Speichenreflektoren

Von Thorsten Böhm

Die traditionellen gelben Kunststoff-Reflektoren kranken häufig an dem Mangel zu spröden Materials und technisch unseriöser Befestigungselemente. Die Folge: Sie lösen sich, üblicherweise während der Fahrt, und verhelfen nun nicht mehr zu besserer Sichtbarkeit. Noch schlimmer: Sie können sich in der Vorderradgabel querstellen, das Laufrad blockieren und dem Fahrer einen bösen Sturz bescheren. 

Auch ihre optische Wirkung ist nicht auf der Höhe der Zeit: Die beiden gelben Reflektoren, jeweils in Vorder- und Hinterrad sind in der Dunkelheit für andere nur als Punkte sichtbar. Zudem reflektieren sie auftreffendes Licht nur dann optimal, wenn das Fahrrad rechtwinklig von der Seite her angestahlt wird.

von links nach rechts: althergebrachte gelbe Speichenreflektoren, Reflexstreifen in der Reifenflanke plus Speichenreflektoren in Stäbchenform, Reflexstreifen in der Reifenflanke allein.
von links nach rechts: althergebrachte gelbe Speichenreflektoren, Reflexstreifen in der Reifenflanke plus Speichenreflektoren in Stäbchenform, Reflexstreifen in der Reifenflanke allein.
Speichenreflektoren in Stäbchenform, ohne Werkzeug leicht nachzurüsten. Foto: obs/3M Deutschland GmbH
Speichenreflektoren in Stäbchenform, ohne Werkzeug leicht nachzurüsten. Foto: obs/3M Deutschland GmbH
Speichenreflektoren in Stäbchenform, ohne Werkzeug leicht nachzurüsten. Foto: obs/3M Deutschland GmbH
Speichenreflektoren in Stäbchenform, ohne Werkzeug leicht nachzurüsten. Foto: obs/3M Deutschland GmbH

Die besseren Alternativen!

Eindeutig zu bevorzugen sind daher außer dem reflektierenden Streifen in der Reifenflanke auch solche Reflektoren, die als Ring parallel zur Felge in die Speichen geflochten oder als Stäbchen (nun auch mit StVZO-Zulassung) auf die Speichen geschoben werden.

Ihre Vorteile sind offensichtlich: Sie bilden die runde Form der Laufräder nach und zeigen daher anderen Verkehrsteilnehmern unmissverständlich an: Hier ist ein Fahrrad! Außerdem reflektieren sie auch dann mit ihrer maximalen Leistung, wenn das Fahrrad schräg von vorn oder schräg von hinten angestrahlt wird.

Außerdem lösen sie sich nicht unbeabsichtigt von den Speichen und haben fahrdynamische Vorteile. Im Gegensatz zu den althergebrachten schwereren gelben Speichenreflektoren neigen sie nicht dazu, eine Unwucht zu verursachen und damit das Fahrverhalten des Fahrrades ungünstig zu beeinflussen:
50 kg schwere Lkw-Räder werden notfalls mit 100-g-Gewichten ausgewuchtet, wenn die Lenkung zum "Flattern" neigt. Das mag verdeutlichen, weshalb der exzentrische Einbau von 20-g-Gewichten in Form gelber Kunststoff-Reflektoren in das mitunter nur 1 kg schwere Laufrad eines Fahrrades nicht als technisch seriös gelten kann. 

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