Der „Haller Willem“ und das Rad

Unter diesem Motto stand die Erkundungstour, zu der 13 Interessierte am vorletzten Augustwochende 2000 vom ADFC-Infoladen aus gestartet sind.

Als regionales EXPO-Vorzeigeprojekt ist die marode Bahntrasse des historischen Haller Willem von Bielefeld nach Dissen/Bad Rothenfelde mit erheblichem finanziellem Aufwand zu einer der modernsten Nahverkehrsverbindungen in Deutschland aufgemöbelt und rechtzeitig zur EXPO in Betrieb genommen worden. Fast zwangsläufig gibt es jetzt viele Erwartungen an diese zu neuem Leben erwachte Schienenverbindung. Welche – das sollte im Rahmen der Tour „erfahren“ werden.

Foto: Heinz-Gustav Dingerdissen

Info-Pause in Kupferheide

Unter der Leitung von Dirk Warscheit steuerte die Radlergruppe zunächst den neu eingerichteten Haltepunkt Quelle-Kupferheide an. Hier wurden nicht nur funktionsgerechte ADFC-empfohlene Fahrradabstellanlagen (einschließlich mehrerer abschließbarer Fahrradboxen) neu erstellt. Die Haltestelle erschließt verkehrstechnisch auch die Queller Neubaugebiete Waldquelle, Kupferheide und Alleestraße mit insgesamt etwa 1000 Wohneinheiten. Im weiteren Verlauf rücken auch Wohnquartiere in Steinhagen, Künsebeck, Halle und Borgholzhausen näher an die umweltgerechte Bahn.

Der neue Bahn-Haltepunkt Quelle-Kupferheide. Foto: Heinz-Gustav Dingerdissen

Für die zukünftigen BewohnerInnen der Solar-Siedlung Kupferheide – einer vom Land NRW bei der Planung unterstützten Niedrigenergie-Mustersiedlung – ist der Einstieg praktisch vor der Haustür. Daher wurden Überlegungen angestellt, für alle Neubürger ein sogenanntes Siedlungsticket obligatorisch einzuführen, welches die Bahnnutzung attraktiv machen und zur Reduzierung der Verkehrsbelastung beitragen sollte. Wie Heinz Deppermann von der

Bildungs-AG Arbeit und Leben, dem Kooperationspartner bei dieser Tour, berichtete, verfolgen die Planer dieses Ziel trotz der bürokratischen Hürden weiter.

Nach der ersten Info-Pause ging es weiter auf einem Teilstück der BahnRadRoute Teuto-Senne  in Richtung Halle. Dieser Radwanderweg bezieht in seinen Wegeverlauf den Haller Willem mit ein und führt an jedem Haltepunkt mehr oder weniger nahe daran vorbei, so dass Radwanderer immer wieder die Möglichkeit haben, mit dem Zug die Heimfahrt anzutreten.

Besuch der Radstation Halle

Nach der Mittagspause im Zentrum von Halle trafen sich alle wieder zu einer Führung durch die ebenfalls erst vor knapp einem Jahr in der historischen Lagerhalle der ehem. Güterabfertigung neu eröffneten Radstation am Bahnhof. Ein Mitarbeiter erläuterte insbesondere die Verleih- und Serviceangebote der von der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) als Beschäftigungsmaßnahme betriebenen Station.

Gegen eine Gebühr können hier Räder für Ausflugstouren geliehen werden, beispielsweise in Richtung Schloss Tatenhausen mit seinem einladenden Gasthof. Diesen angenehmen Rastplatz ließ sich auch unsere Gruppe nicht entgehen und stärkte sich für die Rückfahrt nach Bielefeld.

Die Haller-Willem-Tour wird – wie im Programm angegeben – in diesem Jahr am 9. Juni 2001 in ähnlicher Form wieder angeboten.

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