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Wittener Straße: zeigt frei atmen! - Artikel Wirkung?

23.09.12
Kategorie: Bochum, Verkehrspolitik

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War es der Artikel im frei atmen! oder doch eine Folgewirkung diverser privater Anzeigen gegen Halter (Rad-)verkehrsgefährdend geparkter PKWs? – man weiß es nicht…

Am heftigsten Kritikpunkt des Artikels hat die Stadt Bochum tatsächlich nachgebessert.


Zwischen Stadtarchiv und der Einfahrt zu BP/Aral ist der Randstreifen neben dem Radstreifen durch einen Baum und eine Hecke so schmal, dass kein parkendes Auto drauf passt. Was rücksichtlose Autofahrer natürlich nicht davon abgehalten hat, dort zu parken und somit die Hälfte bis 2/3 des Radstreifens mit zu belegen. Und dies zwang die Radler, auf die Straße einzuschwenken, was hier besonders gefährlich war, da man sich aufgrund der leichten Rechtskurve außerhalb des Einsichtsbereichs von hinten herannahender Autos befindet.

Zu unserer Überraschung standen hier am 10.07. doch tatsächlich 5 Poller, die das verkehrsgefährdende Parken künftig verhindern. Leider war unsere Freude nur kurzfristig, denn beim Blick in die uns vorliegende, ursprüngliche Beschlussvorlage der Verwaltung stellten wir fest, dass dies von Anfang an so geplant war!!! Und zwar mit der von den Planern gleich mitgelieferten Begründung (im Worlaut...):

„Im Bereich vor dem BP/ARAL-Gebäude kann dem Radfahrer nur ein Schutzstreifen von 1.30 m Breite [der nach Baufertigstellung vorliegende Streifen ist lediglich 1,20 m breit - Anm. der Redaktion] angeboten werden, allerdings bei ausreichender Breite der benachbarten MIV-Spur. Daher muss dort auf ca. 40 m Länge das Parken auf dem Seitenstreifen künftig aufgehoben werden, da der Sicherheitsabstand nicht hergestellt werden kann.“.

Die Absperrung sollte also nicht nur für den beschriebenen Bereich, sondern schon ab der Einmündung der Akademiestraße gelten, wo die Rechtskurve und die Gefahr beginnt, mit einer sich plötzlich öffnenden Autotür zu kollidieren.

Der ADFC hat also flugs einen Bürgerantrag gestellt, wie in den Plänen vorgesehen, das Parken auf dem gesamten Bereich durch Poller zu verhindern, um so endlich diese permanente Gefahrenstelle auszuschalten. Die Begründung haben die Planer ja netterweise gleich mitgeliefert…

Dieser Antrag wurde aber mit folgender Begründung abgelehnt: „Es gibt keine Möglichkeit, aus diesen Fördertöpfen [mit denen die Fahrbahnerneuerung und die Haltestellen finanziert wurden] die Abpollerung des Parkstreifens zu finanzieren. Daher ist vorgesehen, dies mit Unterhaltungsmitteln im laufenden Geschäft der Verwaltung zu realisieren, sobald personelle und finanzielle Ressourcen frei sind.“

Der Verwaltung das Gefährdungpotential durchaus bewußt , wie ein weiteres Zitat zeigt:

„Die dichte Führung entlang der Parkstreifen ohne jeglichen Sicherheitsraum eröffnet ein enormes Konflikt- und Unfallpotential für den Radfahrer. Diesem wird durch ‚seinen‘ Streifen eine Sicherheit vorgegaukelt, die er definitiv nicht hat. Polizei und Straßenverkehrsamt schätzen die Situation genauso ein.“

Verwaltung und Polizei nehmen also ganz bewußt eine lebensgefährliche Situation für die Radfahrer auf unbestimmte Zeit billigend in Kauf.

 Dies kann und wird der ADFC nicht akzeptieren und den Fall vor den Beschwerdeausschuss bringen, um eine sofortige Behebung des „enormen Konflikt- und Unfallpotentials“ zu verlangen.  Bei akuter Lebensgefahr sollte sich im knappen Säckel der Stadt Bochum ein paar Euro für Poller und Montage derselben finden...

GB

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