisse des Fahrradklimatests für Sankt Augustin vorgestellt. Der Fahrradklimatest ist eine bundesweit durchgeführte Befragung der Radfahrenden; die Befragung wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert und ist weltweit die größte ihrer Art. Die Befragten bewerteten ihre Stadt oder Gemeinde hinsichtlich 27 fahrradbezogener Kriterien auf einer Schulnotenskala von 1-6; die Ergebnisse der im Herbst 2016 durchgeführten Befragung liegen nun vor.

Peter Lorscheid, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC für den rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, betonte, dass Sankt Augustin damit im kreisweiten Vergleich „nur im unteren Drittel“ liege. Leider sei im Vergleich zu 2014 (3,86) ein Abwärtstrend festzustellen, bedauerte Lorscheid. Besondere Schwächen im Vergleich mit anderen Städten sind in Sankt Augustin die Öffentlichkeitsarbeit und die teilweise marode Radverkehrsinfrastruktur. Deutliche Kritik gab es zudem an der Weigerung der Politik, am Planungswettbewerb Radschnellwege teilzunehmen. 

Für Manfred Monreal, stellvertretender Sprecher der Sankt Augustiner ADFCOrtsgruppe, ist dieses Resultat nicht verwunderlich: „Die unter anderem durch Wurzelwuchs und Verschleiß fast nicht mehr befahrbaren Radwege an der Siegstraße, der Bonner Straße oder der Hennefer Straße verleiden jedem gewillten Radlern die Nutzung des Fahrrads; die Drängelgitter auf dem Radweg parallel zur Stadtbahnlinie stellen mehr eine Gefährdungen als eine Schutzmaßnahme für die Radfahrenden dar und bremsen diese genauso aus wie aus, wie unsinnige, weil nicht grün-mittlaufende, Ampelschaltungen.“ Es fehle an attraktiven Strecken, die Radfahrer im Alltag eindeutig, sicher und zügig nach Bonn und Siegburg kommen lassen, kritisiert Lorscheid. Ein klares Bekenntnis zum Fahrrad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel in Sankt Augustin und Maßnahmen, die diese Positionierung umsetzen, sind Elemente, die Monreal und Lorscheid als unabdingbare Bestandteil eines Radverkehrskonzepts sehen, um den Radverkehr in Sankt Augustin attraktiver zu machen. 

Rainer Gleß, Erster Beigeordneter der Stadt Sankt Augustin, stimmte zu, dass man wegkommen müsse von der „autogerechten Stadt der 60er und 70er Jahre“ hin zu einem gleichberechtigten Miteinander der Verkehrsteilnehmer. Konkret stellte Gleß die baldige Verabschiedung des Radverkehrskonzepts in Aussicht. Dieses werde im Juli zum zweiten Mal im Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss beraten und hoffentlich auch zeitnah verabschiedet. Auf der B56 hofft Gleß, gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW eine Lösung umsetzen zu können, die den vorhandenen Straßenraum anders aufteilt und so den Anforderungen einer zügigen Radverbindung Bonn Sankt Augustin-Siegburg gerecht wird. Wo möglich, möchte die Verwaltung kurzfristige Verbesserungen umsetzen, beispielsweise überflüssige Poller beseitigen, erklärte Gleß.

Aus Sicht des ADFC sind diese Vorhaben sehr zu begrüßen. Manfred Monreal und Peter Lorscheid betonten: „Verwaltung und Politik sind gefordert, das Radverkehrskonzept jetzt zeitnah zu verabschieden und umzusetzen.“ Die Umsetzung von einzelner Verbesserungsmaßnahmen müsse schon jetzt konsequent in Angriff genommen werden.

Hier der Link zu den Ergebnissen des Fahrrad-Klimatests 2016 für St. Augustin.

 

 


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