Mängel im Bielefelder Radverkehrsnetz

Leider hat das Bielefelder Radverkehrsnetz noch viele Mängel, die manche potenzielle Radnutzer/innen als Hindernis sehen, sich auch in Bielefeld mit dem Rad zu bewegen. Oder die das Verkehrsmittel Fahrrad in seiner Leistungsfähigkeit einschränken.

Hier beschreiben wir sie:
   Auf einem Stadtplan (Ausschnitt verschiebbar, vergrößerbar, verkleinerbar),
   nach Kategorien differenziert,
   mit einer Schilderung unserer Bemühungen.

Farbliche Markierungen zeigen an, 
   ob der Mangel beseitigt worden ist ("grün"), 
   teilweise beseitigt worden ist ("gelb")
   oder noch besteht ("rot").

Mit dieser Aufstellung erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wir werden sie fortlaufend ergänzen. 

Südfeld: Wichtige Radverbindung in desolatem Zustand

- Lokalpolitik verhindert eine Sanierung, weitere Entwicklung ist unklar -


Das Südfeld verbindet auf kurzem Wege Vilsendorf mit Theesen und kann dort an die bereits bestehende Hauptroute des Radverkehrsnetzes NRW zur Weiterfahrt in Richtung  Theeser Heide - Sudbrack/Gellershagen - Innenstadt anknüpfen. Die Straße Südfeld ist hierfür ohne Alternative, da sie die einzige Querung des Moorbachtals und außerdem eine  geradlinige und unkomplizierte Route darstellt. Die Vilsendorfer Straße führt nach Alt-Schildesche und ist für Radfahrer mit dem Ziel Innenstadt umwegig. Für die umgekehrte Fahrbeziehung gilt das Gleiche. 

Ende 2010 wollte das Amt für Verkehr den Weg aus Mitteln des bundesweiten Konjunkturförderprogramms mit einer asphaltierten Oberfläche versehen. Das Vorhaben wurde in letzter Minute auf Betreiben Jöllenbecker Lokalpolitiker gestoppt. 

Der ADFC appellierte an die Bezirksvertreter in Jöllenbeck, eine baldige Sanierung zu ermöglichen und bot seine fachliche Unterstützung an. 

Mit einem Beschluss aus dem Februar 2011 beschloss die Bezirksvertretung Jöllenbeck mit knapper Mehrheit und gegen einen CDU-Antrag, den grob geschotterten und stark erodierten 150 m langen Abschnitt des Südfelds nicht mit einer wasserdurchlässigen Bitumendecke versehen zu lassen, obwohl auch das Umweltamt keine Bedenken dagegen gehabt hätte. Über den künftigen Ausbaustandard soll erst nach einem Jahr entschieden werden. 

In den politischen Diskussionen wurden die Aspekte Oberflächenbeschaffenheit und Schleichverkehr besonders angesprochen.

Zur Frage der Oberflächengestaltung:

Versiegelungseffekt und Barrierewirkung für Kleinlebewesen sind bei einer wassergebundenen Oberfläche oder bei einer Schotteroberfläche tatsächlich nicht nennenswert geringer als bei einer Asphaltoberfläche. Oft zu beobachten ist eine ausgedehnte und lang anhaltende Pfützenbildung auf wassergebundenen Oberflächen, d.h. das Wasser versickert hier nicht und verdunstet zu einem erheblichen Teil. Eine Schotteroberfläche ist für Radwege und Gehwege wegen ihrer groben und gleichzeitig oft lockeren Struktur grundsätzlich nicht geeignet. Zur Senkung der Oberflächentemperatur (Barrierewirkung für Kleinlebewesen) und aus gestalterischen Gründen kann der Asphalt mit hellen Zuschlagstoffen versehen werden. Auf einer stabilen Asphaltoberfläche mit dauerhaft leichter Seitenneigung kann das Regenwasser abfließen und im Erdreich versickern. 

Der jährliche Erhaltungsaufwand ist bei einer wassergebundenen Oberfläche oder bei einer Schotteroberfläche deutlich höher als bei einer Asphaltoberfläche, so dass die finanzielle Einsparung aufgrund geringerer Investitionskosten alsbald aufgezehrt ist. Beispiele aus dem Bielefelder Stadtgebiet zeigen, dass gerade abschüssige Geh- und Radwege starker Erosion unterworfen sind, die die Benutzung des Weges erschwert und die Fahrsicherheit für den Radverkehr beeinträchtigt.

Zur Frage des Kfz-Schleichverkehrs:

Es wird beklagt, dass die heute vorhandene Barriere den Schleichverkehr nicht unterbindet. Es sind allerdings bei der Gestaltung und auch bei Positionierung eines Sperrelementes, einer Einschnürung oder einer Abbindung verschiedene Möglichkeiten denkbar, die sowohl ein gefahrloses und komfortables Passieren mit dem Rad ermöglichen, als auch wirksam den Pkw-Verkehr unterbinden. Zum Beispiel gibt es Einbauelemente, die das Passieren mit dem Rad und das Überfahren mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen erlauben, nicht jedoch das Überfahren mit Pkw. Das alles ist indes sind technische Details, von dessen späterer Behandlung nicht abhängig sein sollte, ob der Weg insgesamt dem Radverkehr entzogen wird.

Informationen

Status:
Mangelbeseitigung abgelehnt
Status vom:
25.01.2012
Gemeldet am:
26.01.2011
Priorität:
normal
Kategorie:
  • Baulicher Zustand
  • Sicherheitsmangel
Zuständigkeit: Bezirksvertretung Jöllenbeck


© 2020 ADFC Stadtverband Bielefeld e. V.