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ADFC: Coronaabstände auf der Viktoriabrücke lassen sich nicht einhalten

15.04.20
Kategorie: Verkehrspolitik

Viktoriabrücke © Satu Ulvi


Stadt Bonn lehnt Freigabe der Fahrbahn für Radfahrer ab

Das Tiefbauamt der Stadt Bonn hat den Vorschlag des ADFC abgelehnt, während der Coronakrise die Fahrbahnen auf der Viktoriabrücke für den Radverkehr freizugeben. Der ADFC hält das für notwendig, weil auf dem schmalen Geh- und Radweg neben der Fahrbahn das Abstandsgebot nicht mehr eingehalten werden kann. Da der Autoverkehr stark zurückgegangen ist, während Rad- und Fußverkehr zugenommen haben, sei diese Maßnahme sinnvoll. Abstände von mindestens anderthalb Metern seien auf der Viktoriabrücke oft nicht möglich, so Werner Böttcher, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC in Bonn. „Eine solche geringfügige Beeinträchtigung des Kfz-Verkehrs bis zur bereits angekündigten Vollsperrung am 19. Juni erscheint uns mit Blick auf das zu reduzierende Infektionsrisiko für Fußgänger und Radfahrer angemessen.“

Peter Esch, Leiter des Tiefbauamtes, hat den Vorschlag des ADFC am Mittwoch in einem Schreiben abgelehnt. Zwar räumt Esch ein, dass „es mitunter schwierig sein kann, auf dem Gehweg der Viktoriabrücke die im Hinblick auf mögliche Infektionen mit dem Corona-Virus empfohlenen Sicherheitsabstände einzuhalten“. Doch das Fahren auf der Straße stuft Esch für Radfahrer als noch gefährlicher ein. „Wir hatten seinerzeit schweren Herzens die Sperrung der Fahrbahn für den Radverkehr erlassen, da es immer wieder zu erheblichen Gefährdungen der Radfahrerinnen und Radfahrer durch Fahrzeuge kam, zum einen durch dichtestes Auffahren, zum anderen auch durch Überholvorgänge mit seitlichem Abdrängen von Fahrrädern“, schreibt Esch. „Eine Freigabe der Fahrbahn für den Radverkehr lässt erwarten, dass sich diese Gefährdungslage erneut einstellen wird, möglicherweise sogar noch verstärkt, denn eine geringe MIV-Dichte dürfte Überholvorgänge noch provozieren, einmal ganz abgesehen von Gefahren, die das höhere Geschwindigkeitsniveau birgt, welches derzeit aufgrund der geringeren Verkehrsdichte durchweg festzustellen ist.“ Bei dieser Entscheidung gehe es der Stadt „allein um die Sicherheit des Radverkehrs“, so Esch. „Eben diese sehe ich durch die vorgeschlagene Aufhebung des Verbots stärker gefährdet als bei einer Nutzung des Gehwegs.“


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