Eine Rad-Rundtour an der Weser

Tourenvorschlag zum Nachradeln - Streckenlänge ca. 50 km

Von Ingrid Dingerdissen

Weserüberquerung mit der Solarfähre "PetraSolara". Foto: Heinz-Gustav Dingerdissen

 

Sommer, Sonne, Wasser, grüne Wiesen, Radeln am Fluss – mal ehrlich, so stellen wir uns eine schöne Radtour vor. Nicht jeder hat die Zeit oder Lust, einen ganzen Flussradweg in Angriff zu nehmen und dazu noch weit anzureisen. Für alle, die trotzdem ein bißchen Flussradeln erleben möchten, stellen wir hier eine Ein- bis Zwei-Tages-Tour an der Weser vor. Nicht weit von zu Hause kann da durchaus auch Urlaubsstimmung aufkommen. 

Diese Rundtour, die sich über weite Strecken am Weserradweg und an der Storchenroute orientiert, ist wie nachstehend beschrieben durchgehend beschildert. Bei der Planung sollte unbedingt der aktuelle Fahrplan der nicht täglich verkehrenden Solarfähre „PetraSolara“ zwischen Hävern und Windheim beachtet werden, näheres siehe www.PetraSolara.de.

Wir starten am Bahnhof in Minden. Die Anreise mit dem Zug dorthin ist unproblematisch. Bei Fragen hilft der ADFC gern mit Auskünften weiter. Wir radeln Richtung Stadtzentrum Minden über die große Weserbrücke und kommen dahinter am linken Weserufer auf den Weserradweg. Diesem folgen wir bis Petershagen. Es geht zunächst nah an der Weser entlang durch die Überflutungswiesen (bei Hochwasser nicht befahrbar) und schließlich durchs Heisterholz nach Petershagen.

Der Weserradweg lässt Petershagen rechter Hand liegen, ein Abstecher in den Ortskern lohnt sich aber: Im Sommer wird das Geschehen im Storchennest auf dem Dach des alten Amtsgerichtes per Webcam auf einen Bildschirm im Schaufenster der Apotheke nebenan übertragen. Wenn wir Glück haben, gibt es kleine Störche, die wir bei der Fütterung beobachten können.

Storchennest in Hävern. Foto: Heinz-Gustav Dingerdissen

Übernachten im Knast

Wer mit kleineren Kindern unterwegs ist und/oder diese Tour in zwei Abschnitten radeln möchte, der kann in Petershagen auch im Knast übernachten und am nächsten Tag weiterradeln. Auskünfte unter Rast im Knast, Tel. 05707 800120.

Zurück zum Weserradweg folgen wir ab dem Rathaus in Petershagen den Hinweisschildern Radfernweg und biegen am Café-Restaurant Alter Bahnhof nach rechts ab. Wir sind wieder auf dem Weserradweg. Von nun an verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse außer dem Weserradweg auch die Storchenroute. Für unsere Fahrt bis zur Solarfähre „PetraSolara“ Hävern–Windheim orientieren wir uns aber am einfachsten und sichersten an den blauen Hinweisschildern dieser Fähre.

Interessante Industriegeschichte

Vorbei an der Windmühle „Pottmühle“ erreichen wir etwa vier Kilometer hinter Petershagen Gernheim. Hier weisen Schilder nach rechts auf das nahe Westfälische Industriemuseum Glashütte Gernheim und das Café-Restaurant Am Glasturm hin, Abstecher circa 200 Meter, näheres siehe www.glashuette-gernheim.de. Anschließend folgen wir weiter den Hinweisschildern zur Fähre durch Ovenstädt nach Hävern. Kurz vor dem Ort steht rechts an einer Bushaltestelle ein Aussichtsturm, der einen guten Blick über das Kernnaturschutzgebiet ermöglicht. Wenig weiter wählen wir den Weg durch den malerischen Ortskern von Hävern (wer findet hier das Storchennest?) und orientieren uns daher kurzzeitig nicht an den Schildern zur Fähre sondern an der Beschilderung der Storchenroute. Hinter Hävern treffen beide Routen wieder zusammen und wir erreichen bald die Fähre über die Weser. Hier setzen wir über nach Windheim. Gleich nach Ankunft der Fähre kommen wir erneut an einem Storchennest vorbei.

Blick über die Weser auf Minden. Foto: Ingrid Dingerdissen

Störche im Museum

In Windheim lädt das Cafè Windheim No. 2 ein zur Pause. Wir folgen dazu den Hinweisschildern auf das Cafe Windheim No. 2, die uns sicher bis zu diesem schönen Fachwerkhaus führen. Auf dem Dachboden befindet sich das nicht nur für Kinder sehr interessante Westfälische Storchenmuseum   www.westfaelisches-storchenmuseum.de

Nach dem Besuch des Museums nutzen wir die Autozufahrt und fahren vorn an der Straße nach rechts. An der nächsten Kreuzung sehen wir rechts vor der Sparkasse eine Beschilderung zum Mooreichenplatz. Wir folgen der Beschilderung geradeaus durch die Wülferstraße. Am Mooreichenplatz haben wir wieder die Storchenroute erreicht, deren Beschilderung wir über Jössen (auch hier gibt es ein Storchennest) bis unmittelbar vor die Weserbrücke bei Petershagen folgen. Hier teilt sich die Storchenroute, wir fahren hinauf auf die Brücke und auf dem vom Autoverkehr abgegrenzten Rad-/Fußweg über die Weser. Am Ende der Brücke schieben wir unsere Räder steil hinab. Unten angekommen, folgen wir der Beschilderung Petershagen (scharf rechts) und unterqueren die Brücke. Dahinter führen uns Schilder der Storchenroute durch das Wesertal-Modell, das die Landschaftsgeschichte und Geologie des Wesertales in künstlerischer Form leicht verständlich darstellt, zum Rathaus von Petershagen.

Von hier aus folgen wir den Schildern Radfernweg und biegen gegenüber vom Café-Restaurant Alter Bahnhof nach links in den Weserradweg ein. Anschließend radeln wir auf dem selben Weg wie bei der Hinfahrt zurück nach Minden.

 

Die Weser. Foto: Ingrid Dingerdissen

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