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Hauptstraße Bochum-Langendreer

23.06.12
Kategorie: Verkehrspolitik

Neues Profil der B235 in Dortmund: Mit Radfahrstreifen.



Oben Bochum, unten Dortmund: „Völlig anders geartet.“


Die B235 heißt in Bochum Hauptstraße, in Dortmund Provinzialstraße. Dortmund ist gerade dabei, diese Straße fahrradfreundlich umzukrempeln.

Die B235 heißt in Bochum Hauptstraße, in Dortmund Provinzialstraße und in Castrop-Rauxel Bochumer Straße. Drei Namen, aber eine Straße und drei Städte.

Dortmund ist gerade dabei, diese Straße umzukrempeln. Der erste Bauabschnitt, beginnend an der Stadtgrenze Castrop ist bereits fertiggestellt, der zweite im Bau. Der ADFC Bochum hat nun bei der Stadt Bochum einen Antrag eingereicht:

Die Stadt Bochum baut bzw. markiert die Hauptstraße analog zu dem gerade laufenden Bauvorhaben der Stadt Dortmund so um, dass Radfahrstreifen auf der Fahrbahn angelegt werden können.

Auf diese Weise würde eine durchgehende Radverkehrsverbindung von Castrop-Rauxel bis Bochum hergestellt, die Radfahrern ebenso gute Bedingungen bietet, wie Autofahrer das gewohnt sind.

Die Verwaltung hat jetzt zu diesem Antrag eine Beschlussvorlage (Nr. 20121054) erstellt. Die Vorlage empfiehlt die Ablehnung des Antrags mit folgender Begründung:

Ein Umbau analog zur Dortmunder Baumaßnahme ist aufgrund der auf Bochumer Stadtgebiet völlig anders gearteten Randbedingungen - wenn überhaupt - nur mit großem finanziellem Aufwand zu realisieren. Dies ist aufgrund der Haushaltslage langfristig nicht möglich.
Um Radfahrstreifen auf der Hauptstraße anbieten zu können, müsste das Parken am Fahrbahnrand zumindest einseitig aufgegeben werden, um die erforderlichen Querschnittsbreiten realisieren zu können. Dies ist aufgrund des Parkdrucks in diesem Abschnitt nicht durchzuhalten.

Auf dem Foto ist leicht zu erkennen, wie unterschiedlich die Randbedingungen in Bochum und Dotrmund tatsächlich sind (oben: Dortmund, unten: Bochum, fotografiert auf der Stadtgrenze).
Der einzige Unterschied, der mit bloßem Auge erkennbar ist: In Bochum gibt es mehr Bäume auf den Gehwegen.

Tatsächlich aber sind die Randbedingungen in Bochum wirklich „völlig anders geartet“: Dortmund ist fahrradfreundlich, Bochum nicht. Das ist der Unterschied.

Die Verwaltung will diesen Unterschied „langfristig“ festschreiben. Und wie immer haben Parkmöglichkeiten für private PKW auf öffentlichem Grund in Bochum unbedingten Vorrang vor dem Fahrradverkehr. Die Verwaltung hat längst kapituliert. Die Politik will es so.


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