Helle Leuchten mit Verzögerung

Besonderheiten bei Busch & Müller "IQ"-Scheinwerfern

Von Thorsten Böhm

Seit Herbst 2007 gibt es sie - LED-Fahrradscheinwerfer mit indirekter Lichtführung. Diese LED-Scheinwerfer übertreffen in ihrer Leistung auch die besten Halogen-Scheinwerfer. Der von ihnen erzeugte Lichtkegel auf der Straße ist so hell und großflächig, wie man es bisher von Fahrradscheinwerfern nicht gewohnt war. Busch & Müller (verschiedene Modelle mit der Zusatzbezeichnung "IQ") stellte diese Technik zuerst vor. Inzwischen gibt es auch Modelle der Hersteller Schmidt ("Edelux") und Trelock ("i-Beam-tec").

Wie von anderen Scheinwerfern bereits vorher bekannt, verfügen auch die beiden Busch & Müller-Modelle "Lumotec IQ Fly" (Abb.links) oder "Lumotec IQ cyo" (Abb. rechts) über kondensatorgespeistes Standlicht und über eine Schalterstellung AUTO/S, die anstelle der Schalterpositionen ON/1 und OFF/0 verwendet werden kann. Die Stellung AUTO/S aktiviert einen automatischen Hell-/Dunkel-Schalter, der bei anbrechender Dämmerung oder plötzlich eintretender Dunkelheit in Unterführungen das Licht einschaltet.

Wer nun auf eines dieser beiden Modelle umgestiegen ist, wird sich vielleicht gewundert haben. Nicht nur über den enormen Zuwachs an Licht bei Dunkelheit, sondern auch über etwas anderes.: Natürlich probiert man aus, ob bei AUTO/S auch alles richtig funktioniert, und stellt dann fest, dass das Licht manchmal auch brennt, wenn gar nicht dunkel ist. Wieso denn das? 

 

Der Hell-/Dunkel-Sensor schaltet den Scheinwerfer mit einer Verzögerung von acht Sekunden aus. Das ist gewollt, denn dadurch wird verhindert, dass eine nur kurzzeitige Helligkeit zur sofortigen Abschaltung des Scheinwerfers führt. Das könnte zum Beispiel nachts passieren, wenn das Licht von Autoscheinwerfern oder heller Straßenbeleuchtung auf den Hell-/Dunkel-Sensor trifft. 

Außerdem wird der Scheinwerfer bei Schalterstellung AUTO/S bei jedem Anfahren für mindestens acht Sekunden eingeschaltet. Ist es dunkel, bleibt er eingeschaltet. Ist es hell, schaltet er sich aus - das Standlicht arbeitet bei diesem Scheinwerfern aber so wirkungsvoll, dass schon nach diesem acht Sekunden genug elektrische Ladung zur Verfügung steht, um den Scheinwerfer im Standlicht noch eine Weile weiterleuchten zu lassen, bis die Ladung verbraucht ist. Wohlgemerkt: Dies alles bei Schalterstellung AUTO/S.

 

Eine Besonderheit gibt es noch bei einer bestimmten Baureihe des "Lumotec IQ Fly" (Abb. links). Dessen elektronische Steuerung der Acht-Sekunden-Abschaltung hat folgende Merkmale: Nach dem manuellen Ausschalten des Scheinwerfers (Schalter auf OFF/0) während der Lichtfahrt leuchtet der Scheinwerfer noch acht Sekunden. Und: Der Scheinwerfer leuchtet in den Schalterstellungen OFF/0 und AUTO/S beim Anfahren acht Sekunden auf - auch am Tage. Diese Effekte sind nach Mitteilung des Herstellers ein Eigentest des Scheinwerfers und keine Fehlfunktionen. 

Abbildungen: Busch & Müller KG

 

 

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