Mängel im Bielefelder Radverkehrsnetz

Leider hat das Bielefelder Radverkehrsnetz noch viele Mängel, die manche potenzielle Radnutzer/innen als Hindernis sehen, sich auch in Bielefeld mit dem Rad zu bewegen. Oder die das Verkehrsmittel Fahrrad in seiner Leistungsfähigkeit einschränken.

Hier beschreiben wir sie:
   Auf einem Stadtplan (Ausschnitt verschiebbar, vergrößerbar, verkleinerbar),
   nach Kategorien differenziert,
   mit einer Schilderung unserer Bemühungen.

Farbliche Markierungen zeigen an, 
   ob der Mangel beseitigt worden ist ("grün"), 
   teilweise beseitigt worden ist ("gelb")
   oder noch besteht ("rot").

Mit dieser Aufstellung erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wir werden sie fortlaufend ergänzen. 

Detmolder Straße zwischen Niederwall und Otto-Brenner-Straße

- Neugestaltung ohne Beachtung des Radverkehrs


August 1996

Am 18. August 1996 beschließt der Umwelt - und Stadtentwicklungsausschuss des Bielefelder Rates, einen extern moderierten "Runden Tisch Detmolder Straße" einzurichten. Der Runde Tisch soll eine konsensfähige Grobplanung mit dem Ziel entwickeln, die Verkehrsicherheit zu verbessern und die Luftschadstoffbelastung zu vermindern. 

Am Runden Tisch sind die Anwohner und Anwohnerinnen der Detmolder Straß sowie verschiedene Institutionen und Interessenvertretungen, darunter auch der ADFC Bielefeld beteiligt.

Als Ergebnis seiner Erörterungen empfiehlt der Runde Tisch neben vielen anderen Detaillösungen auch die Anlage von Radwegen bzw. Radfahrstreifen. 

Der Rat der Stadt folgt den Empfehlungen des Rundes Tisches im wesentlichen nicht. Er beschliesst einen vierstreifigen Ausbau der Fahrbahnen, auf Radverkehrsanlagen verzichtet er vollständig. Damit verfolgt er ein Ausbaukonzept aus der Zeit vor der Einrichtung des Runden Tisches. Es orientiert sich im wesentlichen an den Interessen des motorisierten Individualverkehrs und geht gleichzeitig zu Lasten schwächerer, nicht motorisierter Verkehrsteilnehmer. 

Januar 2004

Die Stadt Bielefeld beantragt bei der Bezirksregierung das Planfestellungsverfahren, in dessen Verlauf auch Aktive des ADFC Bielefeld Einwendungen gegen die Planung ohne Radverkehrsanlagen erheben - ohne Erfolg. 

Juli 2006

Die Bezirksregierung erlässt den Planfeststellungsbeschluss. Klagen von Anwohnern gegen diesen Beschluss haben keinen Erfolg. 

März 2007

Das Amt für Verkehr schlägt auf Anregung des ADFC vor, parallel zur Detmolder Straße Alternativrouten für den Radverkehr auszuweisen. Die Umleitungswegweisung soll nach dem Umbau der Detmolder Straße durch eine kommunale Beschilderung entsprechend Radverkehrsnetz NRW ersetzt werden. 
Dieses Vorhaben wird allerdings nicht umgesetzt. 

ab 2008 

Während der Bauphase gilt eine Höchstgeschwindigkeit vom 30 km/h. Die Lärmbelastung durch den Straßenverkehr geht deutlich zurück und der Anteil der Verkehrsunfälle mit Personenschäden sinkt um rund 90%. 

April 2011

Die umgebaute Detmolder Straße wird für den Verkehr frei gegeben.

Der Straßenzug Rohrteichstraße - Ehlentruper Weg (letzterer ist Bestandteil des Radverkehrsnetzes NRW) ist für die Erschließung von Zielen an der Detmolder Straße in der Regel zu weit von ihr entfernt, außerdem ist der Höhenunterschied zu beachten. Er dient damit eher dem Radverkehr, der andere Ziele hat.

Ein großer Teil der Radfahrer in der Detmolder Straße weicht aus Angst davor, die Fahrbahn zu benutzen (was erlaubt ist), auf die Gehwege aus, wo er Fußgänger gefährdet und Unfälle mit Kfz an Einmündungen provoziert. 

Es ist kompliziert bzw. unangenehm, z.B. von der Kreuzstraße her Ziele in der Detmolder Straße (legal) zu erreichen. 

Der Fahrrad-Binnenverkehr mit Quellen und Zielen innerhalb der Detmolder Straße findet keine zweckmäßigen Wege vor. 

Informationen

Status:
Mangelbeseitigung abgelehnt
Status vom:
01.01.2012
Priorität:
hoch
Kategorie:
  • Baulicher Zustand
  • Sicherheitsmangel
  • Verkehrsführung mangelhaft
Zuständigkeit: Rat der Stadt Bielefeld, Amt für Verkehr


© 2020 ADFC Stadtverband Bielefeld e. V.