Inliner und Biker - Rivalen der Piste?

Von Dirk Warscheit

Das letztjährige Sommerloch war gefüllt von Berichten aller Art über das, was unsere Väter (und Mütter) früher einfach Rollschuh-Laufen genannt haben: Inline-Skating.

Der Streit um die Bielefelder Skate-Night zog sogar bis vors Gericht. Anspruch und Wirklichkeit gehen dabei weit auseinander. Einerseits diejenigen (50% ?), die mit diesen Schuhen-mit-Rädern technisch perfekt umgehen können, sie vielleicht tatsächlich als „Alltagsverkehrsmittel“ nutzen und sie jederzeit sicher beherrschen, andererseits diejenigen, die nur auf der Welle mitschwimmen und zum Anhalten den Halt eines festen Gegenstandes brauchen. Gemeinsam eint sie jedoch die Forderung, nicht – wie nach derzeitiger Auslegung der StVO eindeutig vorgeschrieben – auf dem Gehweg fahren zu müssen. Lieber wollen sie die gut geteerte Straße oder den Radweg nutzen.

Nun zu den Bikern (denen ohne Motor): Dort gibt es die langsameren Fahrer, denen ein nicht so komfortabler Radweg ausreicht. Sie fahren maximal 15km/h und es ist Ihnen wichtig, möglichst weitab des motorisierten Verkehrs zu fahren. Da gibt es aber auch diejenigen (und zwar nicht nur Rennrad- und Mountainbikefahrer), die mit dem Rad regelmäßig längere Strecken in möglichst kurzer Zeit zurücklegen wollen. Diesen ist jeder Schlenker, jede Bodenwelle und jede Einmündung im Radweg ein Dorn im Auge. Entsprechend der langjährigen und (wieder) aktuellen Forderung des ADFC möchten diese ebenfalls die bessere Spur, nämlich die Fahrbahn nutzen.

Gemeinsamkeiten

War da was? Tatsächlich: Gemeinsamkeiten! Nämlich die Forderung nach adäquaten Verkehrswegen ! Und noch etwas: Inliner gehören (zumindest moralisch) ebenfalls zum Umweltverbund, sie erzeugen keine giftigen Abgase, verbreiten keinen Lärm und Unfälle mit ihnen verlaufen für andere Verkehrsteilnehmer eher glimpflich. Mal abgesehen von der Spezies „Auto-Sportler“ (die es leider bei den Radlern auch gibt), die ihr Gerät erst mit dem Pkw zur Einsatzstelle fahren und dabei oft mehr benzin- als muskelbetriebene Kilometer zurücklegen.

Es besteht daher keine Notwendigkeit, zwischen Inlinern und Radfahrern (und Fußgängern) eine Feindschaft herbeizureden. Zumindest aus unserer Sicht werden wir –  trotz der derzeit (noch) klaren Rechtslage „Inliner gehören mit Schrittgeschwindigkeit auf den Gehweg“ – hierzu lediglich an die Rücksichtnahme und das gegenseitige Verständnis dieser Verkehrsteilnehmer appellieren, denn es gibt eine Menge wichtigerer Streitpunkte !

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