16 Jahre Fahrradstation in Bielefeld!

Von Thorsten Böhm (Text und Foto)

Mit dem Slogan „5 Jahre Radstation“ wirbt das Bielefelder Verkehrsunternehmen Mobiel auf Flugblättern und Plakaten für die Fahrradstation am Bielefelder Hauptbahnhof. Die Stellplätze (im Parkhaus), der Fahrradkurierdienst („Flottweg“), der Fahrradverleih (ebenfalls „Flottweg“) und der Fahrradservice ("Etiennes Radladen") werden darin vorgestellt. Der ADFC-Infoladen, der ebenso zur „Radstation“ gehört, taucht hier merkwürdigerweise nicht auf. Aber wie dem auch sei: Wir werfen einen Blick auf ein Kapitel Bielefelder Fahrradgeschichte.

Es stimmt schon: Der Rat der Stadt Bielefeld hat vor fünf Jahren beschlossen, nicht mehr die Stadtverwaltung solle für den Betrieb der Fahrradstation zuständig sein, sondern die stadteigene Mobiel GmbH. Die wiederum hat das Markenkonzept „Radstation“ übernommen, das maßgeblich vom ADFC NRW entwickelt worden ist, und dem die allermeisten der nordrhein-westfälischen Fahrradstationen angeschlossen sind. Das aber war nicht der Urknall: Es gibt tatsächlich eine Zeit vor der Übergabe an Mobiel. Nebenbei: Der Begriff "Fahrradstation" war als Gattungsbegriff nicht schutzfähig, daher lautet der Markenname „Radstation“.

Wie alles anfing

Anfang der 1990er Jahre war klar, dass die Deutsche Bahn ihre Expressguthalle am Hauptbahnhof nicht mehr benutzen würde: Güter von der Schiene auf die Straße, lautet seitdem die Philosophie. Expressgüter werden nicht mehr mit der Bahn, sondern per Lastwagen transportiert. So fragwürdig diese Entscheidung verkehrspolitisch war - sie schuf Raum für eine verkehrspolitisch sinnvolle Maßnahme und bewahrte ein denkmalgeschütztes Gebäude vor dem Abriss.

Eine Idee ...

Aktive von ADFC und GAFF hatten eine Vision: In Bielefeld sollte die erste deutsche Fahrradstation nach niederländischem Vorbild entstehen. Fahrradstation heißt: Ein Bündel von Serviceangeboten für den Radverkehr, nämlich Parken, Werkstatt, Rad-Vermietung, Info-Laden. Besonders möchten wir hier Friedrich Elsermann, Frank Hofmann und Thomas Froitzheim (alle ADFC) sowie Wolfgang Wagener (damals GAFF) loben: Sie sind die geistigen Väter der Bielefelder Fahrradstation, sie entwickelten ein Konzept und lieferten Ideen für den Umbau und die Nutzung der leer stehenden Halle und begaben sich dann auf einen langen Weg durch die Besprechungszimmer. Die Bielefelder Politik und die Deutsche Bahn mussten von ihrer Idee überzeugt werden. Es wäre falsch, zu sagen, dass es quer durch alle Ratsfraktionen spontane Begeisterung gegeben hätte. Nachdem der Rat der Stadt schließlich doch „Grünes Licht“ gegeben hatte, folgten lange und intensive Verhandlungen zwischen Stadt, Land NRW und DB. Die DB stellte ihre Halle zur Verfügung, das Land NRW unterstützte das Projekt mit Geldern aus seinen Töpfen zur Stadtsanierung und Verkehrsförderung.

... wird Wirklichkeit 

Am 3. Juli 1992 war es soweit: Oberbürgermeister David eröffnete die erste deutsche Fahrradstation nach niederländischem Vorbild. Seither wird hier unter einem Dach ein Service rund ums Rad geboten, der lebhaftes Interesse im In- und Ausland hervor gerufen hat, sowie Vorbild für etliche weitere Fahrradstationen und Fördermaßnahmen ist, unter anderem für das Programm „100 Fahrradstationen in NRW“. Von Anfang an dabei ist der ADFC Bielefeld, der nicht nur mit Sachverstand und Beharrlichkeit zur Verwirklichung eines Traums beigetragen hat, sondern hier auch seinen Infoladen betreibt. 

Seit nunmehr 16 Jahren ...

 

Mehr zur Fahrradstation am Bielefelder Hauptbahnhof in den Bielefelder Radnachrichten

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So ist es wirklich gewesen: Die Eröffnung der Fahrradstation am 3. Juli 1992

 

Vor dem großen Ansturm: Blitzeblanke Parkbügel warten auf Fahrräder. Foto: Thorsten Böhm

 

Ein letztes Probeparken vor dem Festakt. Foto: Thorsten Böhm

 

Fahrendes Musikantenvolk kündigt das große Ereignis an. Foto: Thorsten Böhm

 

"Erstens: ...", Frank Hofmann (ADFC Bielefeld), einer der geistigen Väter der Fahrradstation, erklärt den Hörern und dem Chefredakteur von Radio Bielefeld, was hier vor sich geht und wie es dazu kam. Foto: Thorsten Böhm

 

Es ist soweit: Oberbürgermeister Eberhard David hält vor Presse und Publikum die Eröffnungsrede, mit Hilfe von Jürgen Mahncke (Radio Bielefeld) gelangt sie live zu den Menschen draußen an den Rundfunkempfängern. Foto: Thorsten Böhm

 

Genug der Worte, es folgen Taten: OB David durchtrennt die Banderole vor der Einfahrt zum Fahrradparkhaus, das den größten Teil der neuen Fahrradstation einnimmt. Foto: Thorsten Böhm

 

Vor der nächsten Amtshandlung erstmal eine kleine Stärkung! Frank Hofmann (ADFC Bielefeld) weiß, was jetzt gebraucht wird.  Foto: Thorsten Böhm

 

Der Oberbürgermeister arbeitet sich durch: Noch ein Hindernis muss überwunden werden!
Foto: Thorsten Böhm

 

Geschafft: Sabine Heide (Fahrradparkhaus) begrüßt das Stadtoberhaupt und sein Velo mit dem ersten Parkticket. Foto: Thorsten Böhm

 

Das Rad steht sicher am Zielort. Foto: Thorsten Böhm

 

Zur Fahrradstation gehört auch die Geschäftsstelle des ADFC mit Infoladen. Oberbürgermeister David lässt sich von Frank Hofmann das Angebot zeigen: Wie wärs denn mal mit einer Tour entlang der Weser? Foto: Thorsten Böhm

 

Als gutes Stadtoberhaupt entscheidet David sich für die Radwanderkarte "Bielefeld und Umgebung". Gemeinsam um die Wette strahlen im ADFC-Infoladen: Oberbürgermeister Eberhard David, Frank Hofmann (ADFC Bielefeld, Mitinitiator der Fahrradstation), Markus Borsutzky (ADFC Bielefeld, 1. Vorsitzender). Foto: Thorsten Böhm

 

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