Bangladesh oder Wipshausen?

Der Preis für den weitesten Flug beim ADFC-Ballonflug-Wettbewerb

Von Ingrid Dingerdissen

Silvia Findeldey erhielt kurz vor Weihnachten vom ADFC Bielefeld einen Preis, und zwar  für den am weitesten geflogenen Luftballon des ADFC-Luftballonwettbewerbs anlässlich der Aktion „Ohne Auto Mobil“ am 20. September 2009.

Am 20. September 2009 waren die Heeper Straße und die Herforder Straße zwischen Bielefeld und Herford autofrei. Radfahrer, Inline-Skater, Jogger und Spaziergänger eroberten die Straße. Wer wollte, konnte Luftballons zwischen den ADFC-Ständen im Ravensberger Park und in Bielefeld-Brake mitnehmen. Am Ziel angekommen,  erhielten die „Transporteure“ eine ADFC-Klick-Klack-Dose mit Traubenzucker. Außerdem konnten sie ihre Ballons mit einer Postkarte versehen zu einem Luftballon-Wettflug steigen lassen. Mehrere hundert Ballons wurden auf die Reise geschickt.

Die Ziele der Ballons

Gut 50 Wettflugkarten kamen zurück zum ADFC. Die Ballons flogen ins Lipperland, durch die Porta Westfalica, zum Steinhuder Meer und in den Raum Bückeburg. 

Eine Karte kam sogar aus Bangladesh zurück! Großes Erstaunen bei der Jury, fachkundige Hilfe wurde gesucht und gefunden. Nach prompter Auskunft von  Meteomedia, dem Wetterdienst von Jörg Kachelmann,  hätte ein Ballon bei den Wetterbedingungen am Starttag und unter günstigsten Bedingungen höchstens bis nach Südrussland fliegen können, niemals aber bis nach Bangladesh auf dem indischen Subkontinent. Wir wollten es genau wissen: Durch Recherchen im Internet konnten wir den Absender ausfindig machen und befragen. Auf unsere Anfrage erklärte dieser, er habe die Karte auf Wunsch seiner Tochter im Flugzeug mitgenommen und in Bangladesch in einen Postkasten geworfen. Per Ballon war die Karte nur bis nach Silixen im lippischen Extertal geflogen ... Diesen Landepunkt  ließ die Jury gelten, für einen Preis reichte das aber nicht.


Ingrid Dingerdissen (links) überreicht Silvia Finkeldey ihren Gewinn, eine Radtasche. Foto: Heinz-Gustav Dingerdissen

Die anderen Rücksender der Karten, die alle ein kleines Dankeschön vom ADFC Bielefeld erhielten, fanden die Ballons im eigenen Garten, bei Spaziergängen an der Weser, in der Mittagspause auf dem benachbarten Acker oder beim Pilzesuchen. Am weitesten flog der Ballon von Silvia Finkeldey, nämlich bis ins Kieswerk Wipshausen nördlich von Celle. Jetzt freut sie sich über den ersten Preis, eine Ortlieb-Radtasche, die sie gut gebrauchen kann, da sie fast alle Wege mit dem Fahrrad zurücklegt.

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