Mängel im Bielefelder Radverkehrsnetz

Leider hat das Bielefelder Radverkehrsnetz noch viele Mängel, die manche potenzielle Radnutzer/innen als Hindernis sehen, sich auch in Bielefeld mit dem Rad zu bewegen. Oder die das Verkehrsmittel Fahrrad in seiner Leistungsfähigkeit einschränken.

Hier beschreiben wir sie:
   Auf einem Stadtplan (Ausschnitt verschiebbar, vergrößerbar, verkleinerbar),
   nach Kategorien differenziert,
   mit einer Schilderung unserer Bemühungen.

Farbliche Markierungen zeigen an, 
   ob der Mangel beseitigt worden ist ("grün"), 
   teilweise beseitigt worden ist ("gelb")
   oder noch besteht ("rot").

Mit dieser Aufstellung erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wir werden sie fortlaufend ergänzen. 

Artur-Ladebeck-Straße/Sandhagen (1)

- Überflüssiges Rotsignal -

Wenn man auf dem Radweg rechts entlang der Artur-Ladebeck-Straße in Richtung Brackwede fährt, muss man als Radfahrer an einer roten Ampel gegenüber der Einmündung Sandhagen stehen bleiben, obwohl es keine Fußgängerfurt und damit keine zu schützenden Fußgänger gibt. 

Es könnte allenfalls sein, dass ein Radfahrer aus dem Sandhagen nach links in die Artur-Ladebeck-Straße abbiegt, um ebenfalls auf dem Radweg  in Richtung Brackwede zu fahren. Dieser Fall ist jedoch äußerst selten, und er wäre für beide Radfahrer auch gut erkennbar. Es besteht also gar kein Bedarf, den Radverkehr per Ampel zu regeln. 

Den Zwang, sinnlos an der roten Ampel zu warten, mag man noch als "nur" lästig empfinden. 

Unverständlich ist jedoch, dass das Amt für Verkehr mit zweierlei Maß misst: 

Am theoretisch stärker unfallträchtigen Knoten Alfred-Bozi-Str./Stapenhorststr. wird der Radverkehr entlang der Alfred-Bozi-Str. (in Richtung Adenauerplatz/Brackwede) nicht per Ampel geregelt. Dabei wird in Kauf genommen, dass sich sein Fahrweg mit dem Weg der Radfahrer kreuzt, die auf einer Furt mit Grünsignal die Alfred-Bozi-Str. überqueren.  

 

Weil "das Unfallbild unauffällig ist", bezieht die Stadtverwaltung den Radverkehr entlang der Alfred-Bozi-Str. (in Richtung Adenauerplatz/Brackwede) nicht in die Ampelregelung ein. Dagegen ist auch nichts zu sagen. 

Am Knoten Artur-Ladebeck-Str./Sandhagen hingegen ist die Zahl der theoretisch gefährdeten Radfahrer sehr viel geringer und die Situation ist sehr viel übersichtlicher. 
Es gibt also kaum einen realitätsnahen Grund für ein Radfahrer-Rotsignal, das die aus dem Sandhagen in Richtung Brackwede abbiegenden Radfahrer schützen könnte. 

6. Dezember 2012: 

Der ADFC Bielefeld regt beim Amt für Verkehr an, den Radverkehr an der Artur-Ladebeck-Straße gegenüber dem Sandhagen aus der Ampelregelung heraus zu nehmen. 

21. Januar 2013: 

Das Amt für Verkehr antwortet, die Signalisierung an der Einmündung Alfred-Bozi-Straße/Stapenhorststraße werde nicht wegen des unauffälligen Unfallbildes beibehalten, sondern weil sie in vollem Maße den gültigen Richtlinien entspreche und "an jedem unsignalisierten Knotenpunkt so vorhanden" sei.

Ein vom ADFC vorgeschlagenes Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ an der Ampel an der Artur-Ladebeck-Straße gegenüber dem Sandhagen "sei nach Rückfrage bei der Straßenverkehrsbehörde hier nicht möglich bzw. zulässig."

Eine rechtliche Grundlage für diese rechtliche Einschätzung teilt das Amt nicht mit. Zudem geht das Amt nicht darauf ein, welche anderen Möglichkeiten es anstelle des "unzulässigen" Zusatzzeichens gäbe, um den den Radverkehr an der Artur-Ladebeck-Straße aus der Ampelregelung heraus zu nehmen. 

Der ADFC teilt dem Amt für Verkehr darauf hin mit, er habe sich bemüht, herauszustellen, dass hier sehr wohl mit zweierlei Maß gemessen werde: Dort wo es kaum etwas zu regeln gebe, gehe die Straßenverkehrsbehörde restriktiver vor als dort, wo der Regelungsbedarf wegen der Verkehrsmengen grundsätzlich höher wäre. 

Der Hinweis der Straßenverkehrsbehörde an den ADFC auf die unterschiedlichen Arten der Ampel-Signalisierung (einerseits A.-Bozi-Str., andererseits A.-Ladebeck-Str.) beschreibe lediglich die Instrumente (Ampeln), derer sich die Straßenverkehrsbehörde jeweils bedient habe oder auch nicht bedient habe. Er gehe jedoch nicht auf die unterschiedlichen Konfliktpotenziale ein und den sich daraus ergebenden unterschiedlichen Regelungsbedarf.  

Festzustellen ist auch, dass eine Ampelregelung für den Radverkehr nicht  davon abhängen kann, wo im Untergrund Versorgungsleitungen verlaufen, und wo demzufolge quasi zufällig der Fuß eines Ampelmastes steht. Steht er dann zufällig links vom Radweg, nimmt der Radverkehr nicht an der Ampelregelung teil, steht der Mast zufällig rechts vom Radweg, nimmt der Radverkehr hingegen doch an der Ampelregelung teil, obwohl es keinen triftigen Grund dafür gibt. 

Informationen

Status:
Mangel noch vorhanden
Status vom:
03.02.2013
Gemeldet am:
06.12.2012
Priorität:
normal
Kategorie:
  • Ampelschaltung
Zuständigkeit: Amt für Verkehr


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