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Radaktionswoche mit einer Überraschung gestartet: Ankündigung einer sinnvollen Planung für die Königsallee

23.09.19
Kategorie: Bochum, Aktionen, Aktuelles

ADFC-Stand



Oberbürgermeister Eiskirch mit Radwendeteilnehmern



Radwendedemo Boulevard



OB Eiskirch erklärt das Konzept



Skizze zur Neuplanung der Königsallee



Fridays for Future Klimastreiktag



Groß und Klein für die Radwende


Der Informationsstand am Kuhhirten, am Samstag, 21. September, zog viele Fahrradinteressierte an. Informationen, Diskussionen und Fahrradcodierung waren die Angebote. Um 12:00 Uhr startete die kleine Exkursion durch die Innenstadt, um 14:00 Uhr hatte die Radwende zur großen Demonstration für bessere Fahrradverkehrsanlagen aufgerufen und mehr als 500 Fahrradfahrende nahmen teil. Der Oberbürgermeister hatte sich angemeldet, um dem ADFC zum 30 jährigen Jubiläum zu gratulieren und hatte bereits im Vorfeld ein Geschenk versprochen. Die Fahrraddemo wurde daraufhin passend über den Boulevard am Aktionsstand vorbei geleitet, auch um Herrn Eiskirch die Forderungen der Radwende noch einmal nahezubringen.

 

OB Thomas Eiskirch, nahm den Aktionstag des ADFC Bochums zu seinem 30 jährigen Jubiläum zum Anlass, hier das Umdenken der Stadt bezüglich Königsallee öffentlich zu machen. Er präsentierte ein neues Planungskonzept mit eigenständigem Radfahrstreifen auf beiden Seiten der Königsallee.

 

Zwischen dem ehemaligen Bominhaus (Wohlfahrtstraße) und der Arnikastraße soll der Querschnitt der Königsallee neu aufgeteilt werden: Für Fußgänger steht ein 2 Meter breiter Gehweg zur Verfügung, sowie zwischen Wasser- und Arnikastraße eine zum Flanieren und Verweilen aufgewerteter Mittelstreifen. Daneben findet sich auf der Fahrbahn ein 2 Meter breiter Radfahrstreifen. Es bleibt bei zwei Fahrspuren für den motorisierten Verkehr, allerdings werden sie schmaler, der linken Spur verbleiben statt 3,25m dann nur noch 2,50m.

 

Der OB wies darauf hin, dass dieses Konzept Grundlage für die weitere Planung sei, sie dokumentiere die grundsätzliche Erkenntnisse der Stadt, die man aus den Gesprächen mit den Bürgern (Bürgerversammlung) und anderen beteiligten Gruppen gewonnen hätte. Der ADFC hatte seine Kritik an der alten Planung, Radfahrer und Fußgänger auf einen gemeinsamen Geh- und Radweg zu packen, auch sehr deutlich gemacht.

 

Bei der Umsetzung dieser grundsätzlichen Entscheidung sind noch viele Details zu lösen. Gibt es eine Möglichkeit, den Radfahrstreifen merklich von der Fahrbahn abzutrennen? Wie wird das Problem mit dem Parkverkehr zwischen Wohlfahrtstraße und Wasserstraße gelöst? Lässt sich die Springorumtrasse besser an die Königsallee anbinden?

 

Der ADFC Bochum begrüßt ausdrücklich die Absicht der Stadt, bei einer Neugestaltung der Königsallee den Radfahrenden einen eigenen fahrbahnseitigen Radfahrstreifen zur Verfügung zu stellen. Zusammen mit den bereits bekannten Planungen für die Castroper und Hattinger Straße, den Überlegungen für die Alleestraße, sowie der Aussage des OB’s, „die nächsten Jahre nutzen (zu) müssen, den Radverkehr auch auf den Ring zu bekommen“ zeigt sich hier ein Verständnis von Radverkehr, das für Bochum Neuland ist.

 

Bei allem Optimismus muss man sich zwei Dinge klarmachen: zum einen braucht es einige Jahre, alle genannten Radialstraßen fahrradfreundlich umzubauen und das für Ende 2020 erwartete Möbilitätskonzept für die Innenstadt umzusetzen; zum anderen gilt die alte Weisheit: Die Praxis ist der Prüfstein der Wahrheit. Der ADFC kann in diesem Sinne ein kompetenter und kritischer Partner sein. Nicht nur freitags – aber auch freitags!

Bernhard Raeder

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