So werden Radreisen mit Kindern ein Vergnügen - Tipps zur Vorbereitung

Von Herbert Bäumer

Radreisen werden immer beliebter. Auch oder gerade für Familien können sie zu einem großen Erlebnis werden, wenn man bei der Vorbereitung einer Radreise insbesondere auf die Bedürfnisse der Kinder Rücksicht nimmt.

Eine gute Planung ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg einer solchen Tour. Bereits in der Phase der Planung sollte man die Kinder einbeziehen. Bei der Auswahl der Tour, der Einteilung der Tagesetappen und den Aktivitäten, die neben dem Radfahren im Vordergrund stehen, sollte man auf die Bedürfnisse der Kinder besondere Rücksicht nehmen.

Wahl der Route

Zwar sind Kinder ab ca. zehn Jahren durchaus in der Lage, größere Tagesetappen zu fahren, doch hängt das im einzelnen von verschiedenen Faktoren ab. Insbesondere sollten die Strecken überwiegend auf ruhigen Radwegen oder verkehrsarmen Nebenstraßen verlaufen. Ferner sollten die Tagesetappen vom Streckenprofil abhängig gemacht werden. Und was sehr wichtig ist, es sollte unterwegs Zeit speziell für die Kinder eingeplant werden, z. B. zum Toben auf einem Abenteuerspielplatz.

Nun ist es bekanntlich ja leider so, dass die Radfernwege nicht immer optimal ausgeschildert sind. Gute Radkarten sind also insbesondere dann von großer Bedeutung, wenn man eine unbekannte Gegend bereist. Mittlerweile gibt es informative Radkarten, die neben einer guten Streckenbeschreibung auch zahlreiche wichtige Informationen für den Reisenden enthalten. Es lohnt sich mit Sicherheit, für gute Karten (z.B. Spiralos der BVA oder Bikeline) ein paar Euros zu investieren. Denn nichts ist für Kinder schlimmer, als wenn man sich ständig verfährt und nach dem richtigen Weg sucht.

Da man nun in unseren Breiten nicht davon ausgehen kann, dass uns Petrus immer wohl gesonnen ist, tun wir gut daran, uns bereits im Vorfeld über alternative Verbindungen (Bahn, Bus, Schiff) zu informieren, um vielleicht das eine oder andere Teilstück z. B. mit der Bahn zu bewältigen. Wer ein Teilstück der Tour mit der Bahn oder dem Schiff einplant, sorgt auch mit dieser Maßnahme für eine gute Abwechslung zum täglichen Radfahren, was bei Kindern in der Regel sehr gut ankommt.

 

Gut vorbereitet kann auch Regenwetter die Radtour nicht vermiesen. Foto: Gerhard Klocke

 

 

Übernachtungsmöglichkeiten

Die Auswahl der Übernachtungsquartiere bietet eine weitere Möglichkeit, auf die Bedürfnisse der Kinder besonders einzugehen. Wer eine Übernachtung im Heuhotel einplant, wird dem Anspruch nach Abwechslung gerecht, ohne dass dabei der Geldbeutel zu stark beansprucht wird. Was bei Kindern auch gut ankommt, sind Jugendherbergen. Finden sich hier doch zahlreiche andere Kinder, mit denen sich der eigene Nachwuchs am Abend bei Tischtennis, Fußball o.ä. die Zeit vertreiben kann. Zahlreiche Jugendherbergen bieten für Familien entsprechende Familienzimmer an.

Gepäck am Kinderrad

Bei den Überlegungen bezüglich des Gepäcktransportes sollte man es unbedingt vermeiden, die Fahrräder der Kinder für große, schwere Taschen einzuplanen. Denn ein entsprechend schwer bepacktes Rad ist insbesondere von Kindern schwer zu fahren und trägt nicht zur Verkehrssicherheit bei. Auch sollte man bedenken, dass ein beladenes Fahrrad ganz andere Standeigenschaften besitzt und somit mit einem entsprechend guten Ständer ausgestattet sein sollte, der es dem Kind ermöglicht, sein Fahrrad problemlos abzustellen.

Das Begleitprogramm

Wenn man sich für eine Tour entschieden hat, sollte man sich auch über die verschiedenen Fremdenverkehrsbüros mit Informationen versorgen, um auch Unternehmungen außerhalb des Radfahrens vorzusehen. Denn die Planung des einen oder anderen radfreien Tages mit einem besonderen Programm ist insbesondere für Kinder wichtig. Und wer schon vor Beginn der Reise weiß, wo ein Freizeitpark, ein Zoo oder ein Erlebnisbad besucht wird, ist mit einer ganz anderen Begeisterung bei der Sache. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Art der Freude, besonders für Kinder.

„Ich hab Durst!“

Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte bedenken, dass die Kinder Hunger und Durst immer sofort stillen wollen. Insbesondere Durst kann sich, wenn er nicht sofort gestillt wird, zu einer mittleren Katastrophe ausweiten. Darum sollte man immer ausreichend Getränke mit sich führen, d.h. dass jeder seine eigene Fahrradflasche am Rad hat und dass entsprechender Nachschub im Reisegepäck mitgeführt wird. Man sollte immer bedenken, dass gerade Durst bei Kindern die Leistungsbereitschaft gegen Null verlaufen lässt. Und das kann die schönste Tour vermiesen.

Das Training

Wer jetzt noch mit seinen Kindern im Vorfeld der Tour zur Vorbereitung einzelne Tagestouren fährt, die in Länge und Schwierigkeit der Radreise etwa entsprechen, hat sich eigentlich bestens vorbereitet und kann sich auf eine gelungene Radreise freuen.

 

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