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Die Sperre ist weg - nach 34 Jahren!

20.09.16
Kategorie: Bochum, Aktuelles

Umlaufsperre Sylvesterstraße 2010 und 2016.




Die unsägliche Umlaufsperre an der Sylvesterstraße, unmittelbar am Schlosspark Weitmar, ist verschwunden. Dank Parkband West.

Ende der 70er Jahre entwickelten die damals für den Straßenbau zuständigen Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe die erste Konzeption eines überregionalen touristischen Radwegenetzes. Das sog. „R-Wege-Netz“ wurde als naturnahes freizeit- und freiraumorientiertes Radverkehrsnetz rasterartig für das gesamte Bundesland entwickelt.

Dieses überregionale Netz erhielt auf Grundlage der „Hinweise für die Wegweisung auf Radwanderwegen“ der FGSV aus dem Jahr 1982 in vielen Landesteilen eine einheitliche Beschilderung mit Radsymbolen und einer Streckennummerierung. 

Durch Bochum verliefen - alle in Nord-Süd-Richtung die Wege R25, R27 und R29. In Ost-West-Richtung verlief der R12 im Ruhrtal und der R10 tangierte Bochum im Nordosten. Der R25 verlief von Dahlhausen bis Leithe über Bochumer Gebiet. Der Parkway Emscher-Ruhr ist an die Stelle des R29 getreten. Nördlich von Bochum ist der ehemalige R29 immer noch die schönste Strecke nach Haltern am See. Wo früher der R27 verlief, kommt in diesem Herbst das Parkband West. 

solange das R-Wege-Netz offiziell existierte, hat die Stadt Bochum sich keinen Deut um die Befahrbarkeit dieser Hauptstrecken gekümmert.  

Ab 1995 begannen die Arbeiten am Projekt Radverkehrsnetz NRW, das auch das R-Wege-Netz ablösen sollte. Im Sommer des Jahres 2011 war das RVN NRW auf eine Netzlänge von 14.160 km angewachsen. 

Der R27 mit der Umlaufsperre an der Sylvesterstraße - in unmittelbarer Nähe zum Park Haus Weitmar - war auf Initiative des ADFC Bochum schon Gegenstand der Radverkehrsschau 2009, Gegenstand von Forderungen des ADFC Bochum in der Rad-Ag der Verwaltung, Gegenstand der Kritik des ADFC Bochum an der AGFS-Bewerbung der Stadt Bochum und Negativbeispiel im "Schwarzbuch Radverkehr Bochum 2014". 

Im ersten Entwurf ihrer AGFS-Bewerbung hatte die Stadt Bochum noch behauptet: „Der Rat der Stadt beschloss 1999 das Radverkehrskonzept Bochum …. Die Freigabe von Einbahnstraßen, die Durchlässigkeit von Sackgassen, die weitgehende Entfernung von Umlaufsperren … stellen hier wesentliche Eckpunkte dar, die kontinuierlich in einer verwaltungsinternen Arbeitsgemeinschaft Radverkehr zusammen mit der Polizei behandelt werden.“

Und weiter:

„In den letzten Jahren sind darüber hinaus Umlaufschranken überall dort demontiert worden, wo es die örtlichen Verhältnisse und die Verkehrssicherheit erlaubten, so dass sich der Bestand weitgehend reduziert hat. Die zwingend erforderlichen Umlaufsperren wurden, sofern möglich, fahrradfreundlich umgestaltet.“  

Der ADFC Bochum hat diese haltlosen Behauptungen in seinem Schwarzbuch 2014 eindrucksvoll widerlegt. Die Verwaltung hat sofort konstruktiv reagiert und das Kapitel "Umlaufsperren" in der AGFS-Bewerbung aus dem Kapitel „Durchgeführte Maßnahmen“ in das Kapitel „Geplante Maßnahmen“ verschoben. So geht "fahrradfreundlich" in Bochum.  

Mit den Arbeiten am Parkband West ist jetzt, nach Jahrzehnten des Wartens, die unsägliche Umlaufsperre an der Sylvesterstraße verschwunden, die - neben vielen anderen Beispielen - die Fahrradfeindlichkeit der Stadt Bochum trefflich symbolisierte.  

Warum nur musste das 34 Jahre dauern?  

Das Parkband West soll noch im Herbst 2016 eröffnet werden. Mit Stand vom 20.9.2016 protokolliert der ADFC Bochum etwa fünfundzwanzig erhebliche Mängel an der Strecke. Wir sind gespannt, wie viele davon bis zur Eröffnung noch beseitigt werden.

KK

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