Slalom auf dem Radweg

Von Thorsten Böhm

Immer wieder sorgen sie für Verdruss: Umlaufsperren („Drängelgitter“) auf benutzungspflichtigen Radwegen und anderen wichtigen Radverkehrsstrecken. Nach dem Willen ihrer Erbauer sollen sie die Geschwindigkeit des Radverkehrs reduzieren und an Stellen mit Kraftfahrzeug- oder Fußverkehr die allgemeine Verkehrssicherheit erhöhen. Vielfach jedoch schränken sie die Befahrbarkeit der Wege unzumutbar ein oder verhindern sie sogar.

Leider lassen sie sich nicht immer verhindern: Berechtige Einwände von Bürgern bei tatsächlicher Gefährdung von Fußgängern, politische Bestrebungen mit dem Ziel der vollständigen Sperrung eines Radweges oder rechtliche Rahmenbedingungen waren in der Vergangenheit Gründe für die Errichtung solcher Sperren. 

Der ADFC Bielefeld versucht daher, im Konsens mit der Stadtverwaltung die Umlaufsperren,wo sie sich nicht verhindern lassen, so zu gestalten, dass sie auch mit Kinderanhänger oder Lastenrad befahrbar sind. So etwa wurde die Durchfahrweite der Sperre am Tunnelausgang Ecke Feilenstraße/Friedenstraße gegenüber früheren Planungen deutlich vergrößert. 

Neue Sperre auf Radweg Stapenhorststraße

Im September 2003 hat die Straßenverkehrsbehörde der Stadt auf dem Fuß- und Radweg an der Stapenhorststraße im Bereich der Einmündung der Grünstrasse eine neue Umlaufsperre errichten lassen – leider ohne den Arbeitskreis Radverkehr, an dem der ADFC sich beteiligt, vorher zu konsultieren. Der Weg verläuft hier durch eine Engstelle, die insbesondere Fußgängern wenig Platz lässt. Während der Sommerferien hatten Eltern mit politischer Unterstützung unverzügliche Maßnahmen gefordert, um die Geschwindigkeit des dort fahrenden Radverkehrs zu drosseln und Kindern den Weg zu Schule und Kindergarten zu sichern. Das Ergebnis ist eine Umlaufsperre, die in der Tat die Geschwindigkeit von Radfahrern zumindest punktuell reduziert. Eltern, die selbst mit Kindern im Fahrradanhänger unterwegs sind, werden am wirkungsvollsten gebremst, da sie die Sperre nicht durchfahren können und das Gespann stückchen- und ruckelnderweise durch die Sperre hindurchzwängen müssen.

Wie aus der Sicht eines Springreiters: Umlaufsperren als Radweg-Möblierung. Foto: Hansjörg Gerber

 

Späte Einsicht

Die Behörde hat nach Protest des ADFC bedauert, dass sie den Arbeitskreis Rad nicht eingebunden hat. Gleichwohl war sie zunächst der Ansicht, dass ein komfortables Passieren der Umlaufschranke durch Radfahrer möglich sei. Nach einem Ortstermin, zu dem der zuständige Abteilungsleiter des Amtes für Verkehr sein eigenes Rad nebst Kinderanhänger mitbrachte, hat sich bessere Erkenntnis Bahn gebrochen und die Sperren werden um weitere 90 Zentimeter auseinander gerückt. Zukünftig sollen in Bielefeld allgemeine Empfehlungen für die radverkehrsgeeignete Gestaltung solcher Sperren gelten. Hierzu mehr in einer zukünftigen Ausgabe der Bielefelder Radnachrichten (siehe Ausgabe 2/2004). 

Sperre am Ravensberger Park entfernt

Die Straßenverkehrsbehörde hat die äußerst hinderliche Umlaufsperre in einer Zufahrt zum Ravensberger Park (gegenüber der Einmündung Mühlenstrasse/Heeper Straße) entfernt. Freie Fahrt fürs Rad. Damit es für Autos, deren Fahrer diese Lücke für sich bereits entdeckt haben, auch zukünftig heißt „Wir müssen leider draußen bleiben“, wird noch einer der allgemein bekannten „Pömpel“ installiert werden müssen. 

 

Weitere Beiträge zum Thema Umlaufsperren in den Bielefelder Radnachrichten

2/2001   3/2001   2/2004

© 2020 ADFC Stadtverband Bielefeld e. V.