Kommunalwahl 2009 - Was sagen die Spitzenkandidaten?

Aktion "5 km/h langsamer = 140 Verletzte weniger jährlich in Bielefeld"

Von Christof Hanke

Auf Bielefelds Straßen sind im Jahre 2008 1469 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt worden. Eine der Hauptunfallursachen ist die überhöhte Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen, auf vielen Straßen wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit häufig überschritten. 

Berechnungen ergeben, dass bei einer Senkung der gefahrenen Geschwindigkeit um fünf km/h die Zahl der Verunglückten um rund 10 Prozent sinkt (http://cordis.europa.eu/transport/src/masterrep.htm). Das wären in Bielefeld 140 Verunglückte weniger pro Jahr.

Die Kommunalwahl rückt näher und da fragt man sich schon: Was sind eigentlich die Standpunkte der Spitzenkandidaten für die Oberbürgermeisterwahl?

Einen guten ersten Hinweis auf die Position der Kandidaten abseits der Parteiprogramme liefern ihre Antworten auf Fragen im Rahmen der gemeinsame Aktion "5 km/h weniger = 140 Verletzte weniger in Bielefeld" von ADFC Bielefeld, GAFF, VCD OWL und Westfalen-Blatt.

Worum ging es bei der Aktion? Bürgerinnen und Bürgern hatten die Gelegenheit, online oder per Aktions-Postkarte mitzuteilen, auf welchen Straßen in Bielefeld ihrer Meinung nach zu schnell gefahren wird und wo daher dringend etwas getan werden sollte. "Zu schnell" hieß dabei nicht unbedingt "schneller als erlaubt", sondern generell "zu schnell". Bis zu drei Straßennamen konnten genannt werden.

Bürgerinnen und Bürger: Hier wird zu schnell gefahren!

Im Vergleich zu anderen Online-Umfragen des Westfalen-Blattes war der Rücklauf bei dieser Aktion deutlich höher, was zeigt, das das Thema "Geschwindigkeit und Sicherheit im Straßenverkehr" in Bielefeld einen hohen Stellenwert besitzt.

Die Aktion hat als Ergebnis gezeigt, dass Bielefelder Bürgerinnen und Bürgern auf jeder zehnten Straße in Bielefeld zu schnell gefahren wird. Insgesamt wurden knapp 200 verschiedene Straßen benannt, auf denen nach Ansicht der Bielefelderinnen und Bielefelder zu schnell gefahren wird. Die mit Abstand am häufigsten genannten Straßen waren Schloßhofstraße, Jöllenbecker Straße, Detmolder Straße und Herforder Straße.

Was sagen die Spitzenkandidaten dazu?

Neben der Bürgerumfrage haben ADFC Bielefeld, GAFF und VCD OWL die Spitzenkandidaten der in Bielefeld vertretenen Parteien und Wählergemeinschaften gefragt, wie sie zu dieser Aktion stehen und welche konkreten Maßnahmen sie nach der Wahl einleiten wollen, um die Geschwindigkeit um 5 km/h zu senken.

Der ADFC erwartet wegen der Unfallzahlen in Bielefeld von dem künftigen Oberbürgermeister oder der Oberbürgermeisterin, dass er/sie selbstverständlich das Ziel unterstützt, die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit auf Bielefelder Straßen zu senken. Wir erwarten außerdem, dass in der Antwort des künftigen Oberbürgermeisters auf die Frage konkret eingegangen wird, nicht vom Thema abgelenkt wird, keine Ausflüchte und keine Lippenbekenntnisse gemacht werden, sondern dass klare und überprüfbare Maßnahmen vorgeschlagen werden.

Im Folgenden veröffentlicht der ADFC Bielefeld daher als Wahlorientierungshilfe das Anschreiben und die Antworten der Kandidaten im Wortlaut und fordert seine Mitglieder und Interessierte auf, diese Antworten bei Ihrer Wahlentscheidung zu berücksichtigen.

Das Schreiben an die Spitzenkandidaten im Wortlaut

Die Antworten der Kandidaten (in alphabetischer Reihenfolge)

Wie reagieren die Kandidaten und Kandidatinnen auf konkrete Handlungsvorschläge?

Außerdem: 

Die Wahlaussagen der in Bielefeld vertretenen Parteien und Wählervereinigungen zum Thema (Fahrrad-)Verkehr

 

 

© 2020 ADFC Stadtverband Bielefeld e. V.