Wohin führt der Weg?

Die Bielefelder Rad-Rundwanderwege BI 1 bis BI 10

Von Claudia Matz, Thorsten Böhm und Thomas Rudzio

 

Vielen sind sie bei einer Radtour in Bielefeld sicherlich schon mal aufgefallen: Die kleinen orangefarbenen Schilder mit Fahrradsymbol. Und manch einer ist bereits auf einer der Routen durch Bielefeld gefahren, auf denen die Schilder den Weg weisen sollen. Und hat sich dabei über schöne Strecken gefreut oder vielleicht auch über das Fehlen und die schlechte Erkennbarkeit von Schildern geärgert. Was verbirgt sich hinter diesen Radwanderwegen und den Kürzeln BI 1 bis BI 10?

Hinweis: Die in diesem Beitrag zu lesenden Beschreibungen repräsentieren den Zustand im Juni 2009. 

Direkt weiter zur Kurzcharakterisierung der einzelnen BI-Wege nebst Geodaten (im Format .gpx)

Die jeweilige, unten genannte, verknüpfte Datei ist per Klick mit der rechten Maustaste auf den eigenen Rechner herunter zu laden. Sie steht dann zum weiteren Laden in ein GPS-Programm oder ein GPS-Gerät zur Verfügung.  

Vorwärts im 12-Jahres-Rhythmus!

Zunächst ein paar Worte zu der Entstehungsgeschichte der BI-Wege: Im Jahre 1983 wurden sie erstmals eingerichtet, in der Radwanderkarte „Bielefeld und Umgebung“ dargestellt und in einem Begleitheft beschrieben. Konzipiert wurden die Wege von den Bielefelder ADFC-Mitgliedern Michael Mertins und Hajo Langer sowie von Heinrich Hamels aus Quelle. Fünf Wege wurden damals zügig ausgeschildert, die Schilder für die übrigen fünf Wege blieben allerdings 12 Jahre auf dem Bauhof der Stadt liegen!

Am 21.7.1995 war es der Tagespresse zu entnehmen: „Nach circa 12 Jahren sind jetzt endlich alle Bielefelder Rundradwanderwege ausgeschildert!“ Dies wurde möglich, weil ehrenamtlich Engagierte des ADFC Bielefeld und eines Gesangvereins die Wegweiser montiert hatten. Die weitere Pflege oblag wiederum der Stadtverwaltung. 

Wieder 12 Jahre später, im Januar 2007, kündigte das Landesvermessungsamt NRW die Herausgabe einer neuen Auflage der Radwanderkarte "Stadt Bielefeld, Kreis Gütersloh" an. Aus diesem Anlass modifzierten ADFC und Stadt den Verlauf der Wege:

  • Start-/Zielpunkte wurden an sinnvollere Stellen verlegt
  • unwegsame Streckenteile wurden herausgenommen
  • Routen wurden gebündelt

Dies musste wegen des vorgegebenen Erscheinungstermins der Karte (April 2007) sehr schnell geschehen. Die eigentlich notwendige Neukonzeption der Wege wurde daher 2007 noch nicht durchgeführt. Anschließend sollten die neuen Routen von BI 1 bis BI 10 durch die Stadtverwaltung vollständig beschildert werden.

Der Sinn und Zweck lokaler Rad-Rundwanderwege

Die bundesweite Studie „Radtourismus in Deutschland: Wertschöpfung und Zielgruppen“ (Trendscope Köln, 2008) hat über Rad-Tagesausflügler folgendes zu Tage gefördert:

  • Radnutzung: 77 % aller Fahrradfahrer fahren in der Freizeit Rad.
  • Anreise: 69 % der Radausflügler fahren direkt von ihrer Haustür mit dem Rad los.
  • Dauer: 14 % verbringen dabei 1 bis 2 Stunden im Sattel, 48 % sind 3 bis 4 Stunden. 62 % maximal 4 Stunden.
  • Planung: Zur Planung nutzen 53 % Karten, 36 % das Internet und 19 % fahren einfach so drauf los.
  • Gründe: Radausflügler suchen die Nähe zur Natur und wollen sportlich aktiv sein. Mehr noch als Radurlauber wollen sie etwas für ihre Gesundheit tun und suchen Ruhe und Erholung. Natürlich sind sie auch an kulturellen Sehenswürdigkeiten interessiert.
  • Wünsche: Bei ihren Wünschen stehen verkehrsarme Streckenführung und Beschilderung ganz vorn, gefolgt von einer abwechslungsreicher Streckenführung und dem guten Zustand der Wege.
  • Gestiegene Ansprüche: Der qualitative und quantitative Ausbau der Rad-(tourismus-)Infrastruktur hat dazu geführt, dass bei vielen Radfahrern ein hohes Qualitätsbewusstsein entstanden ist. Da sie bereits über umfangreiche Erfahrungen als Radtouristen verfügen, sind die Ansprüche an die heimische Radinfrastruktur gestiegen.

Erfüllen die BI-Wege die Wünsche von Rad-Ausflüglern?

Die Konzeption der BI-Wege trifft genau die in der Studie genannten Bedürfnisse der Radausflügler

  • Man kann von Zuhause aus losfahren oder ohne große Umstände mit dem ÖPNV zum Startpunkt kommen.
  • Die Streckenlängen passen: Im Schnitt sind die Touren etwa 20 km lang.
  • Die BI-Wege zeigen gut die vielfältigen Landschaftsformen, die es im Bielefelder Stadtgebiet zu beiden Seiten des Teutoburger Waldes gibt.

Ob die BI-Wege allerdings auch die weiteren Ansprüche von Radausflüglern erfüllen, hat eine Arbeitsgruppe des ADFC Bielefeld im Jahre 2008 untersucht:

  • Sind die Strecken wirklich landschaftlich schön?
  • Ist Streckenführung ruhig und sicher?
  • Kann man sich an den Schildern gut orientieren?

Da stimmt was nicht: Überprüfung im Jahre 2008

Kritik von Nutzern hat den ADFC Bielefeld veranlasst, den Zustand der Wege und der Wegweisung zu überprüfen, wofür die Stadtverwaltung freundlicherweise ein Beschilderungskataster zur Verfügung stellte. 

Von April bis September 2008 untersuchten Bielefelder ADFCler die Wege und stellten dabei fest, dass sie sich in einem nicht unerheblichen Umfang in einem beklagenswerten Zustand befinden - auch für den ADFC in diesem Maße nicht unbedingt erwartet. Die Mängel sind verschiedener Art und bei allen Wegen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, festzustellen. Im wesentlichen handelt es sich um folgende Mängel

  • Unvollständigkeit der Beschilderung
  • Schlechter Erhaltungszustand der Wegweiser, die daher kaum lesbar sind
  • Schlechte Wahrnehmbarkeit der Wegweiser, verursacht durch eine unzweckmäßige Platzierung
  • Fehlende Eindeutigkeit der Wegweisung, verursacht durch die Verwendung uneindeutiger Richtungspfeil-Aufkleber bzw. uneindeutige Platzierung der Wegweiser,
  • Keine Stetigkeit der Wegweisung: Manchmal weiss man daher nicht, dass man überhaupt noch auf der richtigen Route fährt
  • Unzweckmäßigkeit der Wegführung im Detail
  • Schlechte Wegoberfläche: Die Befahrbarkeit der Wege ist teilweise nicht mehr gewährleistet 
  • Unattraktive Routenabschnitte

Der Kommentar einer ADFC-Testfahrerin zu einem unschönen Abschnitt des BI 8: "Diese Strecke würde ich freiwillig nicht fahren, da stellt sich mir wirklich die Sinnfrage!"

Orientierungsprobleme aufgrund des Zustandes der Wegweisung gibt es auf allen BI-Wegen. Ein ADFC-Testfahrer beschreibt es für den BI 5 so, was aber analog auch für die anderen Wege gilt: "Eine Orientierung nur nach den Schildern erfordert zum überwiegenden Teil großen Spürsinn und ist an einigen Stellen nahezu unmöglich (Schilder verblasst bzw. beschädigt, wegen Bewuchses nicht einsehbar, nicht konform mit der Wegweisung für die über weite Strecken identisch verlaufende Bahn-Rad-Route Weser-Lippe) ."

"Nicht ohne meine Karte!"

Ohne Karte bzw. Wegbeschreibung (aktuell: Radwanderkarte "Kreis Gütersloh/Stadt Bielefeld mit Begleitheft, 2. Auflage 2007) sollte man sich also nicht aufs Rad schwingen, wenn man die Route nicht bereits kennt und auswendig abfahren kann. Da das Begleitheft Straßennamen nennt, die Radwanderkarte jedoch keine Straßennamen zeigt, empfiehlt es sich, zusätzlich einen aktuellen Stadtplan mitzunehmen. 

Die Hitliste der festgestellten Mängel

Als nächstes hat die Arbeitsgruppe die festgestellten Mängel in drei Kategorien eingeteilt und der Maßnahmen zu ihrer Beseitigung vorgeschlagen.

1. Sehr dringliche Maßnahmen, die der Beseitigung gefährlicher Stellen und schwerwiegender Lücken in der Wegweisung dienen.  

a) Solche gefährlichen Stellen sind z.B. loser Untergrund auf Gefällestrecken (beispielsweise Schotter, der nicht gewalzt worden ist und/oder die falsche Korngröße hat und deshalb rollt), tiefe Löcher und ungesicherte, gefährliche Querungen stark befahrener Straßen. 

b) Schwerwiegende Mängel in der Wegweisung sind z.B. solche Stellen, wo abgebogen werden muss, aber ein Schild fehlt und auch das nächste Schild noch nicht sichtbar ist. Dies war offenbar auch immer dann der Fall, wenn auf der kleinen Katasterkarte für den Schilderstandort (Stand Januar 2007) vermerkt worden war, es müsse noch ein Mast aufgestellt werden. Diese Masten sind in vielen, möglicherweise in allen, Fällen nicht aufgestellt worden (Stand Juni 2009). In vielen Fällen erscheint das Aufstellen eines neuen Mastes auch entbehrlich, weil geeignete Masten bereits vorhanden sind.

Bild links oben: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: BI 1 und BI 2 führen über alle Wege an dieser Einmündung. Helfen Schilder bei der Orientierung? Fehlanzeige! Es gibt kein einziges.

Bild links unten: Was denn nun? Links oder rechts? Mal wieder die Preisfrage: Wohin führt der Weg? Kleiner Tipp: Es kann nur einen geben! Der Weg links, den der hintere Wegweiser angibt, führt erst in den Türkisweg und dann BI-Wege-technisch ins Nirwana. Dem vorderen Wegweiser folgend rechts weiter zu fahren ist richtig! Während die BI-Wege ansonsten nicht eben durch ein Übermaß an Wegweisung auffallen, konkurrieren hier im Abstand von drei Metern zwei (widersprüchliche!) Wegweiser um die Gunst des Radlers. Nebenbei: Eine gelegentliche Reinigung würde den Wegweisern vermutlich nicht schaden und ihre Lesbarkeit deutlich verbessern.

Fotos (2): Thorsten Böhm

 


2. Etwas weniger dringliche Maßnahmen, die aber dazu dienen, die Wegweisung besser erkennen und schneller erfassen zu können. Auch ene vorhandene Wegweisung soll nicht erst gesucht und mühsam interpretiert werden müssen! Typische Mängel, die hierdurch beseitigt werden sollen, sind:

a) Schilder stehen nicht vor einer Kreuzung oder Einmündung, sondern weit entfernt erst hinter der Kreuzung oder Einmündung, wo sie wegen ihrer ohnehin geringen Größe umso schlechter zu erkennen sind.

b) Mehrere vorhandene Wegweiser für den Radverkehr an einer Kreuzung/Einmündung oder einem Streckenabschnitt sind nicht konzentriert an einem Mast angebracht, sondern auf verschiedene Masten hintereinander und/oder auf beiden Straßenseiten verteilt, wo sie nicht auf einen Blick erfasst werden können. Teils können sie auch übersehen werden, so dass der falsche Eindruck entsteht, der BI-Weg, den man bisher befuhr, habe bereits zuvor die Route verlassen, auf der jetzt auch noch andere beschilderte Radwanderwege verlaufen. Falls irgend möglich, sollten die Schilder an der rechten Fahrbahnseite an einem gemeinsamen Mast montiert werden.

c) Schilder weisen mit ihrer bedruckten Seite nicht gegen die Fahrtrichtung, so dass die nahenden Radler sie nicht erkennen können.
Sie wurden statt dessen parallel zur Fahrtrichtung aufgestellt und mit einem Doppelpfeil versehen. So etwas ist allenfalls gegenüber einer Stelle sinnvoll, an der eine Stichstrecke auf den Rundkurs stößt. Besser ist es ansonsten, jeweils ein Schild pro Fahrtrichtung mit einem einfachen Pfeil aufzustellen, das mit der bedruckten Seite gegen die Fahrtrichtung weist und jeweils rechts des Weges steht.

d) Schilder stehen in Fahrtrichtung gesehen links des Weges anstatt rechts, wie es besser wäre.

e) Schilder, Bedruckung und/oder Richtungspfeile sind verwittert, verblasst, beschmiert oder überklebt, so dass sie nicht mehr oder nicht mehr gut sichtbar erkennbar sind.

f) Der aufgeklebte Richtungspfeil ist missverständlich und sollte durch einen Pfeil mit anderer Richtung ersetzt werden, z.B. schräg links statt geradeaus usw.

g) In unklaren Situationen fehlen Schilder, die bestätigen, der bisherigen Richtung weiterhin zu folgen.

h) Manchmal lässt sich ein Schild an der Abbiegestelle (z.B. Pfeil links) nur schlecht sichtbar montieren. Dann kann ein Vorwegweiser mit einem abgewinkelten Pfeil nützlich sein.

i) Des weiteren scheinen zumindest teilweise zusätzlich zu den aktuellen Verläufen auch noch die früheren Strecken der BI-Wege ausgeschildert zu sein (alter Verlauf im ADFC-Fahrrad-Stadtplan, neuer Verlauf in der aktuellen Radwanderkarte Gütersloh/Bielefeld 1:50000, 2. Auflage 2007). 

 

Bild links oben: Wer zum Laternenmast auf der linken Straßenseite wechselt und scharf hinschaut, kann erkennen, dass es hier geradeaus weitergeht (BI 2). Wegweiser gehören nach rechts und müssen mit ihrer Schauseite gegen die Fahrtrichtung zeigen - nicht mit der Schnittkante!

Bild links unten: Je nachdem, welche Route man befährt, muss man hier nach rechts (BI 2) oder nach links (BI 1) abbiegen. Rechtsabbiegern wird dies vor der Einmündung an der rechten Straßenseite angezeigt (gut!). Der Wegweiser für Linksabbieger fehlt hier, er befindet sich jenseits der Querstraße über dem blauen Verkehrszeichen, wo er aufgrund seiner geringen Größe nur von Scharfsichtigen erkannt werden könnte. Platz genug für beide Wegweiser hätte der Pfosten auf der rechten Seite wohl noch geboten. 

Fotos (2): Thorsten Böhm

Bild rechts oben: Wohin führt der Weg? Vom BI-4-Wegweiser ist nur noch ein einheitlich orangenfarbenes Quadrat übrig geblieben! Darunter einer der vorbildlich gepflegten Wegweiser der Bahn-Rad-Route Hellweg-Weser. Foto: Thomas Rudzio 

Bild rechts unten: Die Bedruckung des Schildes ist auch hier nahezu verschwunden. Als Provisorium helfen nun vorübergehend die aufgeklebte Zahl und der aufgeklebte Pfeil bei der Orientierung. Foto: Thorsten Böhm

Bild links oben: Alle Informationen mit einen Blick erfasst? Verschiedene Rad-Wegweiser an drei Pfosten rund um die Einmündung verteilt. Der BI-5-Wegweiser findet sich übrigens erst jenseits der Einmündung, in die abgebogen werden soll, im Bildhintergrund - und nicht etwa vor der Einmündung, wo er nützlich wäre. Ein Ampelmast zum Anschrauben wäre vorhanden gewesen.

Bild links unten: Alles klar? Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr!

Fotos (2): Thomas Rudzio

 

 

3. Maßnahmen, die dazu dienen, künftig attraktive Strecken anbieten zu können.

Die jetzigen Strecken sind teils überwiegend schön, teils aber auch in erheblichen Teilen weniger schön.

Ziel sollte sein, künftig Routen anbieten zu können, die möglichst durchgehend attraktiv sind, interessante Ziele (Sehenswürdigkeiten, Ausflugslokale etc.) anbinden und  miteinander vernetzt sind. 

 

Kurzcharakterisierung der einzelnen BI-Wege

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BI 1: "Rund um Großdornberg" (ca. 22 km)
Schöne Strecke, wegen fehlender Wegweiser auf jeden Fall mit Karte und Stadtplan fahren. Empfehlung: Die Route im Uhrzeigersinn befahren. Die schwierige Querung der Werther Straße an der Einmündung Schwarzer Weg entfällt dann. Wichtige Hinweise für die Benutzung   Geodaten BI 1 (.gpx)

BI 2: "Rund um das Beckendorfer Mühlenbachtal" (ca. 23 km)
Schöne, sehr ruhige Strecke im Ravensberger Hügelland. Auf jeden Fall mit Karte fahren (fehlende Schilder). Empfehlenswert ist auch eine Befahrung im Uhrzeigersinn, da so der nicht ganz so schöne Streckenabschnitt bergab und also schneller befahren wird. Wichtige Hinweise für die Benutzung   Geodaten BI 2 (.gpx)

BI 3: "Durch die Vilsendorfer Schweiz" (ca. 19 km)
Auch schön - mit dem Highlight Obersee. Dort zur Zeit (2009) durch Bauarbeiten stellenweise beeinträchtigt, was die Wegoberfläche und insbesondere den Zustand der Wegweisung betrifft. Öder Abschnitt an der Vilsendorfer Straße. Schlechter Zustand der Wegweisung.  Wichtige Hinweise für die Benutzung   Geodaten BI 3 (.gpx)

BI 4: "Von der Kammerratsheide über Milse nach Altenhagen" (ca. 30 km)
Lange Stichstrecke durch die Stadt zwischen dem Start-/Zielpunkt Haltestelle "Landgericht" und dem Hagenkamp in Baumheide. Schön ist der Abschnitt durch die Johannisbachaue. Einige weniger interessante Abschnitte im Bereich Altenhagen. Unwegsam ist es am Töpkerteich. Empfehlenswert: Ein Abstecher zur Wassermühle Meyer zu Bentrup in Brönninghausen. Wichtige Hinweise für die Benutzung   Geodaten BI 4 (.gpx)

BI 5: "Rund um den Baderbach" (ca. 16 km)
Schön durch den Grünzug nach Heepen. Bis auf Unzulänglichkeiten bei der Ausschilderung, insbesondere an der Einmündung Oldentruper Straße/Stieghorster Straße und Überquerung in Höhe der Scheckenheide, ist das Abfahren des BI 5 recht unproblematisch. Zwischen Stieghorst und Oldentrup die Karte griffbereit halten! Wichtige Hinweise für die Benutzung   Geodaten BI 5 (.gpx)

BI 6: "Durch den Bielefelder Osten zur historischen Grenze" (ca. 26 km)
Landschaftlich schön. Heftige Steigung hinauf nach Gräfinghagen. Alternativ langgezogene Steigung emtlang der Oerlinghauser Straße. Karte besonders zur Orientierung im Bereich Stieghorst notwendig wegen fehlender Wegweiser! Wichtige Hinweise für die Benutzung   Geodaten BI 6 (.gpx)

BI 7: "Rund um die Sennestadt" (ca. 23 km)
Den wollte zunächst keiner freiwillig abfahren. Vielleicht liegt es an der Sandpiste (Senner Hellweg) und an der Autobahnüberquerung (ebenfalls Senner Hellweg, die Fahrräder müssen über eine Brücke getragen werden; ungeeignet mit Kinderanhängern und für weniger kräftige Menschen). Als Rundweg nicht empfehlenswert. 
Der Senner Hellweg ist in Sennestadt recht stark befahren. Man darf (soweit vorhanden) allerdings den Gehweg benutzen. Die Ausschilderung ist im Großen und Ganzen (noch) in Ordnung.

Mit einer nur geringfügigen Änderung - um die Autobahnbrücke zu umgehen - wäre der BI 7 vielleicht gar nicht so schlecht. Die sandige Teilstrecke würde man so auch umgehen und die verbleibenden Schotterpistenstrecken sind auch nicht viel länger und schlechter als bei den anderen BI-Wegen. Dazu müsste man westlich der Einmündung Am Schießstand den Senner Hellweg nach Norden verlassen, parallel und südlich zum Wanderweg A 2 nach Osten fahren und dann mit dem Wanderweg A2 auf die Lämershagener Straße treffen. Dort allerdings gibt es starken Kfz-Verkehr und keine Radwege! Der Lämershagener Straße würde man nach Süden folgen und damit wieder auf den Senner Hellweg und auch den BI 7 stoßen. Geodaten BI 7 (.gpx)

BI 8: "Durch die Weite der Senne, Teil I" (ca. 17 km)
Schöne Abschnitte. Der Autobahnlärm ist auf einem kurzen, dafür aber landschaftlich interessanten Abschnitt störend. Wenige Verpflegungsmöglichkeiten.
Bis auf einen kurzen Abschnitt an den Bahngleisen im Bereich des Bahn-Haltepunktes Windelsbleiche (hier fehlt ein Wegweiser, der bestätigt, dass man trotz erbärmlicher Schotterpiste durchaus noch auf Kurs ist) und einem weiteren kurzen Abschnitt in Höhe des Verlaufs nahe der A 2 ist der BI 8 gut befahrbar. Die Ausschilderung ist nicht so mangelhaft, wie bei den meisten anderen BI-Wegen.
Die Autobahnbaustelle im Bereich Biologische Station und Postheide hat derzeit keinen Einfluss auf die Befahrbarkeit und wird es auch nach Fertigstellung der Autobahn nicht haben, da man dann über eine (noch zu bauende) Brücke fahren wird. Wichtige Hinweise für die Benutzung   Geodaten BI 8 (.gpx)

BI 9: "Durch die Weite der Senne, Teil II" (ca. 25 km)
Mögliche Beeinträchtigungen durch den Autobahnbau A 33. Der Weg könnte daher zeitweise unbefahrbar sein. Aber: Der einzige der BI-Wege, der mit etwas Spürsinn allein anhand der Wegweiser absolviert werden kann. Außerdem fast keine Pisten, nahezu durchgehend asphaltiert, nur geringe Beeinträchtigungen durch Kraftverkehr. Wer mit dem ÖPNV anreist: Besser am Bahn-Haltepunkt Kupferheide mit dem Rad losfahren und nicht am Bahnhof Brackwede. Geodaten BI 9 (.gpx)

BI 10: "Durch den Bielefelder Südwesten" (ca. 24 km)
Landschaftlich schön. Einige schlammige bzw. sandige Abschnitte. Die Wegweisung ist mangelhaft. Wer mit dem ÖPNV anreist: Besser am Bahn-Haltepunkt Kupferheide mit dem Rad losfahren und nicht am Bahnhof Brackwede. Wichtige Hinweise für die Benutzung   Geodaten BI 10 (.gpx)

Fazit

Trotz aller Mängel im Detail: Im Grundsatz hat sich das Konzept von 1983 bewährt. Die BI-Wege sind wichtig als Angebot für Bielefelder und Auswärtige, sie sprechen unterschiedliche Nutzergruppen an. Familien mit Kindern, Senioren und alles was dazwischen liegt. Die Startpunkte liegen in der Stadt und haben immer ÖPNV-Anschluss. Auch einige der geführten Radtouren des ADFC nutzen schöne Teilstrecken der BI-Wege.

Wie geht es künftig weiter?

Mängel beseitigen

Der ADFC hat die Stadt Bielefeld gebeten und auch die Zusage erhalten, dass die gröbsten Mängel ("Kategorie 1"), die er (neben vielen weiteren) 2008 festgestellt hat, nun beseitigt werden. Hierdurch werden gefährliche Stellen entschärft, unbefahrbare Stellen vermieden und schwerwiegende Lücken in der Wegweisung geschlossen.

Satelliten weisen den Weg

Seit Juni 2009 erfassen Aktive des ADFC Bielefeld die Geodaten der Routen mit GPS-Geräten. Es ist vorgesehen, diese Daten aufzubereiten und dann auf der Internetseite des ADFC Bielefeld für den Download zur Verfügung zu stellen. (Anmerkung: Dies ist geschehen, Sie finden die Geodaten bei der jeweiligen Kurzbeschreibung des BI-Weges) 

Ein neues Bielefelder Radrouten-Netz

Als nächstes möchte der ADFC Bielefeld zusammen mit der Stadt die guten Abschnitte der BI-Wege sowie neue, schöne (noch nicht beschilderte) Strecken und nützliche Verbindungsstrecken zu einem neuen Bielefelder Radroutennetz für Alltag und Freizeit zusammenführen. Dieses Netz soll das rot-weiß beschilderte Radverkehrsnetz NRW ergänzen und verdichten und ebenfalls im Klartext und mit Entfernungsangaben beschildert werden. Auf diesem Netz könnte man sich auch ohne Karte und Begleitheft orientieren, oder sich selbst Rundstrecken unterschiedlicher Länge zusammenstellen. Außerdem sollen in diesem Netz auch besondere Themenrouten markiert werden.

Und der ADFC hofft sehr, dass nicht wieder 12 Jahre vergehen müssen, bis sich hier etwas tut ...

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