Kreisverkehr Schildescher Straße (2.Teil)

Von Thorsten Böhm

Bereits in den Radnachrichten 4/2003 haben wir uns mit dem Unwohlsein beschäftigt, das manche Radfahrer befällt, wenn sie den Kreisverkehr im Knotenpunkt Schildescher Straße/Ernst-Rein-Straße befahren. Das führt so weit, dass sie auf dem Gehweg am Kreisverkehr vorbei fahren,wenn sie auf der Schildescher Straße in Richtung Schildesche unterwegs sind. Unfälle hat es bisher nicht im Kreisverkehr gegeben, sondern vor der Grundstücksausfahrt der Stadtwerke,wo die Gehweg- Radfahrer mit ausfahrenden Autos kollidierten. Doch was ist des Übels Wurzel?

Vorher ... Fotos: Hansjörg Gerber

Kreisverkehrsplätze dieser Art werden gern als „Mini-Kreisel“ bezeichnet. Sie haben einen Durchmesser von 13 bis 25 Metern und eine überfahrbare Mittelinsel. Sie werden von Pkw wie ein Kreisverkehr und von größeren Fahrzeugen wie Lkw und Bussen wie eine Kreuzung befahren. Bei der Reinform des „Mini-Kreisels“, insbesondere bei kleineren Platzdurchmessern wird die Mittelinsel daher nicht wie hier an der Schildescher Straße (mit einem Wasserspiel) möbliert.

Mitten durch

Pkw-Fahrer, die auf der Schildescher Straße von Süden her in den Kreisverkehr einfahren, benutzen zu mindestens 70 % nicht die ihnen zugedachte asphaltierte Kreisfahrbahn. Statt dessen durchqueren sie den Kreisverkehrsplatz nahezu geradlinig und daher mit kaum verminderter Geschwindigkeit, wenn sie ihn auf der Schildescher Straße nach Norden wieder verlassen wollen. Dabei benutzen sie die für Busse und Lkw gepflasterte Fläche der Kreisinsel und schneiden auf gefährliche Weise den Fahrweg von Radfahrern, die die Kreisfahrbahn im Bereich des Nordarms (im oberen Bild rechts) der Schildescher Straße befahren. Für die Radfahrer kommen die Pkw-Fahrer nicht von hinten, sondern gleichsam von links. Letztlich führt dies zu der ungenügenden Akzeptanz des Kreisverkehrs bei Radfahrern, die daraufhin so illegal wie sorglos den Gehweg benutzen und an der Grundstücksausfahrt der Stadtwerke Unfälle provozieren.

Das Verhalten der Pkw-Fahrer wird dadurch herauf beschworen, dass die gepflasterte Fläche der Kreisinsel niveaugleich an die asphaltierte Fahrbahn anschließt. Die Kreisinsel sollte – wie es in einschlägigen Empfehlungen dargestellt wird und es sich anderorts auch bewährt hat – durch einen etwa 3 bis 4 Zentimeter hohen Bordstein von der Fahrbahn abgesetzt werden, der ohne weiteres von Bussen und Lkw, nicht jedoch von Pkw überfahren werden kann.

 ... und nachher. Foto: Thorsten Böhm

Der ADFC hat das Amt für Verkehr gebeten, dafür zu sorgen, dass Pkw- Fahrer möglichst die Fahrbahn benutzen und den Kreisverkehrsplatz nicht über die Mittelinsel durchqueren. In einem ersten Schritt hat das Amt die Innenkante der Kreisfahrbahn mit einer unterbrochenen weißen Linie versehen. Es soll nun beobachtet werden, ob dies schon die gewünschte Wirkung zeigt.

Literatur: Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand,Technologie und Verkehr des Landes NRW: Empfehlungen zum Einsatz und zur Gestaltung von Mini-Kreisverkehrsplätzen, Düsseldorf, 1999; Download im pdf-Format unter www.mvel.nrw.de

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