Seminar zur Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung

Von Richard Schmidtpeter 

Vom 23. bis 25. April 2004 fand im Haus Neuland ein Seminar von Haus Neuland und dem ADFC NRW statt. Unter Teilnahme von Schulministerin Ute Schäfer, Prof. Dr. Volker Briese, Prof. Dr. Heiner Monheim und weiteren Referenten wurde die gegenwärtig praktizierte Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung analysiert und diskutiert. 

Dabei stellte sich dringender Handlungsbedarf bei der Altersgruppe der 11- bis 12-jährigen heraus. Die Unfallstatistiken weisen hier besonders hohe Unfallzahlen aus, wofür es folgende Ursachen gibt. Zum einen endet für diese Kinder das Recht, mit den Fahrrädern auf dem Gehweg fahren zu dürfen, zum anderen findet in der Sekundarstufe 1 im Gegensatz zur Grundschule kein Sicherheitstraining mehr statt. Hier wäre ein aufbauendes Sicherheitstraining angebracht, ändert sich doch der Schulweg. Der veränderte Schulweg verlängert sich, da die nun zu besuchenden Schulen weiter entfernt sind. So greifen mehr Kinder auf das Rad zurück, was zum Erreichen der Grundschule durch ihre fußläufige Entfernung nicht erforderlich war. Den Eltern und Kindern wird durch den im 4. Schuljahr erworbenen Fahrradführerschein eine Verkehrssicherheit suggeriert, die objektiv unter den neuen Umständen noch nicht vorhanden ist. Für den ADFC besteht hier also Anlass genug, die Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung von den Schulen einzufordern und seine Kompetenz weiterzugeben. Darüber hinaus ist auch die Behandlung des Fahrrades in fächerübergreifenden Projekten,wozu der ADFC über eine reiche Sammlung verfügt, möglich. Die Auslotung der Kriterien für eine fahrradfreundliche Schule und ein Wettbewerb um die fahrradfreundlichste Schule wären sinnvolle Initiativen seitens des ADFC, um die Beliebtheit des Fahrrades unter Kindern zu steigern und die Sicherheit der Schüler zu verbessern.

Ulrich Kalle, Ullrich Syberg, Ute Schäfer und Sigmar Fischer mit den einleitenden Worten zum Seminar im Haus Neuland. Foto: Richard Schmidtpeter

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