Einmal Australien und zurück

Abschluss der Fahrrad-Aktion „Fit zur Arbeit“ in Bethel

Von Robert Burg (Bethel)

Einen Sommer lang haben die Teilnehmenden der Betheler Fahrrad-Kampagne „Fit zur Arbeit“ Kälte, Regen und dem inneren Schweinehund getrotzt. Am Dienstag, 25. November 2008, kam der Tag der Abrechnung: Die fleißigsten Radler wurden in der Neuen Schmiede in Bielefeld-Bethel prämiert.

„Ich hoffe, dass viele andere Mitarbeitende ihrem Beispiel folgen werden“, betonte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pastor Bernward Wolf. Als Schirmherr der Aktion – und überzeugter Radfahrer – gratulierte Pastor Wolf gemeinsam mit Iris von der Gracht, Leiterin des Betheler Verkehrs- und Mobilitätsmanagements, und Stephanie Dietz vom städtischen Amt für Verkehr allen Teilnehmenden für die erbrachte Leistung. Für die Fahrrad-Aktion haben Mitarbeitende von allen Bethel-Standorten in Bielefeld sowie betreute Menschen aus dem Betheler Jugend- und Berufsbereich und dem Werkstattverbund proWerk auf das Zweirad umgesattelt.

Zum Abschluss haben 27 Teilnehmende ihr ausgefülltes Mobilitätstagebuch eingereicht. In die Bewertung der Teilnehmerleistungen flossen die zurückgelegten Kilometer sowie die Tage mit Fahrradnutzung im Verhältnis zu den möglichen Arbeitstagen zu gleichen Teilen ein.

In der Mitarbeiterwertung gelang Volker Schulz der Sprung an die Spitze. Der 44-jährige bestritt den Dienstweg zum Eckardtsheimer Dienstleistungszentrum Kosila zwar nicht ausschließlich mit dem Rad, konnte sich aber mit stattlichen 2.160 Kilometern von seinen „Verfolgern“ Martin Wohlfahrt und Jörg Hamker absetzen. 

Auszeichnung: Pastor Bernward Wolf gratuliert den beiden Erstplatzierten Volker Schulz und Christoph Dölling gemeinsam mit Iris von der Gracht und Stephanie Dietz (von links nach rechts).
Foto: Paul Schulz

"Warm wird einem von alleine"

Bislang war für Volker Schulz das Mountainbike ein reines Sportgerät, mit dem er sich am Wochenende im „Teuto“ austobte. Die rund 20 km weite Anfahrt bewältigte der Verler bis dato eher mit Auto oder Motorrad. „Die ersten Wochen waren schon hart. Aber dann wurde schnell ein Selbstläufer draus“, resümiert der engagierte Radler, der immer mit Helm fährt. Das Wetter sei zwar manchmal eine Herausforderung gewesen – aber: „Radfahren macht fit und härtet ab.“ Deshalb auch sein Tipp an alle, die auf zwei Rädern durch die kalte Jahreszeit kommen wollen: „Immer eine Kleidungslage zu wenig anziehen – warm wird einem von alleine.“

In der Gruppe der Menschen mit Behinderung lieferten sich Christoph Dölling und Hans-Georg Hoffmann ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Beide ließen keinen einzigen Tag aus. Letztlich entschied der weitere Weg zur Arbeit und Christoph Dölling setzte sich mit 1.920 gefahrenen Kilometern durch. Den dritten Platz belegte Christine Frei.

Die jeweils Erstplatzierten wurden für Engagement mit nagelneuen Fahrrädern belohnt, die anderen Teilnehmenden durften sich über hochwertige Fahrrad-Taschen, Regenjacken oder zahlreiche weitere Sachpreise freuen. 

Nach Australien und zurück!

Die Aufzeichnungen der Radler wurden von einer Arbeitsgemeinschaft, die sich auf Raum- und Verkehrsplanungen spezialisiert hat, wissenschaftlich ausgewertet und bei der Abschlussveranstaltung vorgestellt. So erfuhren die Teilnehmenden, dass sie gemeinsam eine Strecke von 27.852 km zurückgelegt hatten. Das entspricht der Flugentfernung von Deutschland an die australische Westküste und zurück. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin hatte während der Aktion im Mittel 1.032 km zurückgelegt. Wer Bielefeld in Richtung Süden verließe, der käme nach dieser Entfernung bis nach Turin.

Der ADFC Bielefeld hat die Kampagne "Fit zur Arbeit" mit einer integrativen Radtour für Behinderte und Nichtbehinderte, einem Fahrsicherheitstraining, mit Beratungsarbeit und einem "Offenen Abend" im ADFC-Infoladen für die Projekt-Teilnehmer unterstützt.

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