Radfahren

Pedelec-Probefahrt mit dem Carver E-Bike

20.11.12

Das Carver E-Bike Balance 100 Pedelec ist mit dem Bosch-Tretlagerantrieb ausgestattet. Das Testrad hatte nicht die angekündigte Nexus 8-Gang-Schaltung, sondern war mit der Alfine 11-Gang Nabenschaltung ausgestattet.

Ziel der Erprobung war ein Test der verschiedenen Unterstützungsmodi des Bosch-Antriebs, besonders beim Anfahren am Berg. Einige Tester bemängeln die variantenreichen Einstellungsmöglichkeiten der elektrischen Unterstützung beim Bosch-Antrieb. Ist das ein Nachteil?

Bosch bietet vier verschiedene Profile zur Auswahl: Eco: Energiesparmodus für maximale Effizienz und Reichweite. Tour: Für längere Touren, Unterstützung besonders am Berg. Sport: Für kraftvolle Unterstützung, besonders beim Anfahren. Speed: Direkte, maximale Unterstützung bis in höchste Trittfrequenzen.

Jeder Modus kann in drei Stufen eingestellt werden. So lässt sich die elektrische Unterstützung zwischen 30% der aufgewendeten Muskelkraft (Eco 1) und 250% (Speed 3) fein regulieren. Entsprechend variiert die (theoretische) Reichweite zwischen 60 km (Speed 3) und 145 km (Eco 1).

Alle Einstellungen können während der Fahrt sehr einfach am Display verändert werden. Die Stufe "0" schaltet in jedem Modus die elektrische Unterstützung ab.

Auf der Erzbahntrasse war es problemlos möglich, mit 25 km/h als Dauergeschwindigkeit zu fahren. Erreicht man die maximale unterstützte Geschwindigkeit, regelt der Motor unauffällig herunter und schaltet dann ganz ab. Dieser Übergang ist gut gelöst. Es gibt kein unvermitteltes, störendes Ein- und Abschalten des Antriebs. Das Motorgeräusch ist vom Unterstützungsgrad abhängig hörbar, insgesamt aber leise. Vibrationen im Antrieb sind kaum zu spüren.

Die vier Unterstützungsprofile unterscheiden sich deutlich voneinander. In den energiesparenden Profilen Eco und Tour tritt die Motorkraft nie in den Vordergrund. Das Anfahren am Berg gelingt hier nur mit dem passenden Gang. Dabei ist es sehr angenehm, dass die Nabenschaltung auch im Stand zu schalten ist und der passende Gang jederzeit zur Verfügung steht. Die Alfine harmoniert sehr gut mit dem Elektroantrieb.

Die Profile Sport und Speed verschieben die Antriebsenergie deutlich von der Muskelkraft auf die elektrische Energie - zu Lasten der erzielbaren Reichweite. Damit ist beeindruckendes Beschleunigen aus dem Stand bis etwa 25 km/h möglich. Im Modus Speed 3 wird man mehr gefahren, als das man selbst arbeitet. Andererseits ist es auch mit geringer Unterstützung sehr komfortabel möglich, im weitgehend flachen Gelände 25 km/h als Dauergeschwindigkeit zu fahren. Bei Steigungen hilft die fein abgestufete Nabenschaltung.

Wer selbst verschiedene Antriebssysteme zur Probe fahren möchte, hat Sonn- und Feiertags bei schönem Wetter auf der Erzbahntrasse Gelegenheit dazu. Die Firma Fahrrad-XXL Meinhövel aus Gelsenkirchen hat einen Servicestand am Einmannbunker am Abzweig Zollverein und bringt immer eine Auswahl verschiedener Pedelecs mit unterschiedlichen Antriebssystemen für kostenlose und unverbindliche Probefahrten mit.

Für einen aussagekräftigen Test empfiehlt sich eine Fahrt von der Pfeilerbrücke zur Zeche Hannover und zurück. Die Steigungen beiderseits der Hüller-Bach-Straße sind bestens geeignet, Stärken und Schwächen des Antriebs zu offenbaren, besonders beim Anfahren am Berg. Die Fahrt auf der asphaltierten, leicht hügeligen Erzbahntrasse vermittelt perfektes Pedelec-Feeling.


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