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ADFC: Schwarzer Tag für die Bonner Innenstadt

20.06.20
Kategorie: Verkehrspolitik

Cityring vor dem Bonner Hauptbahnhof © Axel Mörer


CDU und FDP reden Innenstadt schlecht: Kunden sind längst zurück

Als einen „Schwarzen Tag“ für die Bonner Innenstadt kritisiert der ADFC die Entscheidung des Stadtrates, wieder mehr Durchgangsverkehr über Rathausgasse und Kaiserstraße vor den Hauptbahnhof zu leiten. „Während viele andere Städte ihre Zentren in Konkurrenz zu den schmucklosen Märkten auf der grünen Wiese aufwerten, die Aufenthaltsqualität steigern und den Autoverkehr reduzieren, tun CDU und FDP in Bonn genau das Gegenteil“, kritisiert der Verkehrspolitische Sprecher des ADFC in Bonn, Werner Böttcher. „Es ist eine Fakenews, dass die Innenstadt von Autofahrern nicht oder schlecht erreichbar ist. Alle Parkhäuser sind gut erreichbar“, so Böttcher. „Was es dem Handel bringen soll, dass jetzt Busbahnhof und Hauptbahnhof wieder von Autoverkehr umströmt werden und Busse in der Rathausgasse im Stau stehen, haben weder IHK und Einzelhandelsverband, noch CDU und FDP schlüssig erklärt.“

Wie falsch die Ratsmehrheit liegt, zeigen auch aktuelle Zahlen zu den Besucherströmen. So sind in der Bonner Innenstadt seit Mitte Mai fast wieder so viele Besucher unterwegs wie vor der Coronapandemie. Dass trotzdem die Umsätze niedriger sind, habe nichts mit dem Autoverkehr zu tun, sondern mit den Einschränkungen, unter denen der Handel leidet, wie Zugangsbeschränkungen und Maskenpflicht in den Läden, die einen Teil der Kunden vom Einkaufsbummel abhält. Nach Aussage des Kölner Instituts für Handelsforschung ist die Maskenpflicht der Hauptgrund für die Kaufzurückhaltung. Die Kunden beschränkten ihre Einkäufe auf das Nötigste. Der Kölner Einzelhandelsverband verweist zudem auf die fehlenden internationalen Touristen, was zu Umsatzrückgängen führe. Ähnlich sei das in Bonn, so der ADFC. „Das alles zeigt: Umsatzrückgänge haben nichts mit Autofahrern zu tun, die nicht über Rathausgasse und Hauptbahnhof fahren können, sondern mit Corona, Online-Handel, den fortdauernden Einschränkungen für den Handel und dem fehlenden Städtetourismus. Darum sollten sich IHK und Einzelhandelsverband kümmern und nicht mit Fakenews hantieren. Ihren eigenen Mitglieder erweisen sie so einen Bärendienst“, so der stv. ADFC-Vorsitzende Bernhard Meier. „Mit den jetzigen Weichenstellungen machen sich CDU und FDP, IHK und Einzelhandelsverband zum Totengräber der Bonner City.“

Der Vorschlag der FDP, Haltebuchten vor dem Hauptbahnhof einzurichten, hält der ADFC für einen Schildbürgerstreich. „Erst lässt der gleiche Stadtrat den Parkplatz am Bonner Loch bebauen, um jetzt fehlende Parkplätze für Bahnnutzer zu beklagen. Dabei wurde ein nagelneues Parkhaus an Gleis 1 gebaut, das sogar einen direkten Zugang zu den Gleisen über eine eigene Brücke bekommt. Besser kann man Fahrgäste nicht am Bahnhof absetzen“, so Böttcher. Zudem wird es nach dem Umbau der Verkehrsflächen vor dem Hauptbahnhof keinen Platz für zusätzliche Parkplätze geben. „Das Gestaltungskonzept hat der Rat selbst beschlossen. Das sollten auch CDU und FDP wissen.“


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