Aktuelles

Alles falsch: Wattenscheider Straße

02.10.13
Kategorie: Bochum, Verkehrsplanung

Radfahrer-Falle an der Wattenscheider Straße.


Die Stadt Bochum hat neue Radfahrer-Fallen installiert. Wahrscheinlich als Empfehlung für die AGFS ...

Die Wattenscheider Straße zwischen Alleestraße und dem künftigen Autobahndreieck Bochum-West wurde umgebaut. Die neue Radverkehrsführung in diesem Abschnitt ist bemerkenswert. Vor allem, weil sie allen Regeln widerspricht. Anscheinend hat Bochum auch im Jahr 2013 immer noch nichts gelernt. Ein Rätsel bleibt, was eine Stadt, die so offensichtlich konsequent die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) auf den Kopf stellt, in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS) vorhat.

Angesichts dieser und anderer Planungen kann es sich eigentlich nur um den Versuch einer Unterwanderung handeln, um die AGFS von innen auszuhöhlen. 

In Fahrtrichtung Wattenscheid wechselt die Führungsform des Radverkehrs innerhalb einer Strecke von etwa 1000 Metern gleich fünf mal: Von der Fahrbahn auf einen Radfahrstreifen, von da auf einen Radweg, auf eine Ortsfahrbahn, auf einen Gehweg (!) und dann auf einen gemeinsamen Geh- und Radweg.

Die StVO verlangt dass Radwege "eindeutig, stetig und sicher" zu führen sind. Für Ortsfahrbahnen und Gehwege kann es naturgemäß keine Radwegbenutzungspflicht geben. Genau genommen beginnt die Radverkehrsführung hier also mit dem Radfahrstreifen und endet mit dem Kreuzungsbereich der Gahlenschen Straße. Von dem anschließenden Radweg können Radfahrer am Ende nicht mehr auf die Wattenscheider Straße wechseln.

In Fahrtrichtung Bochum ist es nicht besser. Am Ausgang des Autobahndreiecks endet der gemeinsame Geh- und Radweg auf der linken Seite. Radfahrer müssen die Seite wechseln und auf der Fahrbahn fahren. Erst im Kreuzungsbereich mit der Gahlenschen Straße beginnt ein Radfahrstreifen. Der endet aber nach etwa 100 Metern auf einem Gehweg! Gehwege sind keine Radwege. Dieser Gehweg ist eine Falle für Radfahrer: Ein massiver Mast, eine nicht einsehbare Zufahrt zu einem Garagenhof, eine Litfaßsäule, zahlreiche Hauseingänge und die ungenügende Breite des Gehweges gefährden Fußgänger und Radfahrer. Natürlich besteht keine Benutzungspflicht, aber wie sollte der Radfahrer am Ende des Radfahrstreifens auf die Fahrbahn wechseln? Das Ende des Radfahrstreifens hat keine Verbindung zur Fahrbahn. Noch eine Falle.

Das Ganze ist ein Trümmerhaufen, Baujahr 2013. Und Bochum will in die AGFS?

Kommentierte Fotogalerie zur Situation an der Wattenscheider Straße (15 Bilder)


© 2020 ADFC Kreisverband Bochum e. V.