Stolperkanten (2. Teil)

Von Thorsten Böhm

Wie in den Radnachrichten 2/2003 berichtet ("Stolperkanten"), erörtert auf Einladung des städtischen Amtes für Verkehr eine Arbeitsgruppe die Gestaltung von Gehwegabsenkungen an Strasseneinmündungen. Der ADFC Bielefeld ist hieran beteiligt. Es geht darum, bei künftigen Baumaßnahmen die Bedürfnisse verschiedener Gruppen von Verkehrsteilnehmern (Geh- und Sehbehinderte, Radfahrer) gleichermaßen zu berücksichtigen.

Am 4. November 2003 wurde unter anderem der noch ungeklärte Planfall „Kombinierter Geh- und Radweg“ besprochen. Deshalb werden die bisherigen Empfehlungen der Arbeitsgruppe hier noch einmal dargestellt.

Planfall 1 – Radweg auf Fahrbahnhöhe und vom Gehweg getrennt

  • Absenkung des Gehwegbordsteins auf 3 cm über Fahrbahnniveau
  • keine Verwendung von taktilen Pflasterplatten, die mit einer für Blinde und Sehbehinderte besonders gut ertastbaren strukturierten Oberfläche, z. B. Noppen versehen sind

Planfall 2 – Radweg auf Hochbord neben dem Gehweg

  • Absenkung des Bordsteins im Radwegquerschnitt auf Fahrbahnniveau, hier keine taktilen Pflasterplatten
  • Absenkung des Bordsteins im Gehwegquerschnitt auf 3 cm über Fahrbahnniveau, hier zusätzlich taktile Pflasterplatten von 40 cm Breite über den gesamten Gehwegquerschnitt

Planfall 3 – Kombinierter Geh- und Radweg mit gemeinsamer und nicht in Längsrichtung getrennter Verkehrsfläche

  • Absenkung des Bordsteins auf Fahrbahnniveau in einem Bereich von 1 m Breite von der Fahrbahn aus gemessen, im übrigen Querschnitt Absenkung auf 3 cm über Fahrbahnniveau 

Planfall 4 – Gehweg auf Hochbord mit dem Zusatz „Radfahrer frei“

  • Absenkung des Bordsteins im gesamten Gehwegquerschnitt auf 3 cm über Fahrbahnniveau, zusätzlich taktile Pflasterplatten von 40 cm Breite über den gesamten Gehwegquerschnitt

Planfall 5 – Gehweg ohne Freigabe für den Radverkehr

  • Absenkung des Bordsteins im gesamten Gehwegquerschnitt auf 3 cm über Fahrbahnniveau

In weiteren Gesprächen sollen zukünftige DIN-Empfehlungen und Versuche mit Absenkungen im Gehwegbereich auf 1,5 cm über Fahrbahnniveau in Verbindung mit taktilen Pflasterplatten bewertet werden.

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