Gut geschmiert ist halb zentriert

Von Thorsten Böhm

In den Radnachrichten 1/2003 haben wir über gelegentliche Probleme mit der Montage und Demontage von Fahrradreifen berichtet. Der Grund liegt in den großen zulässigen Toleranzen bei der Herstellung von Reifen und Felgen: Ein Reifen mit einem recht kleinen zulässigen Durchmesser sitzt daher sehr stramm auf einer Felge mit einem recht großen zulässigen Durchmesser.

Entsprechend unwillig reagiert das schwarze Rund auf Versuche, es zu demontieren oder überhaupt erst einmal an den ihm zugedachten Platz auf der Felge zu zwingen. Ein anderes Problem ist, dass ein solcher Reifen nach schließlich geglückter Montage sich nicht gut zentrieren lässt und daher im schlimmsten Fall nicht in einer Flucht, sondern seitlich gewellt auf der Felge sitzt.

Bislang haben viele entnervte Händler und Verbraucher sich mit Montagepaste für Autoreifen, Schmierseife oder Spülmittel beholfen. Diese konnten allerdings einen schmierigen Film zwischen Reifen und Felge hinterlassen und damit das Wandern des Reifens auf der Felge und schließlich sogar einen Ventilabriss auslösen.

Der Reifenhersteller Bohle („Schwalbe“) hat nun ein „Montage-Fluid“ vorgestellt, das sich nach etwa zehn Minuten verflüchtigt, ohne Rückstände zu hinterlassen. Mit einer Schwammdose lässt es sich direkt vor der Montage sauber auf den Reifenwulst auftragen. Unmittelbar nach dem Aufziehen kann der Reifen auf der Felge seitlich ausgerichtet werden, so lange die Flüssigkeit sich noch nicht verflüchtigt hat.

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