20 Jahre ADFC in Bielefeld, Teil 1

Von Michael Mertins

Dem Wunsch des Vorstandes, zum 20jährigen Jubiläum von ADFC-Aktivitäten in Bielefeld mal aufzuschreiben, wie es zur Vereinsgründung kam, bin ich gerne nachgekommen. Als der letzte Vereinsaktive aus der Gründungszeit, war ich als „ADFC-Urgestein“ fast vorausbestimmt, diese Zeilen niederzuschreiben. Es ist keine der üblichen Chroniken geworden, sondern eine persönliche Schilderung, die so manchen Abstecher enthält, um die Ereignisse Anfang der 80er Jahre besser zu verstehen.

Um ganz vorne „bei Adam und Eva“ zu beginnen, stellt sich eigentlich die Frage: Wie kam der Chronist wieder zum Fahrrad? Ich hatte in den 60er und 70er Jahren die so allgemein übliche mobile Karriere durchgemacht – Kinderrad, Jugendrad (viel Chrom und Nirostateile!), Rabeneick-Sportrad (vom älteren Bruder geerbt), Rennrad (bei Neckermann bestellt), Gebraucht-MOFA (von der Cousine geschenkt bekommen), Vaters Auto am Wochenende (Ford Capri) und zum Abitur das eigene Auto bekommen in Form einer roten Ente (Citroën 2CV), auch bekannt als „Döschevo“!

Michael Mertins berichtet aus den Kindertagen des ADFC in Bielefeld. Foto: Privat

 

Mit 16 trat ich schon in den ADAC ein (ja richtig gelesen: A-D-A-C!), denn ich war ein großer Motorsportfan. Die Tapete meines Zimmers bestand eigentlich nur aus Fotos von Renn- und Rallyewagen! Und um in diesem zarten Alter aktiv Motorsport in Form von kleinen Rallyes als Beifahrer zu bestreiten, war eine sogenannte Interessenten-Mitgliedschaft im ADAC notwendig. An dieser Stelle möchte ich beichten, dass ich mir noch heute liebend gerne die Läufe zur Rallye-Weltmeisterschaft bei den TV-Sportkanälen ansehe.

Über Kinderrad und 2 CV zum ADFC

Doch zurück zu meiner mobilen Karriere, die bald – sicherlich zur Erleichterung der Leserinnen und Leser – fahrradfreundliche Züge annehmen wird. Bei der Bundeswehr in Münster erfuhr ich mir 1973 noch den LKW-Führerschein und zog dann mit Sack und „Ente“ zum Studium nach Berlin, wo es zu dieser Zeit überhaupt keine Radfahrer gab. Nach der Fachhochschule fand ich 1978 so automobil geprägt meine erste Arbeitsstelle in Dortmund.

Eines Tages entdeckte ich in den Ruhr-Nachrichten als aufmerksamer Leser des Lokalteils eine kleine Meldung, dass ein Fahrradverein namens ADFC Radwanderungen veranstaltete. Als studierter Kartograph und passionierter Kartenleser kam ich auf die Idee, den ADFC-Mitgliedern vielleicht das nötige Wissen im Kartenlesen beibringen zu können, denn durch Beruf und viele 1000 Rallyekilometer fühlte ich mich sicher zurecht als „Kartenfuchs“. Nach der Kontaktaufnahme mit den Vereinsaktiven, die sofort davon angetan waren, fand in Dortmund ein Kartenlesekurs statt. Dadurch lernte ich den Verkehrsplaner Heiner Kassack kennen, der damals schon auf Bundesebene für den ADFC aktiv war. Zu dieser Zeit steckte selbst der Bundesverband noch in den Kinderschuhen! Heiner berichtete mir von einer geplanten Fachgruppe „Kartographie“, die sich um die Verbesserung der bestehenden Radfahrerlandkarten kümmern wollte. Da war ich natürlich Feuer und Flamme, denn ich konnte dort mein Fachwissen einbringen.

Anläßlich der Internationalen Fahrrad- und Motorradausstellung (IFMA) 1980 in Köln lernte ich dann bei einem offiziellen ADFC-Termin Jan Tebbe, den leider so früh verstorbenen Begründer des ADFC, kennen, der mir in seiner freundlichen und motivierenden Art auf die Schulter klopfte und meinte: „Sie machen das schon!“. Gemeint hatte er, den Vorsitz der Bundesfachgruppe Kartographie zu übernehmen. Fachlich gab’s keine Bedenken, aber ich war weder Mitglied im ADFC, noch besaß ich ein Fahrrad! Das sollte sich in den nächsten Monaten schnell ändern.

Schmerzhafte Erfahrungen

Der Vereinseintritt war ja nur ein formeller Akt, aber das Radfahren gestaltete sich schwieriger und schmerzhafter als gedacht.

Der ADFC Dortmund veranstaltete in jener Zeit eine riesige Radtour ins Sauerland, Rückfahrt – Gott sei Dank – per Sonderzug! Über 400 Teilnehmer hatten sich angemeldet, darunter auch meine Freundin, heute meine liebe Angetraute, und ich. Die in unserem Haushalt nicht vorhandenen Räder liehen wir uns von den Eltern eines Arbeitskollegen! Die besaßen tatsächlich noch ihre alten Fahrräder, eines davon ein Miele-Rad. Mit diesen antiken Schätzchen starteten wir gen Sauerland, besser quälten wir uns nach Süden den Haarstrang hinauf, einen kilometerlangen Anstieg von der Münsterländer Bucht in die Höhen des Sauerlandes. Als wir beide dann erschöpft ins Ziel rollten, hatten wir die letzten Kilometer mehr oder weniger auf den Pedalen stehend verbracht, weil uns der Allerwerteste so weh tat. Wie weich kamen uns die gepolsterten Sitzbänke des Sonderzuges bei der Rückfahrt vor! Gut, dass es auch Bergabpassagen und eine Malzbierpause gegeben hatte, sonst hätten wir diese Tour nicht durchgehalten.

Trotz der Schmerzen war die Fahrt ein schönes Erlebnis, denn die Straße gehörte allein uns Radlern. Warum war das eigentlich in der übrigen Zeit ganz anders?

Wie alles in Bielefeld begann

Die Fachgruppenarbeit „Kartographie“ war gut in Gang gekommen und zwei ADFC-Broschüren mit Empfehlungen für Radfahrerstadtpläne und Radwanderführer waren in Arbeit. Weil die Teilnehmer der Gruppe aus verschiedenen Städten kamen, waren unsere bevorzugten Treffpunkte Bahnhofsrestaurants von IC-Bahnhöfen.

Im März 1981 ging dann meine Zeit in Dortmund zu Ende und ein Umzug nach Bielefeld stand ins Haus. Die Dortmunder ADFCler steckten mir zum Abschied eine wichtige Adresse in die Tasche, die ich unbedingt kontaktieren sollte, um eine Vereinsgründung in Bielefeld anzuleiern. Hinter der Adresse in der Theesener Straße verbarg sich der spätere erste Vorsitzende Franz-Josef Dammann.

Nach ein paar Monaten Probezeit bei der Stadtverwaltung Bielefeld, meinem neuen Arbeitgeber, konnte ich meinen Wohnsitz von Asemissen nach Schildesche zu meinem Bruder verlegen. Damit rückte die Entfernung zum Arbeitsplatz in radelbare Größe, sodass der Kauf eines Fahrrades in greifbare Nähe rückte. Meine ADFC-Kontakte in Dortmund hatten sich also doch ideell ausgewirkt und ein Rad erschien mir plötzlich als absolut geniales Fahrzeug. Ich kann die Leser und Leserinnen beruhigen – das sehe ich auch heute noch so, auch wenn ich mich mehr mit fahrradhistorischen Dingen beschäftige. Meine umweltfreundliche Einstellung war keine Eintagsfliege – seit 20 Jahren fahre ich jeden Tag bei Wind und jedem Wetter mit dem Rad zur Arbeit, immerhin über 5 Kilometer pro Strecke. Mein Kälterekord liegt bei –17° C.

Durch eine Arbeitskollegin, die den Vertriebsleiter von Raleigh-Deutschland kannte, kam ich an ein edles Damenrad mit Trommelbremsen. Doch als praktisches Stadtrad bei meiner Größe von 1,93 m bewährte es sich nicht – der Rahmen war nicht steif genug. Ich konnte es im Folgejahr beim ersten ADFC-Radmarkt verkaufen. Über diese Veranstaltung später mehr.

Darauf gab’s ein Raleigh-Herrenrad mit zwei ineinander verschachtelten Nabenschaltungen. Leider fuhr ich das Tretlager gleich kaputt, denn es enthielt ab Werk kein Gramm Fett! Verständlicherweise stand ich nun nicht mehr so auf Raleigh und nach der kostenlosen Reparatur verkaufte ich es wieder.

Danach baute ich mir aus einem alten Dürkopp-Rahmen ein sehr schönes blaues Rad, das heute nur noch schonend für Sonntagsfahrten benutzt wird – es ist nämlich ein echter Oldtimer, Baujahr 1948! Und ich muss an dieser Stelle sagen, dass es mit mir sechs Jahre sehr zuverlässig durch dick und dünn fuhr. Es entstand eine echte Fahrradfreundschaft, die hoffentlich noch viele Jahre andauern wird!

Beim ersten ADFC-orientierten Treffen im Juli 1981 bei Franz-Josef trafen sich nur wenige Insider, z. B. das Ehepaar Maas aus Bünde. Wir beschlossen im Sinne des Vereins aktiv zu werden, aber wie fängt man so etwas eigentlich an? Wo beginnt die Förderung des Fahrrades? Wie bringt man andere auf’s Rad? Entschieden haben wir uns für die Ausrichtung einer Radwanderung, um erst mal für einen größeren Personenkreis interessant zu werden.

Erinnern kann ich mich gut an den Tag der Veranstaltung, einen sogenannten freiwilligen autofreien Sonntag im September. Wir riefen auf zu einer öffentlichen Radtour zum Hücker Moor, die in Schildesche an der Stiftskirche begann. Mit selbstgestalteten DIN A 3 Plakaten warben wir für die Veranstaltung, traten damit erstmals bei den örtlichen Fahrradhändlern in Erscheinung. Groß waren ihre Bedenken, der Aushang könnte ihre Auslagen im Schaufenster verdecken. Kommt das den Aktiven von heute irgendwie bekannt vor? Nur ganz wenige Händler waren angetan vom Verein und wir dachten, offene Türen einzurennen!

Wenn ich mich recht erinnere, haben wir sogar Aufkleber drucken lassen, mit einer stilisierten Sparrenburg drauf und dem Schriftzug „Tour de Teuto“ drum herum. Sie waren als Teilnehmerplaketten gedacht und wurden durch das Startgeld finanziert. Mehrere Hundert blieben über, mit wie vielen Teilnehmern hatten wir eigentlich gerechnet? Es kamen schließlich um die 70 Radler und Radlerinnen auf den Kirchplatz und das muss aus heutiger Sicht schon als Erfolg gesehen werden, denn den ADFC kannte in Bielefeld zu diesem Zeitpunkt eigentlich keiner.

Im Lokal am Hücker Moor standen wir dann als Gesprächspartner für die Fahrradinteressierten zur Verfügung und leisteten Aufklärungsarbeit in Sachen ADFC. Die Gefahr, dass die Tour zu einer Kaffeefahrt mit Werbecharakter abrutschte, konnte durch das sachliche Beantworten vieler fahrradtechnischer Fragen verhindert werden. Eine ältere Frau wollte sogar wissen, wie hoch denn der Jahresbeitrag im ADFC für Rentner wäre. Da musste ich erst mal passen, damit hatte ich mich überhaupt noch nicht beschäftigt. „Das sollten Sie aber wissen, junger Mann“, konterte Frau Dr. K. Wie recht sie hatte! Ich darf an dieser Stelle alle beruhigen, die gute Frau ist trotzdem in den Verein eingetreten, vielleicht gerade weil die fehlende Auskunft sie überzeugte, dass hier keine Mitgliederfänger, sondern Fahrradbegeisterte am Werk waren.

Wie ging es nun weiter mit den Vereinsaktivitäten?

Eine Handvoll Fahrradfans hatten sich quasi zu einer Ortsgruppe Bielefeld zusammengeschlossen, meistens trafen wir uns auf der Deele von Franz-Josef in Theesen. Um Kosten für Porto und Kopien zu begleichen, wurde gesammelt, denn einen Etat wie heute hatten wir nicht. An alles kann ich mich nach so langer Zeit natürlich nicht mehr erinnern. Wir blieben durch Rundbriefe in Kontakt und agierten als „Bezirksverein in Gründung“. Das klang schon besser als diese ungeliebte Bezeichnung „Ortsgruppe“, die arg nach NSDAP klang! Wer hat sich so eine Bezeichnung eigentlich beim ADFC-Bundesverband ausgedacht? Ortsgruppen bestanden auch schon in Detmold, Gütersloh, Herford und Spenge.

Im Winter 81/82 stellten die Aktiven in Bielefeld eine Mängelliste für den Radverkehr zusammen, übergaben sie der Stadtverwaltung und veranstalteten im Juni 82 eine Woche „Umwelt und Verkehr“. Von Dienstag bis Sonntag wurde ein umfangreiches Programm geboten: Eröffnungsabend mit Diskussion, Fahrrad-TÜV an der Marienschule, Geschicklichkeitsturnier auf dem Verkehrsübungsplatz am Stadtholz, Infostand in der Bahnhofstraße und eine Radwanderung durch die Senne.

"Umwelt und Verkehr" war der Titel der Aktionswoche des ADFC im Jahre 1982.

 

Frikadellen für die Bürgermeisterin

Am peinlichsten war die Podiumsdiskussion in der Gesamtschule Schildesche, bei der sich mehr Leute auf dem Podium als davor befanden. Kein Wunder, denn es war ein wunderbarer Sommerabend. Zuvor war es jedoch zu einem merkwürdigen Ereignis gekommen, das meine Meinung zur Lokalpolitik arg veränderte. Die damalige Bürgermeisterin Frau Schwerdt eilte ins Forum der Gesamtschule und meine Frikadelle, die ich gerade verzehrte, fiel ihr zum Opfer. „Bei Frikadellen kann ich mich nicht beherrschen!“, war ihr Kommentar. Zu ihrer Entschuldigung muss ich berichten, dass sie nur ein Stück nahm, aber sprach das nun für ihre Volkstümlichkeit oder für die Erhöhung der Spesen von Lokalpolitikern? Ich war jedenfalls sprachlos!

Die erschienenen Mitglieder des Stadtrates hatten natürlich Oberwasser wegen der mangelnden Beteiligung von Radfahrerseite. Was hatten wir Aktive für einen schweren Stand damals! Das Ganze war einfach eine Nummer zu groß für uns. Aber wir ließen uns nicht erschüttern in unserem Glauben an eine neue, fahrradfreundliche Verkehrspolitik.

Besser liefen dagegen andere Aktionen wie zum Beispiel der erste Gebrauchtfahrradmarkt, der im März 1982 auf dem Parkplatz des Marktkaufs an der Huberstraße statt fand. Viele hundert Kaufinteressenten stürmten den Platz, es gab ein regelrechtes Chaos rund um den Veranstaltungsort, weil der große Parkplatz nicht ausreichte. Leider gab es zu wenig Angebote, aber wenigstens unser Bücher- und Landkartentisch profitierte von den vielen Menschen.

Im September gab es zum autofreien Sonntag wieder eine Radtour zum Wasserschloß Tatenhausen, die ich ausgearbeitet hatte. Leider kamen zum Start an der Universität nur wenige Teilnehmer.

Ein Wartungskurs stand auf der Kippe mangels Teilnehmer – ich kann aus der Erinnerung nicht sagen, ob er letztlich doch stattfand.

In diesem Herbst wurde auch eine kostenlose Beleuchtungsaktion bei mehreren Fahrradhändlern durchgeführt, bei der alle technisch versierten ADFCler im Einsatz waren. Die Aktion ist für mich mit einer sehr traurigen persönlichen Erinnerung verbunden. Am Aktionstag bekam ich morgens die telefonische Nachricht, dass mein Vater während eines Urlaubs in Japan verstorben war. Nachdem ich irgendwie meinen Arbeitstag hinter mich gebracht hatte, fand ich mich nachmittags wie vereinbart in der Wilhelmstraße bei „Velodrom“ ein (heute "Raddesign"), um Beleuchtungen zu prüfen und zu reparieren. Was blieb mir anderes übrig ???

Arbeitskreis und Gruselkabinett

Was stellten wir noch so an, um für den ADFC in die Zeitung zu kommen? Unsere Mängelliste zum Bielefelder Radwegenetz, das eigentlich gar keins war, wurde länger und länger. Die Liste stiftete eher Ratlosigkeit im Rathaus. Doch wie heißt es immer so treffend: „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bild’ ich einen Arbeitskreis!“ So verfuhr auch die Stadtverwaltung Bielefeld mit ihrem „Arbeitskreis Radverkehrsanlagen“. Wir wurden umgehend als Teilnehmer eingeladen, aber zu bewegen war kaum etwas, viel zu zäh gestaltete sich der Brei aus Kompetenzgerangel, Geldmangel und Planungsinkompetenz. Viele Probleme wurden von Tiefbauern und Planern einfach ausgesessen. Mal nahm ich teil, öfter auch Franz-Josef, aber irgendwie war uns die Zeit zu schade! Unsere Ideen und besonders die unseres ersten Vorsitzenden, die Radfahrwelt zu verbessern, waren ihrer Zeit einfach zu weit voraus.

Andere Aktionen waren uns wichtiger. Mit Hajo Langer organisierte ich eine Fahrradaktion mit dem Jugendamt in Stieghorst, diesmal leider ohne Presse. Für die Polizei machte ich eine Fotoserie zu technischen Mängeln an Fahrrädern, die für den Schulweg benutzt wurden. Der Kontakt zur Polizei war durch eine Besichtigung der Verkehrsschule am Stadtholz (heute Daimler-Chrysler) zu Stande gekommen. Innerhalb kürzester Zeit waren die Fotos geschossen, und mir wurde schlagartig klar, wie tief der Stellenwert des Fahrrades bei Schülerinnen, Schülern und auch Eltern lag. Mein Gruselkabinett der Verkehrssicherheit wurde von der Polizei für eine Aktion in einem Kaufhaus verwendet. Leider wurde bei der Präsentation vergessen (?) anzugeben, wer die Fotos gemacht hatte! So hatten wir uns eine Zusammenarbeit mit den Uniformierten eigentlich nicht vorgestellt. Sie endete damit für lange Zeit.

Uns passierten natürlich auch Fehler. Bei einer Radtour durchs Ravensberger Land ging mal ein Teil der Gruppe verloren, weil die Abstände zwischen den Teilnehmern zu groß wurden. Wir haben sie nie wieder gesehen!

Die erste Vereinszeitung

Um eine bessere Informationspolitik im Sinne des ADFC betreiben zu können und mehr Radfahrer und Radfahrerinnen direkt zu erreichen, wurde beschlossen, eine Vereinszeitung, das „RADBLATT“, ins Leben zu rufen.

Die Erstausgabe erfolgte Januar 1983, kurz vor der offiziellen Gründungsversammlung. Die Herstellung dieses Blattes fiel in meine Zuständigkeit und ich engagierte mich sehr für diese Zeitung. Die gesammelten Jahrgänge sind noch in der Geschäftsstelle am Bahnhof zu besichtigen, ganze 16 Hefte in 4 Jahren habe ich produziert.

 

Dies war schon die zweite Ausgabe der Vereinszeitung "Radblatt".

 

 

Jeder, der schon mal eine Zeitung hergestellt hat, kann sich vorstellen, was es für eine Mühe war, sie rechtzeitig und mit der notwendigen Anzeigendeckung von etwa 1000 DM pro Heft zu produzieren. Erschwerend kam hinzu, dass der Bezirksverein eine so große Fläche abdeckte.

Wenn genügend Artikel eingetroffen waren, schrieb Frau Dammann, unsere treue Seele, alles sauber mit der immerhin schon elektrischen Schreibmaschine auf Spaltenbreite ab. Werbeanzeigen der Fahrradhändler waren kaum vorhanden, wurden größtenteils auch von mir kostenlos erstellt. Damit ließ sich so mancher Händler ködern, denn die Qualität der erstellten Druckvorlagen war gut. Einige Anzeigen entstanden auch nach Feierabend in der Werbeagentur, in der meine Freundin arbeitete.

Es steckte sehr viel Arbeit in einem Heft und zwei Tage vor Drucklegung waren Spätschichten bis Mitternacht angesagt. Die Druckvorlagen wurden damals noch seitenweise zusammengeklebt. Die Auflagen betrugen 2000 Exemplare und mehr, je nach dem welche Werbeaktionen bevorstanden. Wir mussten viel werben, denn „wer nicht wirbt, der stirbt!“. Wie viele Mittagspausen mein Freund Lutz und ich wohl verbracht haben, um Radblätter unter Gepäckträger zu klemmen oder in Gepäckkörbe zu werfen? Wir kannten jede größere Ansammlung von abgestellten Fahrrädern in der Innenstadt, um die Auflage schnell unter die radelnde Bevölkerung zu bringen. Steigerung des Bekanntheitsgrades des ADFC und der Mitgliedszahlen und letztlich eine eigene Geschäftsstelle waren unsere Ziele.

Wie es weiterging mit dem ADFC in Bielefeld – das steht in der nächsten Ausgabe der Radnachrichten. Weiter zu Teil  2 dieses Berichtes

 

ADFC’ler der ersten Stunde gesucht

Ich würde mich sehr freuen, wenn MitstreiterInnen „der ersten Stunden“ den Weg zum 20jährigen Jubiläumsfest am 26. August fänden, um die eine oder andere Geschichte mit mir aufzuwärmen, die ich hier nicht erwähnt habe. Viel Erfolg weiterhin und ein gelungenes Fest wünscht an dieser Stelle Michael Mertins.

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