Hauptbahnhof Bielefeld

Von Thorsten Böhm

Foto: Heinz-Gustav Dingerdissen

Kaum zu glauben, aber wahr: Nach scheinbar endlosem Eiertanz soll am 27. Oktober 2001 der erste Spatenstich für den Umbau des Bielefelder Hauptbahnhofs unter fachkundiger ministerieller Mithilfe vollzogen werden. Ein Grund zur Freude für alle Bahnreisenden?

Erstmals sollen im Rahmen dieses Umbaus auch Aufzüge zwischen der Gleisunterführung und den Bahnsteigen angelegt werden. So weit, so gut. Endlich, so hofften gebeutelte Radreisende, gerät der Weg durch den Bahnhof bei Aufbruch und Rückkehr nicht mehr zum anstrengendsten Teil der ganzen Reise.

Mittels investigativer Methoden hat der ADFC Bielefeld ermittelt, dass die zuständige DB Station & Service für die Kabinen dieser Aufzüge eine Grundfläche von lediglich 1,0 m x 1,4 m vorgesehen hat. Damit wären sie eindeutig zu klein, um ein Fahrrad darin transportieren zu können. Bahnreisenden mit Fahrrädern bliebe wie zuvor lediglich der Weg über lange Treppen, was insbesondere älteren Menschen und Fahrgästen mit Behinderten-Dreirädern unzumutbar oder unmöglich ist.

Um so unverständlicher ist diese Planung vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sie auch Bemühungen um eine Förderung des Radtourismus konterkariert. Bielefeld liegt im Schnittpunkt von fünf Radfernwegen, die zum größeren Teil in den letzten zwei Jahren eingerichtet worden sind. Weitere werden folgen. Insbesondere das Konzept der BahnRadRouten, die unter Mitwirkung verschiedener Tourismus- und Verkehrsdienstleister entstanden sind, beinhaltet ausdrücklich die Kombination von Bahn- und Radreisen.

Der ADFC Bielefeld hat sich sofort an DB Station & Service, aber auch an den Verkehrsausschuss des Landtages und das zuständige Landesministerium (MWMEV) gewandt, um darauf hinzuwirken, dass diese Planung, die so unzweckmäßig wie unzeitgemäß ist, nicht in die Realität umgesetzt wird. Nicht zuletzt werden hier Landesmittel in erheblichem Umfang eingesetzt.

Ein Lob gebührt in diesem Zusammenhang der Stadt Bielefeld. Sie plant den Aufzug zwischen der Massollestraße im „Neuen Bahnhofsviertel“ und der Gleisunterführung. Die Kabine dieses Aufzuges soll eine Grundfläche von mindestens 1,1 m x 2,1 m erhalten. Ein bequemer Abstieg in die Unterführung ist also gewährleistet. Doch wie geht es dann weiter? Der ADFC Bielefeld wird am Ball bleiben.

Weiter zu diesem Thema in den Bielefelder Radnachrichten 1/2007

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