Grüne Welle fürs Rad im "Rotlichtbezirk"

Radfahrer dürfen jetzt deutlich früher losfahren als der nebenan wartende Kraftverkehr. Foto: Thorsten Böhm

 

Von Thorsten Böhm

So war es bisher: Radfahrer, die auf dem Radstreifen entlang der  Feilenstraße auf den Willy-Brandt-Platz zufuhren, hielten bei rotem Signal vor dem Platz gemeinsam mit dem Kraftverkehr. Während eines Zeitraumes von rund 40 Sekunden hatte sowohl der Radverkehr weiterhin „rot“, als auch der querende Fußverkehr. Radfahrer standen sich die Beine in den Bauch oder ignorierten das Rotlicht. Für den gleichzeitig wartenden Kraftverkehr hat das Halten einen Sinn, weil zu dieser Zeit auf den Fahrbahnen des Willy-Brandt-Platzes noch Querverkehr herrscht beziehungsweise möglich ist. Der Radverkehr hingegen kann mit diesem motorisierten Querverkehr nicht in Konflikt geraten, weil er unmittelbar hinter der Fußgängerfurt von der Fahrbahn weg auf einen Radweg abseits der Fahrbahn geführt wird.

Radfahrern, die hier zunächst warteten und bei „grün“ losfuhren, um den Platz in Richtung Paulusstraße zu überqueren, passierte folgendes: Bevor sie die von ihnen zu überquerende Herforder Straße erreicht hatten, sprang das Signal hier von „grün“ auf „rot“, so dass sie die Herforder Straße nicht überqueren konnten und erneut die Zeit eines Umlaufs abwarten mussten. Hätten sie die Möglichkeit gehabt, zuvor an der Feilenstraße  etwas früher (während der die Feilenstraße querende Fußverkehr bereits „rot“ hat) loszufahren, hätten Sie die Herforder Straße bereits eine „Grünphase“ früher überqueren können.

Auf eine Anregung des ADFC vom Februar 2006 hat das Amt für Verkehr schnell und unbürokratisch reagiert. Nach einem gemeinsamen Ortstermin im März ließ es im Juni eine Radfahrerampel installieren, die Radfahrern die Wartezeit verkürzt und ein zügiges und sicheres Überqueren der Herforder Straße vor der nächsten Rotphase ermöglicht. Vielen Dank!

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