20 Jahre ADFC NRW

Von Richard Schmidtpeter und Eugen Südhoff

Die Feier des Jubiläums und die Arbeit des Landesvorstandes standen im Mittelpunkt der diesjährigen Landesversammlung des ADFC NRW am 8. Mai 2004 in Recklinghausen.

Christoph Zöpel hält seine Festrede auf der Landesversammlung des ADFC NRW. Foto: Richard Schmidtpeter

Als Vertreter des Stadtverbandes Bielefeld nahmen wir an dieser ordentlichen Landesversammlung teil. Um rechtzeitig das Kreishaus in Recklinghausen zu erreichen, nahmen wir den Regionalexpress, der um 7.01 Uhr aus Bielefeld ausfuhr. Da eine solche Versammlung ansonsten ein reines Arbeitstreffen ist, hatten wir in diesem Jahr das Glück, dass der zwanzigste Jahrestag der Gründung des ADFC NRW feierlich begangen wurde. So waren hochrangige Politiker zur Gratulation vor Ort.

Verkehrsminister Axel Horstmann bekräftigte alle Delegierten darin, mit ihrer erfolgreichen Arbeit fortzufahren und sagte Unterstützung für die Umsetzung der Ziele des ADFC zu. Er verwies auf die im Lande begonnene Ausschilderung des Radverkehrsnetzes NRW. Eine Vorreiterrolle für den Bund wird erhofft. Die große Abmessung der Beschilderung ist beabsichtigt, damit Radler nicht nach den Schildern suchen müssen und um sie auch Autofahrern sichtbar zu machen.

Auch einem Landesverkehrsminister wird nicht so ohne weiteres jeder Wunsch sofort erfüllt. So hat Herrn Horstmann der beabsichtigte Bau von Radverkehrsanlagen an Wasserstrassen nach seinen Angaben ihm bereits eine „Brieffreundschaft“ mit Bundesverkehrsminister Stolpe eingebracht. 

Des weiteren wusste Herr Horstmann zu berichten, dass erst vor kurzem in Warendorf die fünfzigste Radstation eröffnet wurde und damit die Hälfte des Weges zu den „hundert Radstationen NRW“ erreicht ist.

Wer über eine schnelle DSL- Verbindung zum Internet verfügt, dem wurde empfohlen, die Seite des Radroutenplaners NRW aufzusuchen.

Im Anschluss hieran sprach der ehemalige Landesverkehrsminister Christoph Zöpel. Herr Zöpel war sehr davon angetan, vom ADFC eingeladen worden zu sein. Er erinnerte in seiner mit Herzblut gehaltenen Rede an die Bedeutung des Städtebaus. In einem Vergleich seiner eigenen Kindheit und der unbefangenen Entdeckung der Umgebung mit dem Fahrrad im ländlichen Lübbecke in den fünfziger Jahren und dem seiner Kinder in den siebziger Jahren in der Stadt Bochum wurde deutlich, wie wenig Freiraum heutigen Kindern noch zur Verfügung steht. So kam er auch zu dem Schluss, die Gleichung „fahrradfreundlich gleich familienfreundlich“ aufzumachen.

Nach diesen morgendlichen Festreden zum zwanzigjährigen Bestehen des ADFC NRW begab man sich zum „Sektfrühstück“.

An die Arbeit

Frisch gestärkt ging es an die Arbeit. Hierbei galt es, das vergangene Jahr aufzuarbeiten und den Vorstand zu entlasten,was dann auch geschah. Ziele für das neue Jahr wurden vorgestellt und Abstimmungen durchgeführt. Als ein Projekt für das nächste Jahr gilt es, in Zusammenarbeit mit Tourismusverbänden eine Route des Jahres zu küren und so die Konkurrenz der Radwanderrouten untereinander und deren Qualität zu steigern.

Weiter gearbeitet wird in der ADFC-Entwicklungsagentur für Radstationen an deren Ausbau. Erstellt wurde auch eine Broschüre zum Fahrradparken im Wohnbestand. Deren Notwendigkeit wurde nicht zuletzt in Bielefeld erkennbar (siehe auch Bielefelder Radnachrichten 2/2003 und 4/2003). Die Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft der Fahrradfreundlichen Städte NRW, die ihr zehnjähriges Bestehen beging, ist weiterhin zu erwähnen.

Mit gut 25 000 Mitgliedern ist der ADFC NRW der mitgliederstärkste Landesverband und darf ein Viertel der Delegierten zur Bundeshauptversammlung stellen.

Bei der Wahl von Delegierten zur Bundeshauptversammlung konnten die drei Bielefelder Kandidaten auf aussichtsreichen Nachrückerplätzen landen. Des weiteren bleibt zu erwähnen, dass die Landesversammlung sachlich und zügig durchgeführt wurde. So machten wir uns bereits gegen 17 Uhr wieder auf den Heimweg.

Auf die nächste Landesversammlung am 7. Mai 2005 darf man sich schon freuen. Ausgerichtet wird diese vermutlich als Einladung zum 75-jährigen Jubiläum der Stadt Leverkusen in Leverkusen.

Was uns noch auffiel: Inmitten der vielen Tourenprogramme der verschiedenen Kreisverbände, die zur Ansicht auslagen, stach das Bielefelder Radtourenprogramm durch Qualität und Umfang heraus. Von dieser Stelle nochmals ein Dank an die Ersteller und vielen Tourenleiter für ihr Engagement.

 

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