Mängel im Bielefelder Radverkehrsnetz

Leider hat das Bielefelder Radverkehrsnetz noch viele Mängel, die manche potenzielle Radnutzer/innen als Hindernis sehen, sich auch in Bielefeld mit dem Rad zu bewegen. Oder die das Verkehrsmittel Fahrrad in seiner Leistungsfähigkeit einschränken.

Hier beschreiben wir sie:
   Auf einem Stadtplan (Ausschnitt verschiebbar, vergrößerbar, verkleinerbar),
   nach Kategorien differenziert,
   mit einer Schilderung unserer Bemühungen.

Farbliche Markierungen zeigen an, 
   ob der Mangel beseitigt worden ist ("grün"), 
   teilweise beseitigt worden ist ("gelb")
   oder noch besteht ("rot").

Mit dieser Aufstellung erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wir werden sie fortlaufend ergänzen. 

Bodelschwinghstraße: Radfahrer werden bedrängt

- Radfahren erlaubt, aber nur Hartgesottenen möglich - Politik und Verwaltung werden nicht aktiv -


Zwischen Sieker und Brackwede, aber auch in Gadderbaum zwischen dem Eggeweg und dem Quellenhofweg gibt es einen nennenswerten Radverkehr, bedingt u.a. durch Berufspendler, die im südlichen Teil Gadderbaums wohnen und  im südöstlichen Teil der Von-Bodelschwinghschen Anstalten Bethel (Gilead IV und weitere Häuser) arbeiten.

Für die Rückfahrt zum Eggeweg nehmen letztere nahezu ausschließlich das Angebot des für den Radverkehr frei gegebenen Gehwegs entlang der Bodelschwinghstraße in Anspruch. 

Freigegebener Gehweg zwischen Quellenhofweg und  Eggeweg nur in einer Richtung

Für die Hinfahrt zum Quellenhofweg steht diese Option nicht zur Verfügung, da der relativ schmale und in dieser Richtung abschüssige Gehweg nicht freigegeben ist. Eine Freigabe ist rechtlich und nach den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) nicht möglich, insbesondere wegen zu geringer Breite und zu staren Gefälles und der damit verbundenen Kollisionsgefahr. 

Die legale Möglichkeit, auf der Bodelschwinghstraße zu fahren, wird wegen des dichten Kraftverkehrs und zusätzlicher Unsicherheitsfaktoren zur morgendlichen Pedlerzeit (Dunkelheit) von vielen Radfahrern nicht in Anspruch genommen.  

Drängeln, Hupen, Schimpfen

Problematisch ist, dass Autofahrer beim Überholen der Radfahrer oft nicht den erforderlichen Seitenabstand einhalten, aber auch "pädagogisches" Anhupen und lautstarke Beschimpfungen durch das geöffnete rechte Seitenfenster. 

 

Alternative?

Eine denkbare Alternativstrecke innerhalb Gadderbaums 
(vom Eggeweg aus gegenüber der Einmündung des „Windfangs“  einbiegen, auf dem Waldweg zur „Höchte“ fahren, dann über „Pellaweg“ und „ An der Rehwiese“  zum Quellenhofweg fahren) 
ist als allgemein akzeptable Radverkehrsverbindung aus folgenden Gründen kaum vorstellbar:
-- An der Steigung "An der Rehwiese" dürfte so manche(r) scheitern
-- Für eine Fahrt zwischen dem südöstlichen Bereich des Eggeweges und dem südöstlichen Bereich des Quellenhofweges ist diese Route bereits gemessen an der reinen Fahrstrecke deutlich umwegig
-- Außerdem verliert man auf dieser Route vom Eggeweg zum Quellenhofweg unnötig Höhe, die man auf der weiteren Fahrt zum südöstlichen Bereich des Quellenhofweges erneut erklimmen muss. Auf einer Strecke entlang der Bodelschwinghstraße treten diese Nachteile, die radverkehrsverhindernd wirken würden, nicht zutage.   

Juli 2010: 

Der ADFC trägt das Problem beim Amt für Verkehr vor. 

Da die Fahrbahn der Bodelschwinghstraße max. 6 m breit ist und Linienbusverkehr in beiden Richtungen aufnimmt, sieht das Amt für Verkehr keine Möglichkeit einer Verbreiterung des Gehweges in den Bereich der Fahrbahn hinein.  

An Maßnahmen wie der Markierung von Schutzstreifen auf der Fahrbahn, Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h und Ausschluss des Schwerlastverkehrs gibt es kein Interesse bei den politischen Gremien. 

Dezember 2011: 

Der ADFC schlägt der Straßenverkehrsbehörde im Amt für Verkehr vor, Verkehrszeichen "Überholabstand 1,50 m zu Radfahrern", die bereits verfügbar wären, an der Osningstraße und der Bodelschwinghstraße aufzustellen. Die Straßenverkehrsbehörde lehnt dies ab unter Hinweis auf zu hohen Wartungsaufwand (bei nicht fest verankerten Schildern) und den generellen Trend, weniger Verkehrsschilder aufzustellen. 

Der ADFC hat verdeutlicht, dass er diese Argumentation weder für stichhaltig (auch fest installierte Schilder sind möglich) noch für sachlich angemessen hält (Agressionen gegenüber legal auf der Fahrbahn fahrenden Radfahrern sind nicht tolerabel). 

April 2012: 

Der ADFC Bielefeld schlägt auf der Plenumssitzung des Bielefelder Verkehrssicherheitsnetzwerkes BI-NETT am 26. April 2012 vor, eine Kampagne für mehr Überholabstand gegenüber Radfahrern durchzuführen. Unter anderem sollen im Rahmen dieser Kampagne Hinweistafeln mit einer Grafik und der Aufforderung  "Gib Radfahrern 1,5 m!" aufgestellt werden. Der Fahrradbeauftragte der Stadt Bielefeld unterstützt diese Kampagnenidee. 

Im Laufe des Jahres werden die Kampagnenmedien entwickelt. 

Juni 2013: 

Am 17. Juni 2013 ist es so weit: Das Amt für Verkehr lässt vier Hinweistafeln "Gib Radfahrern 1,5 m!" aufstellen - in beiden Fahrtrichtungen jeweils zwei. Der Fahrradbeauftragte, Polizei, ADFC Bielefeld und VCD OWL halten dazu eine gemeinsamen Pressetermin ab. Weitere Details und Fotos hier

Natürlich sind diese Hinweistafeln nur ein Appell an Kraftfahrer. Ob er befolgt wird, steht auf einem anderen Blatt. Mit dem Bau eines separaten Radweges ist aus finanziellen Gründen in den nächsten Jahren nicht zu rechnen. Wenn das so ist, kann nur eine andere Verteilung der vorhandenen Verkehrsfläche dafür sorgen, dass auch weniger routinierte bzw. kräftige Radfahrer diese praktisch alternativlose Verbindungsstraße auch wirklich benutzen können. 

Informationen

Status:
Mangel gemildert, aber nicht beseitigt
Status vom:
17.06.2013
Gemeldet am:
20.06.2010
Priorität:
normal
Kategorie:
  • Sicherheitsmangel
Zuständigkeit: Amt für Verkehr, Bezirksvertretungen Gadderbaum und Brackwede


© 2020 ADFC Stadtverband Bielefeld e. V.