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Oskar-Hoffmann-Straße: Radfahrstreifen? Nicht mal geschenkt!

23.06.12
Kategorie: Verkehrspolitik

Parkplatz Oskar-Hoffmann-Straße



Am liebsten außerhalb der Markierungen



Dann bleibt Platz für Fahrräder



Schön den Gehweg frei lassen




Eine Förderung des Straßenausbaus mit Zuschussmitteln von Bund- und Land wäre nur durch eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, z.B. durch Anlegen von Radfahrstreifen, möglich: Nein, danke - sagt Bochum.

Zur Oskar-Hoffmann-Straße gibt es eine höchst bemerkenswerte Vorlage der Verwaltung. Ein Bürger hatte angeregt, die Oskar-Hoffmann-Straße auch gleich noch von der Universitätsstraße bis zum Steinring zu sanieren. Diese 300 Meter Straße sind in der Tat in keinem guten Zustand. Dort macht das Auto fahren keinen Spaß, das Rad fahren aber erst recht nicht. Die Verwaltung hat auf diese Anregung mit einer vielsagenden Stellungnahme geantwortet, die ich deshalb hier wörtlich zitieren möchte:

„Der 320 m lange Abschnitt der Oskar-Hoffmann-Straße von der Universitätsstraße bis zum Steinring hat im Querschnitt eine 7,5m breite Fahrbahn und beidseitig einen 2,5 m bis 3 m breiten Gehweg.
...
Eine Förderung des Straßenausbaus mit Zuschussmitteln von Bund- und Land ist nur durch eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, z.B. durch Anlegen von Radfahrstreifen, möglich. Hierbei würden aber zum großen Teil die Parkmöglichkeiten am Straßenrand entfallen. Dieses ist in diesem Straßenabschnitt daher nicht sinnvoll. Folglich ist eine Finanzierung nur durch Eigenmittel der Stadt Bochum, im Rahmen des Um- und Ausbauprogramms von Straßen, möglich.“

Die Stadt hat aber kein Geld, was von der Verwaltung immer wieder als Argument gegen erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation des Radverkehrs angeführt wird.

Kurz gefasst sagt die Verwaltung:
Eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in diesem Straßenabschnitt ist möglich und würde sogar mit Geldern des Bundes und des Landes gefördert! Die Verwaltung lehnt das ab.

Die Parkmöglichkeiten am Straßenrand sind wichtiger als die Leistungsfähigkeit der Straße, wichtiger als eine verbesserung der Verkehrsverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer, von den Fußgängern über die Radfahrer bis zu den Autofahrern. Selbst wenn die Stadt Bochum noch dafür bezahlt würde, in die Verbesserung der Straße zu investieren: Bochum lehnt ab.

Mit anderen Worten: Das Parken von Autos auf Gehwegen und Fahrbahnen hat in Bochum unbedingten Vorrang vor vor allem anderen. Die sonst immer von der Verwaltung gegen Maßnahmen zugunsten des Radverkehrs hochgehaltene „Leistungsfähigkeit“ der Straßen wird also von der Verwaltung schlicht und einfach durch die Zahl der Parkmöglichkeiten im Straßenraum definiert. Ob man auf der Straße noch fahren kann, spielt keine Rolle.

Selbst wenn die hoch verschuldete Stadt Bochum mit ihrem Nothaushalt für den fahrradfreundlichen Ausbau Zuschüsse von Bund- und Land bekommt - wegen des Vorrangs für parkende Autos lehnt Bochum das Geld ab. Bochum zementiert lieber hartnäckig die Behinderung und Gefährdung des Verkehrs, nur um ein paar Parkplätze im Fahrbahnraum zu erhalten!

Von den Parkmöglichkeiten in diesem Bereich bliebe ein großer Teil auch nach der Anlage von Radfahrstreifen erhalten. Ein anderer Teil ist heute bereits illegal und verkehrsgefährdend. Der Rest, der möglicherweise wegfallen würde, wird in keiner Weise bewirtschaftet: Es gibt keine zeitlichen Beschränkungen, keine Gebühren, kein Anwophnerparken. Mit anderen Worten: diese Parkmöglichkeiten gehören zur untersten Kategorie.

Will diese Stadt sich wirklich um die Aufnahme in die AGFS bewerben?

Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden hat in seiner Sitzung am 24.04.2012 den folgenden Beschluss gefasst:

„Der vorgeschlagenen Anregung des Herrn Dr. Guido Hartung zur Sanierung der Oskar-Hoffmann-Straße im Abschnitt von der Universitätsstraße bis zum Steinring wird insoweit entsprochen, dass die Verwaltung die Sanierung der Straße plant und dem Ausschuss für Umwelt, Ordnung Sicherheit und Verkehr zum Beschluss vorlegen wird.
In der Zwischenzeit sind schnellstmöglich provisorische Maßnahmen zu einer optischen Verbesserung bzw. Gestaltung der Straße einzuleiten.“

Die besondere Sorge des Ausschusses galt in eingehender Diskussion der optischen Verbesserung der Hochbeete und Baumeinfassungen.

Nachlesen kann man die Anregung, die Beschlussvorlage 20120834 und das Ergebnis im Ratsinformationssystem.

Anregungen und Beschwerden bitte an das Büro für Bürgerbeteiligung der Stadt Bochum (BBB(..at..)bochum.de). Kostenlose Rufnummer: 0800-4477700.


Weitere Informationen

Weitere Seiten zum Thema:
 Oskar-Hoffmann-Straße: Hauptsache Parkplätze - 02.12.2012

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