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Kommentar zum neuen Radfahrstreifen auf der Berliner Straße in Wattenscheid

01.11.19
Kategorie: Bochum, Verkehrspolitik, Aktuelles

Berliner Straße



Essener Straße


Am 10.10.2019 berichtete die WAZ-Online über den neuen Radfahrstreifen auf der Berliner Straße (beginnend Wattenscheider Hellweg in Fahrtrichtung WAT-City bis fast zur Einmündung Schlaraffiastraße) und wählt als Überschrift "Neuer Radweg auf der Beliner Straße bringt mehr Sicherheit".

Der ADFC-Bochum beglückwünscht die Stadt Bochum zu diesem Entschluss und der schnellen Umsetzung. Es ist zu hoffen, dass auch in Gegenrichtung schnell mit den Markierungsarbeiten begonnen wird (wobei die beginnende kalte Jahreszeit dies wahrscheinlich verhindern wird) und auch die erforderliche Überarbeitung der Kreuzung Berliner Str. / Wattenscheider Hellweg / Zeppelindamm in Bälde erfolgt.

Ebenfalls sollten weitere Streckenabschnitte zwischen Gelsenkirchen und Hattingen (die Strecke Ückendorfer Str., Berliner Str., Zeppelindamm und Munscheider Damm stellen eine direkte und schnelle Alltagsradwegeverbindung dar) schnell „in Angriff genommen werden“.

Kleinere Anpassungen und Korrekturen sind zwar noch am Ende dieses Radfahrstreifens zu erledigen (Überleitung auf Geh-/Radweg – fehlende Verkehrszeichen-, Austausch der Ampelstreuscheiben), aber dies wird wohl (hoffentlich) recht schnell geschehen. Darüber hinaus sollten die Verkehrssicherheitsbehörden überlegen, ob dieser Radfahrstreifen nicht auch für Mofas und S-Pedelecs freigegeben werden kann. Momentan müssten diese Verkehrsbeteiligungen auf der Fahrbahn fahren, was bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 70 Km/H nicht ungefährlich ist.

Apropos 70 Km/H: Auch das ist bemerkenswert! Offensichtlich hat sich die Stadt Bochum von der Rechtsmeinung getrennt, dass Radfahrstreifen neben Fahrbahnen mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 Km/H nicht statthaft seien. Dies wurde zumindest u.a. bisher immer angeführt, wenn die Diskussion (Anlage Radfahrstreifen Ja/Nein?) sich um die Essener Str. "drehte".

Dass es sich bei der Essener Straße um einen Abschnitt innerhalb geschlossener Ortschaften handelt, während sich die Berliner Straße in dem o.g. Bereich „außerhalb geschlossener Ortschaften“ befindet dürfte ganz bestimmt kein Hinderungsgrund sein, schnellstmöglich auf dieser direkten Verbindung zwischen BO-Zentrum, Höntrop und weiter bis zur Stadtgrenze Radfahrstreifen in vielen Streckenabschnitten zu markieren.

Zudem dürfte die Verkehrsdichte auf dieser Strecke nach unserem Ermessen kein Hinderungsgrund sein, Radfahrstreifen (teilweise wären auch sog. „Protected Lanes“ bestimmt möglich) unter Wegfall einer von zwei Fahrspuren je Richtung einzurichten!

Ralf Böhm

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