Rückenwind. Vom Hochrad zum E-Bike

Eine Sonderausstellung im Historischen Museum Bielefeld
(2. Oktober 2011 bis 26. Februar 2012)

Fritz Schoen: Werbeplakat für Dürkopp-Fahrräder, um 1910
Fritz Schoen: Werbeplakat für Dürkopp-Fahrräder, um 1910

Warum eine Fahrradausstellung in Bielefeld? Hier begann vor 125 Jahren Nikolaus Dürkopp mit der Herstellung von Fahrrädern - damals beherrschten die eindrucksvollen und eleganten Hochräder die Szene. Im selben Jahr 1886 erschien in Bielefeld erstmals die Zeitschrift "Radmarkt", die älteste heute noch erscheinende Fachzeitschrift für das Fahrrad. Damit war der Grundstein gelegt für den Aufstieg Bielefelds zur Hochburg der Zweiradindustrie. 

Bielefeld war neben Nürnberg, Brandenburg und dem sächsischen Industrierevier jahrzehntelang unbestritten das Zentrum der Fahrradherstellung in Deutschland. Daher steht die Fahrradstadt Bielefeld auch im Mittelpunkt der Ausstellung.

Das Fahrrad ist heute ein Synonym für individuelle, umweltfreundliche und kostengünstige Mobilität. Im Laufe von 125 Jahren hat es nicht nur sein Äußeres in unzähligen Varianten verändert, auch sein Stellenwert in der Gesellschaft erlebte Höhen und Tiefen. Es war Emanzipationsvehikel der Frauen und luxuriöser Zeitvertreib, Sportmaschine und Massenverkehrsmittel, erster fahrbarer Untersatz für Kinder und Überlebensmittel in Kriegs- und Notzeiten. 

Den Kern der Ausstellung bildet daher eine Präsentation, die den Wandel des Fahrrades von 1886 bis heute veranschaulicht. Vom eindrucksvollen Hochrad bis zum E-Bike, dem jüngsten Glied in der langen Geschichte des Fahrrades, lässt sich hier die Entwicklung an zum Teil seltenen Sammlerstücken ablesen.Das Aussehen dieser Räder deutet bereits die Bandbreite der Themenfelder an, die sich mit dem Fahrrad verknüpfen lassen und die dazu geführt hat, dass es auf allen Kontinenten und in allen Kulturen seinen Platz gefunden hat.

Einzelnen Themenfeldern sind Säulen gewidmet, die mit Texten, Bildern und Originalexponaten Aspekte der Fahrradgeschichte behandeln. Ob es um den Herstellungsprozess oder die Werbung, um Sport oder Reisen, um die Frau auf dem Fahrrad oder seine Rolle im Nationalsozialismus geht – immer wird deutlich, wie sehr das Fahrrad in den Alltag und die Lebensbedingungen der Menschen verwoben ist.

Fahrradfahrerinnen und –fahrer haben über besondere Erlebnisse erzählt, die sie mit ihren Rädern hatten. Auch diese „Fahrradgeschichten“ sind ein Bestandteil der großen Fahrradgeschichte und der Ausstellung "Rückenwind" im Historischen Museum Bielefeld. 

Historisches Museum Bielefeld
Ravensberger Park 2
33602 Bielefeld
Tel. 0521/51-3635
http://www.historisches-museum-bielefeld.de/

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Freitag 10 -17 Uhr
Samstag und Sonntag 11 -18 Uhr

Zur Ausstellung erscheint das Buch "Rückenwind. Ein Streifzug durch die Fahrradgeschichte", Bielefelder Verlag, ca. 144 S. mit vielen Abbildungen, Hardcover, Verkaufspreis 19,90 €.

Radfahrerinnen im Foto-Atelier
Radfahrerinnen im Foto-Atelier
"Radfahren ist gesund und billig", 1959
"Radfahren ist gesund und billig", 1959
Windschattenspendendes Motorrad und spezielles Rennrad: Ein Gespann für Steherrennen
Windschattenspendendes Motorrad und spezielles Rennrad: Ein Gespann für Steherrennen

Alle Abbildungen: Historisches Museum Bielefeld

© 2020 ADFC Stadtverband Bielefeld e. V.