Wo ist das Fahrradabteil?

Von Heinz-Gustav Dingerdissen

Gerade in der Reisesaison nutzen viele Radfahrer für An- und Abreise den Zug, um von Bielefeld aus „zügig“ Ziele in der näheren oder weiteren Umgebung zu erreichen und dann radelnd zu erkunden. Wie geht das? Hier ein paar hilfreiche Tipps und aktuelle Hinweise. 

Spielregeln kennen


Die Kombination „Fahrrad und Bahn“ ist eigentlich ganz einfach, jedenfalls wenn man die Spielregeln kennt und der Mitspieler (Deutsche) Bahn sich auch daran hält.
Zu den Spielregeln gehört, möglichst schon vor Zugankunft auf dem Bahnsteig dort zu stehen, wo der Waggon mit dem Fahrradabteil oder Mehrzweckabteil halten wird. Das vermeidet nämlich nach Zugankunft sportliche Spurts mit dem Rad entlang des gesamten Zuges. Radfahren auf dem Bahnsteig finden Bahnpersonal und andere Reisende nicht besonders spaßig und deshalb ist es auch verboten.

Wo ist nun das Fahrradabteil?


Bei den IC-Fernverkehrszügen hilft ein Blick auf den „Wagenstandsanzeiger“ auf dem Bahnsteig. Bei den ICE-Zügen ist es leider noch einfacher. Trotz langjähriger Bemühungen des ADFC heißt es beim ICE immer noch: „Fahrräder müssen draußen bleiben“.

Bleibt noch der Nahverkehr. Alle Nahverkehrszüge der Privatbahnen und der Deutschen Bahn nehmen Fahrräder mit. Der entsprechende Zugteil/Waggon ist außen mit einem Fahrradsymbol gekennzeichnet. Einen Wagenstandsanzeiger wie beim Fernverkehr gibt es für den Nahverkehr nicht. Das ist kein großes Problem bei den relativ kurzen Zügen der Privatbahnen, die von Bielefeld aus auf vielen Strecken fahren.

So sieht er aus:
Der Doppelstock-Steuerwagen des DB-Regionalexpresses RE 6, der zwischen Düsseldorf und Minden verkehrt und dabei auch im Bielefelder Hauptbahnhof hält. In diesem Wagen befindet sich das Fahrradabteil.

Foto: Heinz-Gustav Dingerdissen

Aber auf der Hauptstrecke zwischen Minden und Düsseldorf (Regional-Express RE 6) fährt die Deutsche Bahn, und deren (Doppelstock-)Züge haben fünf lange Waggons. Das große und stufenlose Fahrradabteil befindet sich im „Doppelstock-Steuerwagen“, und der ist an dem Zugende, wo die Lok nicht ist.

Ist das nun vorn oder hinten? Wer weiß ... ? Eine Durchsage am Bahnsteig gibt es zumindest in Bielefeld (noch) nicht. Also hilft dem bahnfahrenden Radler nur die Erfahrung, und auch das nur, solange der Mitspieler Deutsche Bahn die Spielregeln nicht ändert. Und gerade das ist beim letzten Fahrplanwechsel (im Dezember 2008) für die Züge in Richtung Minden und Düsseldorf geschehen.

Aktuelle Spielregeln im Regionalexpress 6 von Bielefeld in Richtung Minden und Düsseldorf


Im Augenblick befindet sich (normalerweise) das Fahrradabteil in Fahrtrichtung Minden am Ende des Zuges (Hauptbahnhof Bielefeld Gleis 2 Abschnitt D) und Richtung Düsseldorf am Anfang des Zuges (Hauptbahnhof Bielefeld Gleis 4 Abschnitt E). Auf diesen beiden Bahnsteigen sollte man sich vom fahrradgeeigneten Aufzug (ein ADFC-Erfolg, siehe Bielefelder Radnachrichten 1/2007) aus also stets Richtung Teutoburger Wald bewegen, das ist schon die „halbe Miete“.

Und wenn dann im Ausnahmefall die Deutsche Bahn die Spielregeln einhält und zumindest frühzeitig am Bahnsteig durchsagt, dass der Zug diesmal „anders gereiht“ ist (also das Fahrradabteil woanders als üblich hält), dann steht dem Radausflug oder 
-urlaub in der sinnvollen Kombination „Fahrrad und Bahn“ nichts mehr entgegen. Schöne Touren! 

Die Fahrräder haben im Fahrradabteil Platz genommen, und los gehts in Richtung Minden zu einer Tour auf der "Storchen-Route". Foto: Heinz-Gustav Dingerdissen

(Stand April 2009)

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