Automatisierte Fahrradschleuse im Fahrrad-Parkhaus am Hauptbahnhof

Von Thorsten Böhm

Mobiel wird voraussichtlich im Oktober 2004 eine halbautomatische Fahrradschleuse „Bicycle Lock“ des Herstellers Bike and Ride Fahrradparksysteme GmbH im Eingangsbereich des Fahrrad- Parkhauses am Hauptbahnhof installieren lassen. Diese Anlage soll es möglich machen, das Parkhaus zeitweise auch ohne (Kassen-)Personal zu betreiben und damit 24 Stunden am Tag für Park-Kunden offen zu halten. Näheres zu den dadurch veränderten Angeboten des Fahrrad-Parkhauses werden wir in einer späteren Ausgabe der Radnachrichten mitteilen.

Voraussichtlich im November soll während eines vierwöchigen Probebetriebes der Anlage das Parken im Fahrradparkhaus gratis sein. Die Gültigkeit bereits gekaufter Dauerkarten wird zum Ausgleich entsprechend verlängert.

Gratisparken im Probebetrieb

Wichtig: Während dieses Probebetriebes sollen etwaige Mängel der Anlage festgestellt und möglichst behoben werden. Daher eine Bitte an alle ADFC-Mitglieder: Nehmt bitte an diesem Probebetrieb teil und macht, falls nötig, Vorschläge zur Verbesserung der Anlage: Per Briefchen an den ADFC-Infoladen in der Radstation oder per E-Mail an adfc-bielefeld@gmx.de

Verbesserungen angeregt

Nach uns vorliegenden Informationen des Herstellers weist die Fahrradschleuse in der von ihm bislang geplanten Form Besonderheiten auf, die zu Lasten der Nutzer gehen könnten.

Abmessungen und Form der Fahrradschleuse erlauben es zum Beispiel nicht, sie mit

  • Fahrrädern mit Seitentasche(n)
  • Fahrrädern mit Anhänger
  • Dreirädern
  • Tandems oder
  • verschiedenen Liege- und Sesselradtypen

zu passieren.

Problemfall Fahrradtasche

Das Problem fehlender Durchfahrbreite bei angehängten Seitentaschen lässt sich in der Praxis nicht dadurch lösen, dass man die Taschen abnimmt und auf den Gepäckträger legt, da sie dort nicht liegen bleiben, sondern herunter fallen. Man braucht überdies beide Hände,um das Drehkreuz im Personendurchgang neben der Fahrradschleuse zu betätigen und das Rad zu schieben, so dass man die Taschen nicht festhalten oder tragen kann.

Ebenso wenig ist es zumutbar, die Taschen bereits vor dem Passieren der Schleuse abzunehmen und vor dem Eingang liegen zu lassen, um sie später nachzuholen.

Praxisnahe Diebstahlsicherheit?

Der Anbieter des Systems begründet Abmessungen und Form der Fahrradschleuse mit einer „Objektvereinzelung“ und damit verbundener Diebstahlsicherheit. Angesichts einer Videoüberwachung und der Tatsache, dass es den Besitzern diebstahlgefährdeter hochwertiger Räder nach wie vor selbst obliegt, ihre Räder mit einem hochwertigen Schloss am Parkbügel zu sichern, erscheint es jedoch sehr fraglich, dass eine zusätzliche Sicherung durch die Gestaltung der Schleuse erforderlich ist und die damit verbundenen Nachteile rechtfertigt.

Sie schützt ohnehin nicht bei zwei nahe liegenden und andernorts bereits praktizierten Diebstahlmethoden, die wir hier aus verständlichen Gründen nicht detailliert vorstellen wollen.

Müssen Kinder draußen bleiben?

Außerdem sollte es unbedingt möglich sein, ein Rad auch mit montiertem Kindersitz durch die Schleuse schieben zu können. Das Schieben eines solchen Rades mit einer Hand (die andere Hand wird für das Drehkreuz benötigt) dürfte den meisten nur möglich sein, wenn das Kind zuvor aus dem Sitz heraus genommen worden ist. Daher ist es erforderlich, dass ein Erwachsener und ein Kind das Drehkreuz gemeinsam passieren können.

Der ADFC hat Mobiel gebeten, dafür zu sorgen, dass es nicht zu den beschriebenen Einschränkungen kommt. 

Weiter zu diesem Thema in den Bielefelder Radnachrichten 1/2005

 

Mehr zur Fahrradstation am Bielefelder Hauptbahnhof in den Bielefelder Radnachrichten

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