Eingeklemmt am Bahnradweg

Fast alle Umlaufsperren sind zu eng gestellt
Foto: Sebastian Gocht
Es geht auch anders: Akzeptable Durchfahrbreite bei nur einer von zehn Sperren
Foto: Sebastian Gocht

 

Zentrale Verbindung kann von Menschen mit Behinderungen kaum genutzt werden

Seit einigen Jahren gibt es nun schon den Bahnradweg auf der alten Trasse der Aggertalbahn von Siegburg nach Lohmar; diese wurde früher auch „Luhmer Grietche“ genannt. Der Alleenradweg führt von der Innenstadt an den nördlichen Stadtrand und weiter durch den Wald nach Loh­mar. Er wurde in den letzten Jahren immer weiter aufwändig ausgebaut und wird von der radelnden wie laufenden Bevölkerung sehr gut angenommen.

Da dieser Weg - außer an den Straßenquerungen - frei vom motorisierten Verkehr ist und eine bequeme Breite vom 3 m aufweist, wäre er auch ein ideales Angebot für Menschen mit Behinderungen bzw. ihre Betreuer, die dort sicher und entspannt mit ihren Spezialrädern fahren könnten. Wenn …, ja wenn nicht die ärgerlichen Umlaufsperren an allen Straßenquerungen wären! Diese schließen Fahrer von Tandems oder Dreirädern faktisch von der Benutzung aus, da sie diese Hindernisse kaum passieren können. Entweder werden sie von den zu eng gestellten Sperren eingeklemmt, bleiben dort hängen oder müssen über einen zu weit innen liegenden Bordstein hoppeln (s. Foto). Sicher ist das nicht, Freude kommt dabei auch nicht auf, so dass diese Fahrer den Weg lieber meiden. Sie haben nichts von der Investition unserer Steuergelder und mit Inklusion hat das auch nichts zu tun.

Im Herbst letzten Jahres keimte Hoffnung auf, als die Stadtverwaltung bei einem Ortstermin in Aussicht stellte, die Sperren behindertengerecht umzubauen. Kurzfristig geschah das auch bei einer Sperre in sehr akzeptabler Weise (s. Foto). Aber seitdem?? Still ruht der See. Weitere Sperren wurden trotz mehrmaligem Nachfragen dann doch nicht umgebaut. Es war wohl mal ein Mopedfahrer auf dem Radweg gesichtet worden.

Bei einem Pressetermin im letzten September hat der ADFC Siegburg den örtlichen Pressevertretern die Situation sehr deutlich vor Augen geführt. Die großen lokalen Zeitungen haben ausführlich berichtet.

Der ADFC plädiert weiter entschieden dafür, auch die übrigen neun Umlaufsperren umzubauen, so dass Menschen mit Behinderungen den eigentlich komfortablen Bahnradweg auf seiner ganzen Länge ohne Hindernisse nutzen können. Inklusion ist kein freiwilliges Angebot oder „nice to have“; durch die auch in Deutschland gültige UN-Behindertenrechts­kon­ven­tion und das Behindertengleichstellungsgesetz ist die Inklusion rechtlich verankert. Sie ist somit auch von der Stadt Siegburg umzusetzen, wozu sich Rat und Verwaltung ja auch bekannt haben.

 

 

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