Meinungsmacher

Von Thorsten Böhm

Die Meinung des ADFC ist auch bei den Medien gefragt: Am 21. Oktober 2003 hatte er ein Gespräch mit einem Journalisten des WDR-Landesstudios Bielefeld zum Thema Radverkehr in Fahrradstraßen und Einbahnstraßen im allgemeinen und in Bielefeld. Am 28. Oktober 2003 informierte Thorsten Böhm als Studiogast der WDR-Fernsehsendung „Lokalzeit“ über praxistaugliche Fahrradbeleuchtung.

Am Vormittag des selben Tages hatte der WDR auf dem Alten Markt Passanten zu ihrem eigenen Verhalten beim Rad fahren in der Dunkelheit befragt und verheerende Auskünfte erhalten. In erfrischender Offenheit erläuterten die Befragten, wegen ausreichender Straßenbeleuchtung und erleuchteter Schaufenster sei eine Beleuchtung am Fahrrad überflüssig. Andere hatten den Dynamo an ihrem Rad entfernen lassen, da er zu viel ihrer Kraft zehre. Wieder andere räumtem ein, nach einem Defekt an der Lichtanlage dauere es Wochen, bis sie die Gelegenheit zur Reparatur hätten.

Dieses Meinungsbild zeigt deutlich Hauptgründe des gefährlichen Fahrens ohne Licht:Völlige Fehleinschätzung von Gefahren und die immer noch weit verbreitete skandalös schlechte lichttechnische Ausrüstung von Fahrrädern.

 

Thema Fahrradbeleuchtung:„Tritt sich schwer“,„Dauernd kaputt“,„Geht nicht bei Regen“ - WDR-Moderator Andreas Spellig und Thorsten Böhm (ADFC) weisen dem Fernsehpublikum einen Weg aus der Misere. Bildnachweis: Westdeutscher Rundfunk

 

Es geht auch anders

Thorsten Böhm hatte die Gelegenheit, dem Fernsehpublikum Beleuchtungskomponenten zu zeigen, die bereits seit mehreren Jahren allgemein verfügbar sind und die Probleme „Anfälligkeit“ und „Schwergängigkeit“ wirkungsvoll beseitigen: Nabendynamos, Halogenscheinwerfer und LED-Rücklichter mit batterieloser Standlichtfunktion. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass das von vielen als Patentlösung angesehene Batterielicht in der Praxis oft versagt und daher nur als zusätzliche Beleuchtung in Frage kommt: Kurze Betriebsdauer wegen bald erschöpfter Batterien oder Akkus und mangelnde Leistungsfähigkeit der Batterien bei Kälte sind die Hauptgründe. Die neuen Batterie-Frontscheinwerfer mit Leuchtdioden bieten bei frischen Batterien zwar bis zu acht Stunden volle Leistung, jedoch sind Akkus für diese Leuchten wegen schädlicher Tiefentladung nicht geeignet. (Anmerkung des Autors: Aufgrund technischer Verbesserungen gilt dies heute nicht mehr. Stand 11.02.2008)

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