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ADFC: „Verbindungen in Nachbarstädte optimieren“

12.07.17
Kategorie: Aktuelles

Fahrradklima in Lohmar weiter auf vergleichsweise gutem Niveau

Mit einer Gesamtnote von 3,5 liegt Lohmar gleichauf mit Troisdorf beim Fahrrad­klimatest 2016 im kreis­weiten Vergleich hinter Meckenheim auf dem zweiten Platz. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Verwaltung der Stadt Lohmar hat der ADFC Bonn/Rhein-Sieg heute die Ergebnisse des Fahrradklimatests für Lohmar vorge­stellt. Der Fahrradklimatest ist eine bundesweit durchgeführte Befragung der Radfah­renden; die Befragung wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert und ist weltweit die größte ihrer Art. In Lohmar haben sich 74 Fahrradfahrer beteiligt, etwas weniger als bei der vorangegangenen Befragung 2014. Die Befragten bewerteten ihre Stadt oder Gemeinde hinsichtlich 27 fahrradbezogener Kriterien auf einer Schulnotenskala von 1-6; die Ergebnisse der im Herbst 2016 durchgeführten Befragung liegen nun vor.

Peter Lorscheid, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC für den rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis sagte, dass sich die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) offenbar auszahle: „Die AGFS-Mitglieder Meckenheim, Lohmar und Troisdorf liegen mit einigem Abstand vor den übrigen Kommunen des Kreises.“ Im Vergleich zu 2014, kurz nach der Aufnahme Lohmars in die AGFS, sei „allerdings ein gewisser Stillstand festzustellen“, bedauerte Lorscheid in Anbetracht des kaum veränderten Gesamt­ergebnisses (2014: 3,4).

Als besonders positiv nehmen die befragten Radfahrer in Lohmar die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, die Möglichkeit zügigen Radfahrens und den Spaßfaktor beim Radfahren wahr. Im Vergleich zu anderen Städten mit ähnlicher Einwohnerzahl schneiden u.a. die Fahrradförderung in jüngster Zeit und die Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Radverkehr ab. Für Anne Herchenbach, Sprecherin der Lohmarer ADFC-Ortsgruppe, sind dies noch Nachwirkungen der erfolgreichen Bewerbung um die AGFS-Mitgliedschaft. „Seitdem ist praktisch nichts Nennenswertes mehr für den Radverkehr getan worden“, bedauert sie. Dass es aber durchaus noch einiges zu tun gebe, zeigten relativ schwache Bewertungen des Baustellenmanagements, der Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr und der Fahrrad-Abstellanlagen.

Einige Befragte bemängeln explizit die schlechten Zustände der Radwege in die Nachbarkommunen. „Lediglich nach Siegburg existiert mit dem Bahntrassenweg eine gut zu nutzende Verbindung“, pflichtet Herchenbach dem bei. Der Radweg entlang der Agger nach Troisdorf, aber auch die Radwege an den Landstraßen nach Rösrath bzw. Overath seien in einem miserablen Zustand. Diese Streckenabschnitte werden Bestandteil des Agger-Sülz-Radwegs sein, dessen erster Teilabschnitt im August eröffnet werden soll. Lorscheid und Herchenbach forderten die Stadtverwaltung auf, sich hier unbedingt für Verbesserungen einzusetzen: „Eine Radroute, auf der die Radler schon am Eröffnungstag das Schild ‚Achtung Radwegschäden‘ vorfinden, ist einfach peinlich, da muss dringend etwas getan werden.“


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