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Harpener Straße: 10 Jahre Kampf für 250 Meter Vernunft

01.12.12
Kategorie: Verkehrspolitik

April 2002: Der Radweg ist nicht erreichbar.



April 2002: Der Radweg ist unbenutzbar.



April 2002: Es gibt keine Verbindung zur Fahrbahn.



November 2012: Keine Radweg-Beschilderung mehr.



November 2012: Links kein Radweg mehr.



November 2012: Ab Blumenstraße links Freigabe.



November 2012: Ab Flurstraße links Freigabe. Neue Piktogramme.


Im November 2012 hat die Stadt Bochum die letzten Radweg-Schilder an der Harpener Straße entfernt. Damit geht ein Kampf zu Ende, der den ADFC Bochum auf der einen und Politik und Verwaltung der Stadt Bochum auf der anderen Seite mehr als zehn Jahre beschäftigte.

Dabei ging es nur um ein wenig Vernunft auf 250 Metern Straßenlänge.

2002: Der Radweg am Blumenfriedhof ist von der Fahrbahn (Harpener Straße und Lohring) aus praktisch nicht erreichbar. Die Oberfläche ist schadhaft und mit Gras und Moos überwachsen. Der Radweg ist unbenutzbar.
 
Der ADFC fordert die Aufhebung der Benutzungspflicht entsprechend der StVO. Stattdessen baut die Stadt Bochum einen neuen Radweg, der alle Mängel des alten Radweges konserviert!

2006: Der ADFC Bochum protestiert gegen diese unsinnige Maßnahme, die lediglich Geld verbrennt, ohne ein Problem zu lösen. Vertreter der Stadt Bochum versprechen bei einem Ortstermin Reparaturmaßnahmen, beharren aber auf dem verkehrsgefährdenden Radweg unter Berufung auf den maßgebenden politischen Willen. Es geschieht aber überhaupt nichts.

2008: Die Fahrbahnmarkierungen werden erneuert und machen jetzt erst recht deutlich: Der Radweg ist für Radfahrer nicht erreichbar. Gras und Moos wachsen bereits wieder auf dem Radweg und machen ihn bei Nässe besonders gefährlich.
 
Das Radwegende am Bahnübergang ist noch immer dieselbe lebensgefährliche Katastrophe wie schon im Jahr 2002.

Der ADFC Bochum nimmt dieses Beispiel in sein Schwarzbuch Radverkehr 2008 auf und erneuert seine Forderung, den Radweg abzuschaffen.

Noch schlimmer als 2002: Zusätzlich sollen die Radfahrer jetzt gezwungen werden, an dieser besonders unübersichtlichen Stelle auf einem Zebrastreifen ungesichert die Fahrbahn zu queren und die Fahrt auf der linken Seite fortzusetzen.

Nach den Vorstellungen der Bochumer Lokalpolitiker befindet sich auf der linken Straßenseite im Bereich des Bahnübergangs und der Einmündung Blumenstraße ein vorbildlicher Zweirichtungsradweg, der alle Anforderungen der StVO erfüllt.

Nach Meinung des ADFC Bochum ist das ein gefährlicher Anschlag auf das Leben unschuldiger Bürger, deren einziges Verbrechen darin besteht, in Bochum Rad fahren zu wollen.

2009: Am Anfang des Radweges wird eine Bordsteinabsenkung gebaut. Jetzt ist der neue Radweg tatsächlich für Radfahrer erreichbar. Nur ist der Radweg mittlerweile fast vollständig mit Gras und Moos überwachsen und bei Nässe besonders gefährlich. Das Radwegende ist immer noch eine Katastrophe.

2009: Der Radweg wird Gegenstand der ersten und einzigen Radverkehrsschau. Der ADFC bringt seine Kritik an den schwerwiegenden Sicherheitsmängeln erneut vor und ringt den Behördenvertretern in einer harten Auseinandersetzung die Aufhebung der Benutzungspflicht und des linkssseitigen Geh- und Radweges ab.

2012: Die bei der Radverkehrsschau 2009 (!) protokollierten Beschlüsse sind immer noch nur teilweise umgesetzt. Die Beschilderung ist mittlerweile in sich völlig widersprüchlich und daher rechtswidrig.

Der ADFC Bochum stellt nochmals einen Bürgerantrag, um endlich durchzusetzen, was er seit 2002 an dieser Stelle fordert. Die Verwaltung teilt mit, dass die Beschilderung entsprechend den Beschlüssen von 2009 geändert wurde:

Eine Umsetzung der Anordnung in der Örtlichkeit wurde leider nur in Fahrtrichtung Gersteinring durchgeführt. Für die andere Fahrtrichtung wird dies nachgeholt.

Die Verwaltung dankt für den Hinweis.

Die Benutzungspflicht für den Zwei-Richtungsradweg zwischen Flurstraße und Gersteinring wird auf Antrag des ADFC aufgehoben:

Im Einvernehmen mit der Polizei soll die Benutzungspflicht für diesen Zweirichtungsradweg aufgehoben werden. Die VZ 241 werden entfernt.

Es gibt an der Harpener Straße keine benutzungspflichtigen Radwege mehr. Linsksseitig  - in Gegenrichtung - sind die ehemals benutzungspflichtigen Geh- und Radwege wieder als Gehwege ausgeschildert.

David hat gewonnen. Wird Bochum jetzt fahrradfreundlich?

 

 


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