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Torschlusspanik am Harpener Hellweg.

13.05.16
Kategorie: Bochum, Aktuelles, Verkehrsplanung

Richtung Kornharpen. Anfang.



Richtung Kornharpen. Ende.



Richtung Bochum. Ende.


Am 23. Mai 2016 kommt die große Kommission von Verkehrsministerium und AGFS nach Bochum, um über die Bochumer AGFS-Bewerbung zu entscheiden. Punktgenau werden noch schnell ein paar Maßnahmen fertig gestellt, die Bochums Fahrradfreundlichkeit beweisen sollen.

Nach jahrelangem Vorlauf wurden am 13. Mai auf 700 Metern Harpener Hellweg Radfahrstreifen in Richtung Kirchharpen und Richtung Bochum markiert.

Während Politik und Verwaltung unisono betonen, die wichtigste Aufgabe im sogenannten Radverkehrsnetz der Stadt Bochum seien die Lückenschlüsse, entstehen in Wirklichkeit mit jeder Maßnahme neue Lücken.

Das ist so zuletzt geschehen auf dem Werner Hellweg und geschieht genauso auf dem Harpener Hellweg. In Richtung Kirchharpen bleiben vor dem neuen Radfahrstreifen die höchst problematischen Kreuzungen mit Sheffieldring und A40 unverändert. Ebenso die auf den Radfahrstreifen folgende Engstelle im Zentrum von Kirchharpen.

Mindestens drei der Anfangs- und Endstücke der Radfahrstreifen sind verkehrsgefährdend und damit ungenügend ausgeführt.

In Richtung Kirchharpen endet der rechte Fahrstreifen unmittelbar an dem beginnenden Radfahrstreifen (siehe Bild). Konflikte sind vorprogrammiert. Das Ende des Radfahrstreifens liegt am Ende der breit ausgebauten Strecke in einer schelcht einsehbaren Rechtskurve (siehe Bild). Auch hier sind Konflikte vorprogrammiert.

In Richtung Bochum endet der Radfahrstreifen unmittelbar vor der Rechtsabbiegespur zum Geisental.

Die ERA nennen als obersten Grundsatz der Radverkehrsführung in Kreuzungen:
"Knotenpunkte müssen aus allen Knotenpunktzufahrten rechtzeitig erkennbar, begreifbar, übersichtlich sowie gut und sicher befahrbar bzw. begehbar sein."

Die ERA nennen nur ganz wenige Punkte, die als absolut unvertretbar gelten. Einer davon: "Durchgehende Fahrstreifen, die unmittelbar in Rechtsabbiegestreifen übergehen und den Radverkehr zum ungesicherten Wechsel auf den links angrenzenden Fahrstreifen zwingen."

Genau so baut die Stadt Bochum im Jahr 2016 am Harpener Hellweg den neuen Radfahrstreifen. Am Ende des Radfahrstreifens ist der Radfahrer zum unmittelbaren, ungesicherten Wechsel auf den links gelegenen Fahrstreifen gezwungen. Ein grober und verkehrsgefährdender handwerklicher Fehler. Das hat Klippschulniveau. Wahrscheinlich haben die Fachleute der Verwaltung die ERA auch sechs Jahre nach der Veröffentlichung noch immer nicht gelesen - geschweige denn verstanden.

Fahrradfreundlich geht anders. Dazu bräuchte es Kompetenz, Initiative und Engagement.


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