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ADFC: Die Wähler werden über die Rolle rückwärts der CDU entscheiden

05.06.20
Kategorie: Verkehrspolitik

CDU will noch mehr Verkehr vor dem Hauptbahnhof © Axel Mörer


CDU-Vorschlag zur Rathausgasse: Busse im Stau, Radfahrer in Gefahr – Autos statt Bahnhofsvorplatz – Auto-Barriere zu Rhein und Hofgarten

Der ADFC, mit 6200 Mitgliedern einer der größten Verkehrsclubs der Region, fordert alle Ratsmitglieder auf, den rein autofixierten Vorschlägen der CDU zum Bonner Cityring nicht zu folgen. Wer jetzt wieder Durchgangsverkehr in die Rathausgasse und vor den Hauptbahnhof schicke, verspiele die jetzt gewonnenen Möglichkeiten, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen. „Autos statt Bahnhofsvorplatz, Autos statt Cafés in der Rathausgasse, Autos statt Flanieren zum Rhein oder zum Hofgarten: So sieht das Zukunftskonzept der CDU für die Zukunft der Innenstadt aus“, kritisiert der Verkehrspolitische Sprecher des ADFC für Bonn, Werner Böttcher.

„Es ist völlig unverständlich, wie die CDU mit der Fake-News, der Hauptbahnhof sei mit dem Auto nicht erreichbar, Autopolitik betreibt“, so Böttcher. Ausgerechnet am Hauptbahnhof und Busbahnhof, wo Bus- und Bahnfahrer, Fußgänger und Radfahrer die mit Abstand größte Nutzergruppe darstellen, wolle die CDU weiterhin den größten Verkehrsraum für das Auto reservieren. „Nach der Öffnung des neuen Parkhauses direkt an Gleis 1 war es noch nie so einfach, den Hauptbahnhof mit dem Auto zu erreichen“, so Böttcher. „Dafür muss man nicht einmal am Bahnhof vorbeifahren, sondern kann Fahrgäste direkt am Gleis absetzen. Gibt es etwas Besseres?“, fragt Böttcher.

Als gefährlich stuft der ADFC ein, dass wieder Durchgangsverkehr durch Rathausgasse, Am Hof, Wesselstraße und Maximilianstraße fahren soll. „Eine Fahrbahn sollen sich Busse, Autos und Radfahrer teilen. Das Chaos ist vorprogrammiert“, so Böttcher. „Busse werden im Autostau nicht vorankommen, Radfahrer ständig überholt werden. Geradezu paradox klingt es, wenn man den Radfahrern dann als "Trostpflaster" die Beibehaltung der neu eingeführten Radspur anbietet. Auch in der Kaiserstraße wird durch den erneut zunehmenden Kfz-Verkehr die dort stetig wachsende Zahl der Radfahrer gefährdet und gleichzeitig der ÖPNV-Fluss behindert. Das ist kein Zukunftskonzept, sondern eine Rückkehr zur Verkehrspolitik der 70er Jahre.“

Das Signal der CDU an Öffentlichkeit und Verwaltung ist aus Sicht des ADFC katastrophal. „Die CDU macht sich mit diesem Schnellschuss unglaubwürdig als verlässlicher Partner“, so Böttcher. Und es sei auch eine Fake-News der CDU, dass sich die jetzige Verkehrsregelung nicht bewährt habe. „Im Gegenteil, es war nie so einfach, in der Innenstadt mobil zu sein, ganz egal, mit welchem Verkehrsmittel“, so Böttcher. Immerhin habe der Wähler schon bald die Möglichkeit zu zeigen, was er von der Rolle rückwärts der CDU hält.


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