Kleine Schritte zum Erfolg

Von Thorsten Böhm

Nicht nur kühne Entwürfe visionärer Denker, deren Realisation in Bielefeld derzeit eher weniger zu gewärtigen ist, sind es, die Radfahrern ein sicheres, komfortables und zügiges Vorankommen in der Stadt ermöglichen – letzteres eine Grundvoraussetzung dafür, dass das Rad seine Qualitäten als Alltagsverkehrsmittel ausspielen kann. Auch vermeintlich banale Maßnahmen können hierzu beitragen.

Im folgenden stellen wir einige Fälle vor, in denen der ADFC Verbesserungen für den Radverkehr erreichen konnte. 

 

Freie Fahrt

Am Bach

Im Bereich der Großbaustelle „Welle-Kaufhaus“ in der Bielefelder Altstadt ist die Straße „Am Bach“ für die Zeit der Bauarbeiten zur Einbahnstraße umgewidmet worden. Die vorgeschriebene Fahrtrichtung auf der Fahrbahn verläuft nunmehr in Richtung Waldhof. In Gegenrichtung durfte vorher auf einem rot gepflasterten, nicht benutzungspflichtigen („sonstigen“) Hochbord-Radweg gefahren werden.

Auf Vorschlag des ADFC hat die Stadtverwaltung den Weg gegen die Einbahnrichtung als Rad- und Gehweg mit getrennten Verkehrsflächen (Rad-/Gehweg-Schild mit vertikaler Teilung) frei gegeben.

Des weiteren hatten Baufahrzeuge in der roten Pflasterung des Radweges starke Absenkungen verursacht. Der ADFC hat die Stadtverwaltung auf die hieraus resultierenden Gefahren, insbesondere durch Pfützen- und nachfolgende Eisbildung hingewiesen. Darauf hin wurde das Pflaster umgehend (für die Zeit der Bauarbeiten) entfernt und durch eine glatte Asphaltdecke ersetzt. Dies geschah im Dezember 2002 rechtzeitig vor der Frostperiode.

Provisorische Teerdecke auf dem Radweg Am Bach. Foto: Thorsten Böhm

 

Freie Sicht

Elsa-Brändström-Straße

Eine Litfaßsäule behinderte lange Zeit die Sichtbeziehungen zwischen Radfahrern auf dem Radweg auf der Westseite der Elsa-Brändström-Straße und Autofahrern, die aus dem Karstadt-Parkhaus ausfuhren. Folge: Autofahrer konnten nahende Radfahrer nicht rechtzeitig sehen und blockierten häufig den Radweg. Auf Anregung des ADFC bereits im April 2002 (wir berichteten in den Radnachrichten 3/2002) und nach mehrmaliger Erinnerung ist sie im Januar 2003 endlich entfernt worden. Die zugesagte Aufhebung der Benutzungspflicht für diesen Radweg ist immer noch nicht vollzogen worden. Wir bleiben am Ball.

Weiter zu diesem Thema in den Bielefelder Radnachrichten 2/2003

Bessere Sicht auf Parkhausausfahrt ohne Litfaßsäule in der Elsa-Brändström-Straße. Foto: Thorsten Böhm

 

Am Ostwestfalendamm

Der für Radfahrer frei gegebene Gehweg, der vom Adenauerplatz über eine Brücke zur Lutterstraße und zum Johannistal führt, war von Sträuchern sehr überwachsen worden. Dadurch wurde er stark eingeengt und die Sicht auf Radfahrer, die vom Johannistal kamen, war versperrt – ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Auf Anregung unseres Fachbereichsleiters Radtouren hat die Stadt die Sträucher so weit zurück geschnitten, dass dieses Risiko nun nicht mehr besteht. 

 

Freie Wahl

Babenhauser Straße

Der kombinierte Geh-/Radweg an der Babenhauser Straße weist zwischen Vulsiekshof und Höfeweg eine stark beschädigte Oberfläche auf. Ein Tourenleiter des ADFC Bielefeld hatte bereits im Spätsommer 2002 bei der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Bielefeld beantragt, hier die Radwegbenutzungspflicht aufzuheben und eine Beschilderung als Gehweg mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ vorgeschlagen.

Hierauf erhielt er eine ablehnende Antwort. Begründung: Dann müssten Radfahrer ja die Straße benutzen. Unser Tourenleiter hat die Behörde zu Recht darauf hingewiesen, dass diese Ansicht falsch ist, denn es ist Radfahrern bei der vorgeschlagenen Beschilderung lediglich freigestellt, wahlweise die glatt asphaltierte Straße oder den schlechten Gehweg zu benutzen.

Gleichzeitig hat der ADFC im Arbeitskreis Radverkehr nochmals angeregt, die Benutzungspflicht aufzuheben. Darauhin hat der Fahrradbeauftragte eine Ortsbsichtigung durchgeführt und ist zur gleichen Auffassung wie der ADFC gelangt. Inzwischen ist der Weg als Gehweg mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ beschildert worden und damit für Radfahrer nicht mehr benutzungspflichtig. Ein Zusatzschild weist (nicht ganz zutreffend) auf Schäden im „Geh-/Radweg“ hin. Außerdem ist das Ausschreibungsverfahren für einen neuen Entwässerungskanal in diesem Bereich eingeleitet worden. Mit einer Fertigstellung des Kanals ist im Frühjahr 2003 zu rechen. Anschließend wird das Land NRW als Baulastträger den Weg mit einer neuen Decke versehen und auf 2,50 Meter verbreitern.

Radwegschäden an der Babenhauser Straße. Foto: Thorsten Böhm

 

Nahariyastraße

Inzwischen ist an der Nordseite der Nahariyastraße entsprechend dem Vorschlag des ADFC das blaue Radweg-Schild entfernt und damit auch die Benutzungspflicht des viel zu schmalen und ständig von Autos blockierten Radweges aufgehoben worden (wir berichteten in den Radnachrichten 3/2002).

Radwegbenutzungspflicht an der Nahariyastraße aufgehoben. Foto: Thorsten Böhm

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