Praxisbericht Beleuchtung

Von Thorsten Böhm

Nun ist es wieder an der Zeit, dass die Tage kürzer und dunkler werden. Zeit auch, noch einmal einen prüfenden Blick auf die Beleuchtungsanlage zu werfen. Ist sie überhaupt vorhanden? Funktioniert sie? Auch bei jahreszeitlich angemessenem Mistwetter? Sollte sie vielleicht durch eine neue ersetzt werden?

In den Radnachrichten 3/2000 haben wir bereits eine Reihe empfehlenswerter Scheinwerfer, Rücklichter und Dynamos vorgestellt. Inzwischen kann der Verfasser dieser Zeilen einen Erfahrungsbericht beisteuern. Seit 1990 hat er verschiedene Beleuchtungsanlagen im nahezu täglichen Ganzjahresgebrauch. Seit Mai 2000 muß sich nun eine neue Kombination bewähren. Sie besteht aus einem SON-Schmidts Original Nabendynamo (6 V), einem Scheinwerfer Busch & Müller Lumotec oval senso plus und einem Rücklicht D-Toplight plus des selben Herstellers (Hat Herrn Dr. Müller eigentlich schon jemand gesagt, dass er der Nomenklatur seiner lichtvollen Produktpalette vielleicht doch eine Flurbereinigung angedeihen lassen sollte?).

Um es vorwegzunehmen: Dies ist die beste Lichtanlage für ein Alltagsrad, die ich bisher kennengelernt habe.

Der Dynamo funktioniert immer. Er tut das ohne jegliche Auffälligkeit. Beides kann von kaum einem seiner Konkurrenten behauptet werden. Kein Durchrutschen am Reifen, kein Verschleißen von Reifenflanke und Laufröllchen, kein Abrutschen in die Speichen, keine fummeligen Mitnehmerhebel, die zum Ein- und Ausschalten das Absteigen erzwingen, keine Würgerei mit sich widerwillig bewegenden Seitenläufern, keine mit Straßenschmutz und Bremsgummiabrieb verschmutzten Hände und Ärmel.

Sein hoher Wirkungsgrad, mit dem er zunächst im Labor glänzt, macht sich auch in der Praxis angenehm bemerkbar. Auf ein potenziell verschleißanfälliges und kraftzehrendes Getriebe konnte der Konstrukteur verzichten. Die daraus resultierende völlige Abwesenheit von Betriebsgeräuschen ist bestechend: Nie mehr jaulend durch die Nacht! Der Unterschied zwischen dem Fahren mit und dem ohne Licht ist in den Beinen ebenso kaum spürbar wie der Unterschied zwischen dem SON und einer guten Vorderradnabe beim Fahren ohne Licht.

Die Illumination steht quasi auf Knopfdruck zur Verfügung. Ein Schalter am Scheinwerfer gestattet es, das Licht auch während der Fahrt bequem ein- (Schalterstellung „1“) und auszuschalten (Schalterstellung „0“). Wer sich nicht selbst entscheiden kann, überlasse dies einem helligkeitsgesteuerten Sensor (nicht Schalterstellung „G“ wie „Geisterhand“, sondern „S“ wie „Sensor“). Der Lichtkegel des Scheinwerfers erlaubt das Erkennen von Hindernissen auf der Fahrbahn, das intensiv rote Diodenrücklicht ist auch bei diesigem Wetter aus großer Entfernung gut zu erkennen.

Die Halogenglühlampe am Scheinwerfer läßt sich leicht und ohne Werkzeug austauschen, beim Rücklicht gehören solche Arbeiten der Vergangenheit an. Nie mehr durchgebrannte Rücklichtbirnchen und solche mit oxidierten Kontakten! Die Verkabelung beider Beleuchtungskörper ist praxisgerecht und rüttelresistent.

Das Standlicht vorn und hinten ohne Batterien und Akkus sorgt für Erleuchtung beim Ampelstopp und überspielt den flackernden Lichtstrom, den die Getriebelosigkeit des Dynamos bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten bewirkt.

Mehr hierzu in den Bielefelder Radnachrichten 1/2002

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