Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof

Von Thorsten Böhm

Bereits im November 2001 lud das Amt für Stadtentwicklung den Vorstand des ADFC Bielefeld zum ersten von mehreren Gesprächen über das Fahrradparkhaus ein. Vor dem Hintergrund der städtischen Haushaltssituation und sinkender Nutzerzahlen werde geprüft, wie der städtische Zuschussbedarf verringert oder zumindest stabilisiert werden könne.

Der Vorstand des ADFC Bielefeld führt den Rückgang der Nutzerzahlen im Wesentlichen auf die Inbetriebnahme der Stadtbahnlinie 4 (Hauptbahnhof – Universität – Lohmannshof) und verbesserte Angebote im ÖPNV („Sechser“-Tarif) zurück.

Der kostendeckende Betrieb eines reinen Parkhauses ist erst ab etwa 2000 Stellplätzen möglich, für die in Bielefeld derzeit die Nachfrage fehlt. Die Gesprächsteilnehmer waren sich aber darüber einig, dass die Attraktivität des vorhandenen Parkhausangebotes gesteigert werden soll.

 

Eine Institution seit 1992: Das Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof. Foto: Thorsten Böhm

 

 

Verbesserungsvorschläge

Der ADFC hat dem Amt für Stadtentwicklung dazu eine Reihe von Vorschlägen gemacht:

  • Die Reihe von Parkbügeln hinter dem Kassenraum sollte entfernt und in den Erweiterungsteil versetzt werden.
  • Die dadurch gewonnene Fläche sollte durch einen kontrastierenden Bodenanstrich oder Bodenmarkierungen hervorgehoben und gegen die Parkflächen abgegrenzt werden. Auf dieser Fläche sollten verschiedene Angebote zusammengefaßt werden, die heute über das ganze Parkhaus verteilt sind oder noch nicht existieren: Schließfachschränke, Getränkeautomat, Fahrpläne von Bahn und Mobiel, „Schwarzes Brett“ zum Thema Fahrrad, Informationswände zu Fahrradboxen, fahrradtouristischen Einrichtungen und ähnlichem.
  • Verkauf von Reisebedarf (Tageszeitungen, Schokoriegel oder ähnliches) an der Kasse.
  • Die Parkbügel an der Straßenseite des Parkhauses sollten für Mieträder, Stadtrundfahrträder und abzuholende reparierte Räder reserviert werden. Gleichzeitig sollten hier die improvisierten Sperren aus rostigen Böcken und Trassierband entfernt werden.
  • Einheitlich gestaltete deutliche Hinweistafeln sollten auf Kasse, Schließfächer, Informationsecke, Mieträder, reparierte Räder und andere Besonderheiten hinweisen.
  • Außerdem sollten der Boden und die Parkbügel häufiger gesäubert sowie sorgfältiger darauf geachtet werden, dass die Beleuchtung stets intakt bleibt.
  • Die Kasse sollte optisch offener gestaltet und nicht verstellt oder mit Zetteln verhängt sein.

 

 

Die Umfrageaktion

Vom 1. bis 14. Juli 2002 haben Stadt, Etiennes Radladen, flottweg und ADFC Bielefeld die Nutzer des Fahrradparkhauses befragt. Etwa 140 Personen haben geantwortet. Hier die Fragen und Antworten:

Würden Sie nach einer Entgelterhöhung auf 0,70 EUR/Tag, 7,00 EUR/Monat und 70,00 EUR/Jahr das Fahrradparkhaus weiterhin nutzen?

  • Wie bisher 70,8 %
  • Seltener 23,1 %
  • Überhaupt nicht mehr 6,1 %

Würden Sie das Fahrradparkhaus auch nach dem Einbau einer automatischen Einlasskontrolle und Wegfall des Bewachungspersonals nutzen?

  • Wie bisher 44,6 %
  • Seltener 35,4 %
  • Überhaupt nicht mehr 20,0 %

Würden Sie folgende Angebote nutzen, wenn sie in einem aufenthaltsfreundlichen Bereich des Fahrradparkhauses angeboten werden würden (Mehrfachnennungen möglich)?

  • Gebäck 11,5 %
  • Snacks 12,3 %
  • Tee 13,1 %
  • Kaffee 17,7 %
  • Obst 20,0 %
  • Belegte Brötchen 24,6 %
  • Zeitschriften 33,9 %
  • Info-Ecke „Rund ums Rad“ 41,5 %

Gibt es etwas, was Sie an diesem Fahrradparkhaus verändern würden?

  • Keine Antwort 55,4 %
  • Die übrigen Befragten wünschten sich längere Öffnungszeiten, mehr Sauberkeit, Toiletten, funktionalere Fahrradständer, einen Trockenraum und ein angenehmeres Gesamtbild. Darüber hinaus wurde von einzelnen der bauliche Zustand zum Beispiel des Daches bemängelt. Ein Schwerpunkt wird aus den Antworten nicht erkennbar.

Welches Angebot und welcher Service könnte Ihrer Meinung nach zusätzlich angeboten werden?

  • 68,5 % der Befragten beantworteten diese Frage nicht. Die konkreten Antworten beziehen sich zum Teil auf die vorhergehende Frage.

Würden Sie gerne auch an anderer Stelle in Bielefeld (zum Beispiel in einer geschlossenen, abschließbaren Fahrradbox an einer Stadtbahnhaltestelle) Ihr Fahrrad sicher abstellen?

  • Sehr gerne 38,5 %
  • Nicht nötig 43,8 %
  • Egal 17,7 %

Warum kommen Sie mit dem Fahrrad? (Mehrfachnennungen möglich)

  • Weil es gesund ist 66,9 %
  • Weil es kostengünstig ist 66,9 %
  • Weil es ökologisch vernünftig ist 66,1 %
  • Weil es schneller ist 70,8 %
  • Weil es Spaß macht 70,8 %

Was tun Sie, wenn Ihr Fahrrad abgestellt haben?

  • Ich fahre mit dem Zug zur Schule/Arbeit 83,1 %
  • Ich fahre mit dem Bus/der Stadtbahn zur Schule/Arbeit 6,2 %
  • Ich gehe vom Fahrradparkhaus zur Arbeit 6,2 %
  • Ich gehe in der City bummeln 13,1 %

Ist Ihr Fahrrad im Parkhaus wirklich sicher? (subjektive Einschätzung nach Werteskala von 1 = sehr sicher bis 6 = so wenig sicher wie auf der Straße)

  • Werturteil 1: 33,9 %
  • Werturteil 2: 49,2 %
  • Werturteil 3: 6,2 %
  • Werturteil 4: 3,9 %
  • Werturteil 5: 4,6 %
  • Werturteil 6: 2,3 %

 

Wir werden in den Bielefelder Radnachrichten darüber berichten, wie es mit dem Fahrradparkhaus weiter geht. 

Weiter zu diesem Thema in den Bielefelder Radnachrichten 4/2003

 

Mehr zur Fahrradstation am Bielefelder Hauptbahnhof in den Bielefelder Radnachrichten

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